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Archiv für Februar 26th, 2009

Warhammer - Reiche des Chaos

Erstellt von Taysal am 26. Februar 2009

Reiche des ChaosRobert J. Schwalb
Reiche des Chaos

Warhammer - Fantasy - Rollenspiel
Feder & Schwert Hardcover (FS50007)
288 Seiten
ISBN 9783867620031
Erscheinungstermin: 06.2007
Deutsch von: Oliver Hoffmann und Alexander von Peschke-Pigulla

Dreihundertzwanzig Seiten geballtes Chaos, verpackt in einem edlem Hardcover. Da bleibt dem Leser zuerst einmal die Spucke weg. Aufmachung und Bilderflut scheinen den vorangegangenen Publikationen der Reihe zu entsprechen - doch halt! Dieses schwere Quellenbuch hebt sich ab. Es ist noch besser!

Auffällig ist übrigens, zuerst einmal, dass der Umschlag glänzt, anstatt seidenmatt zu überzeugen. Ein kleiner Bruch in der Reihe und im Regal schnell zu bemerken. Doch dann gelangt man zum Inhaltlichen und kann nur sagen: Hui!

In neunzehn Kapiteln, gegliedert in vier große Teile, beschäftigen sich Autor Robert J. Schwalb und einige Mitautoren – unter anderem Eric Cagle und Kate Flack – mit den Mächten des Chaos und deren Einbindung ins Spiel. Jedes dieser Kapitel nun analytisch aufzuzählen würde sicherlich den Rahmen sprengen, aber es gibt hier an dieser Stelle einen kleinen Ausblick. Immerhin soll diese Rezension verraten, was den Leser ungefähr erwartet. Also kratzen wir gemeinsam ein wenig an der Oberfläche, bevor wir ein Fazit ziehen.

Natürlich beginnt die Reise durch das Buch mit der historischen Geschichte des Chaos, in der die geneigte Leserschaft mehr über die Vergangenheit erfährt. Übrigens ist das Buch oftmals aus der Sichtweise eines Bewohners der Alten Welt geschrieben. Ein witziger und gleichzeitig packender Gag.

Wichtige Regelteile und Regeltexte finden sich übrigens oftmals in Infoboxen, die harmonisch quer durch das Buch verteilt sind. Wurde bereits die gelungene blutige und befleckte Pergamentoptik erwähnt, in der das Buch gehalten ist? Nun, das sei hiermit getan.

Nach einer Reise durch die Vergangenheit des Chaos, führt der weitere Weg zu den möglichen Mutationen, die eine Person oder ein Wesen ereilen kann, setzt es sich dem Chaos aus oder wird von ihm heimgesucht. Es gibt viele Gründe der Beschmutzung und etliche davon werden hier aufgezählt, ebenso die Wege der Reinigung: Ertränken, Hammer auf den Kopf oder in der Wildnis Aussetzen. Es gibt da wohl einiges, auf das hier hingewiesen wird.

Mutiert ein Wesen erst einmal, so kann man in „Reiche des Chaos“ eine lange Liste an Mutationen und ihren Auswirkungen finden. Hier fällt einem auch die hohe Anzahl an Tabellen ins Auge, die sich mit dem Thema beschäftigen. So lässt sich auch schnell ermitteln, was für ein Gliedmaß nachwächst und wo. Tabellen- und Würfelfetischisten werden ihre Freude haben und können der Herrin des Würfelglücks freie Hand lassen. Natürlich obliegt es auch jedem selbst, aus den Tabellen etwas herauszusuchen oder sie nur als Ideenratgeber zu verwenden.

Ebenfalls hervorragend umgesetzt sind die Beschreibungen der einzelnen Kulte, gespickt mit kleinen Überraschungen wie dem Grundrisses eines Tempels und den Spielwerten üblicher Bösewichter.

Der zweite große Teil des Buches beschäftigt sich nun mit den Schatten des Chaos. Damit sind Beschreibungen und Informationen zu Orten gemeint, die dem Chaos anheim fielen oder von ihm geschaffen wurden. Chaosbestien werden beschrieben, allen voran die Tiermenschen. Dazu die nötigen Spielwerte, um Helden ein qualvolles Ende zu bereiten. Zusätzliche neue Monster, um dieses Ende auch ja herbeiführen zu können.

Doch auch die Feinde des Chaos rüsten auf. Neue Waffen wie die Garotte oder neue Karrieren wie der Exorzist und auch der Ritter des Pantherordens werden vorgestellt. Aber in der Flut des Chaos scheinen sie nur Treibholz zu sein, das hinweggefegt wird. Tatsächlich kommen die Kräfte des Guten und Reinen etwas kurz, doch alles andere wäre auch am Thema vorbei, das hier lautet: „Reiche des Chaos“.

Ein ganzer und recht großer der vier Hauptabschnitte ist der Chaoswüste gewidmet. Was gibt es dort, wie überlebe ich und andere Fragen werden beantwortet. Sogar Fragen, die niemand zu stellen wagt.

Die Informationen sind gut und flüssig niedergeschrieben, packend und informativ. Auch hier finden sich die obligatorischen Blöcke mit Tabellen und Regeln. Dazu Spielwerte, Grundrisse und erstklassige Illustrationen. Nach der Chaoswüste kommt übrigens die Heimat der Chaosgötter. Ja, auch diese werden beschrieben. Klasse!

Übrigens finden auch die Sklaven des Chaos ihren Platz im Buch. Hier primär die Chaosritter und ihre Rösser. Es sind gefährliche Feinde, die einem Angst und Schrecken einjagen. Auch besitzt das Chaos blasphemische Gegenstände, die ebenfalls aufgeführt und beschrieben werden. Da darf keinesfalls die Magie des Chaos fehlen, die erstklassig beschrieben wird. Die dazugehörigen Regeln sind stimmig und werden dem Thema mehr als gerecht.

Doch was wäre das Chaos ohne seine Legionen? Ja, auch die Dämonen haben ihren Weg ins Buch gefunden. Bekannte Dämonen werden ausführlich beschrieben, doch ist es ohne weiteres möglich neue Dämonen zu entwerfen. Die Regeln sind vorhanden, gespickt mit vielen Tabellen. Übrigens sollte man erwähnen, dass auch die Meister des Chaos im Buch beschrieben werden, die sogenannten großen Dämonen.

Den Anhang bilden dann zwei Themen. Das eine ist ein Brief dem entnommen werden kann, dass vielleicht der ganze Inhalt des Buches gelogen ist. Ein genialer Trick, falls Nachfolgepublikationen etwas gänzlich anderes behaupten. Dann finden sich im Anhang noch drei Tabellen mit erweiterten Chaosmanifestationen und Auswirkungen von Tzeentchs Fluch. Sehr gelungen, übrigens, so wie das ganze Buch.

„Reiche des Chaos“ ist erstklassig geschrieben, flüssig zu lesen und entspricht ganz dem düsteren Stil der Warhammer-Welt. Die Übersetzung aus dem Hause Feder & Schwert ist mehr als gelungen und auch die Qualität des deutschen Buchs überzeugt auf der ganzen Linie. Erneut eine Warhammer-Publikation mit dem Prädikat „Empfehlenswert“.
(Günther Lietz)

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Warhammer - Sigmars Erben

Erstellt von Taysal am 26. Februar 2009

Sigmars ErbenAnthony Ragan
Sigmars Erben

Warhammer - Fantasy - Rollenspiel
Feder & Schwert Hardcover (FS50002)
144 Seiten
ISBN 3937255753
Erscheinungstermin: 04. 2006
Deutsch von: Daniel Schumacher und Oliver Hoffmann

Die Bücher zum „Warhammer Fantasy-Rollenspiel“ zeichnen sich durch ihren einzigartigen Stil und ihre hervorragende Verarbeitung aus. Auch „Sigmars Erben“ schlägt in diese Kerben. In diesem Quellenbuch dreht sich dabei alles um das Imperium im Jahre 2522. Das Imperium hat erst vor kurzem eine Invasion des Chaos zurückgeschlagen und die Narben sind noch frisch. Genau der richtige Zeitpunkt, um spannende Abenteuer zu erleben.

Alles was man dafür braucht, findet sich auf den über einhundertsiebzig Seiten von „Sigmars Erben“ wieder. Mit den Erben sind natürlich die Menschen, der Imperator und die Menschenreiche gemeint. In acht Kapiteln und zwei Anhängen finden sich alle dazu nötigen Informationen, Spielwerte und Abenteuerideen.

Das erste Kapitel nennt sich „Land und Leute“. Es beinhaltet eine kleine Karte des Imperiums, die Beschreibungen der wichtigsten geographischen Merkmale und Informationen zu den vier Rassen, die das Imperium ausmachen. Allen voran natürlich die Menschen, dicht gefolgt von ihren besten Verbündeten, den Zwergen. Aber auch die Elfen und Halblinge sind Teil des Imperiums und finden Erwähnung.

Im zweiten Kapitel zeichnet Autor Anthony Ragan die Geschichte des Imperiums auf. Dabei gibt es Informationen über den ersten Imperator Sigmar, seine Nachfolger, den entstehenden Sigmarkult, die Zeit der drei Imperatoren und vieles mehr. Die entsprechenden Texte sind zwar straff gehalten, aber trotzdem ausreichend geschrieben und beinhalten alle nötigen Daten und Fakten. Eine vierseitige Zeittafel des Imperiums schließt das Kapitel ab und offenbart weiteres Wissen für den Leser.

Kapitel drei nennt sich „Regierung und Nachbarstaaten“. Ragan beschreibt wie die Regierung des Imperiums aufgebaut und organisiert ist. Dabei gelingt es ihm tatsächlich, das komplizierte Geflecht der Abhängigkeiten und Zuständigkeiten transparent darzustellen. Sicherlich hätten die dazugehörigen Texte etwas üppiger ausfallen können, aber der Informationsgehalt ist mehr als ausreichend.

Das vierte Kapitel, „Recht und Gesetz“, fällt dagegen umfassender aus. Immerhin sollte man wissen, was für gesetzliche Fallstricke dem einfachen Bürger zum Verhängnis werden können. Die Strafen im Imperium sind hart und oftmals ungerecht. Das lassen die Texte zum Thema durchblicken, aber auch das Leben als Richter ist hart, wie man im Abschnitt über Femerichter nachlesen kann. Der Tagebucheintrag eines reisenden Henkers ist übrigens ein witziger Einfall (bitte daran denken, es handelt sich bei „Sigmars Erben“ um ein Quellenbuch zu einem Fantasyrollenspiel – also reine Fiktion).

Gesetze und Gerichte werden genau unter die Lupe genommen. Im Abschnitt „Grundlagen eines Gerichtsverfahrens“ kann man nachlesen, wie so ein Prozess im Imperium vonstatten geht. Zur Urteilsfindung gibt es einen Regelteil, in dem beschrieben wird, wie ein Prozess spieltechnisch abzuhandeln ist. Das geschieht mittels dreier Schritte und dazugehörigen Widerstandsproben. Zwar abstrakt, aber eine handhabbare und gelungene Regelung.

Im fünften Kapitel dreht sich alles um ein zentrales Element im Imperium: Die Religion. Dabei werden die Kulte und Unterkulte innerhalb des Imperiums unter die Lupe genommen. Sei es nun Myrmidia, Ulric oder auch Sigmar selbst – sie alle finden hier Erwähnung. Eine Auflistung der geringen Götter und religiösen Namen im Imperium schließen und runden das Kapitel ab.

Um die Kurpfalzen dreht sich alles im sechsten Kapitel des Buches. Das Kapitel ist dabei sehr umfassend gestaltet. Es gibt zu jeder Kurpfalz einen kleinen Infoblock, in dem die wichtigsten Informationen nachzulesen sind. Dazu gehören unter anderem die Namen der amtierenden Herrscher, die Angabe der Hauptstadt oder auch eine kurze Auflistung der wichtigsten Exportgüter.

Es folgen Informationen zu Land und Leuten, Zitate von Einwohnern, typische Redewendungen der Einheimischen, eine Übersicht der Städte und Dörfer, Informationen zu den wichtigsten Orten, Werte für typische Nichtspielercharaktere der Region und natürlich auch Abenteuerideen. Die Angaben sind liebevoll und detailliert geschrieben, ein wahres Füllhorn an Darstellungen. Hier findet sich auch eine doppelseitige Karte des Imperiums, in der Gestaltung allerdings einfach und dennoch stimmig gehalten.

Kapitel Sieben fällt nun wieder kurz und überschaubar aus. Es wird über zwei neue verbotene Kulte berichtet und wie diese ins Spiel eingebaut werden können.

„Missetat in Bögenhafen“ ist ein Abenteuer und füllt das achte Kapitel von „Sigmars Erben“. Es ist gut geschrieben und eignet sich für Charaktere der ersten Karriere.

Es folgt nun ein Anhang mit neuen Karrieren: Apotheker, Geschichtenerzähler, Spieler, Astrologe, Exorzist (dazu ein neuer Zauber der minderen Magie: Exorzismus), Fälscher, Ritter des Sonnenordens und Veranaischer Ermittler. Es handelt sich dabei allesamt um Folgekarrieren. Wie aus dem Grundregelwerk gewohnt, finden sich hier alle wichtigen Informationen und jeweils eine passende Illustration.

Im zweiten Anhang schlägt Anthony Ragan eine optionale Regelung für die Eigenschaften vor. Anstatt bei der Charaktererschaffung allen Menschen die gleichen Eigenschaften zuzuweisen, werden in „Sigmars Erben“ Eigenschaften nach Provinzen vorgeschlagen. Das gibt einem Menschen ein besseres Profil, da es nun Unterschiede zwischen einem Soldaten aus dem Hochland und Reikland gibt. Eine nette Idee.

„Sigmars Erben“ ist wie gewohnt in sehr hochwertiges Produkt, liebevoll gestaltet und gelungen übersetzt. Die Texte sind locker geschrieben und spannend zu lesen. Die Düsternis und der Zynismus des Spiels treten deutlich hervor und auch die dunklen Illustrationen von Künstlern wie Lee Carter oder auch Eric Polak sind passend. Dazu kommt eingestreutes Kartenmaterial, blumige Zitate von Einwohnern des Imperiums und Texttafeln, die das Layout gekonnt auflockern.

Das Imperium hat sicherlich viel mehr zu bieten, als in diesem Buch Platz fand. Aber genau in der Kürze einiger Beschreibungen liegt die Stärke von „Sigmars Erben“. Dieses Quellenbuch zum „Warhammer Fantasy-Rollenspiel“ ist einfach klasse geschrieben und eine klare Empfehlung!
(Günther Lietz)

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