Taysals Abenteuerland

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Archiv für September 17th, 2009

Deadlands: Reloaded 06 - Neid

Erstellt von Taysal am 17. September 2009

Es waren nun einige Tage vergangen, seitdem sich das Aufgebot auf Crosshands Seite geschlagen hatte. Fields und Stiller hatten keine Ahnung, was sich hinter ihrem Rücken zusammenbraute. Vor allem Fields war zu sehr damit beschäftigt Pennington Scrooch zu beobachten, der vor einigen Tagen mit seinen Mädels nach Steins gekommen war. Die beiden waren alten Bekannte und Fields ahnte, dass es Ärger geben würde.

Während Scrooch nun neben Westwood Freights einen Saloon namens “La Baguette” eröffnete, sah sich Sheriff Quinn in der Stadt um und ließ die Leute wissen, dass er und sein Aufgebot nun für Recht und Ordnung sorgen würden. Seine tägliche Patrouille endete im “Seven Up”-Saloon.

Dort war auch der Farmer Nigel Carson eingekehrt, der sich kurz vor der Heimfahrt noch einen Drink genehmigen wollte. Lautstark jammerte er über die Preise beim Saatgut, über das miese Wetter und die anhaltende Dürre. Die anderen Gäste des Saloons nickte müde dazu. Ihnen ging es ähnlich. Als Carson meinte sein Nachbar würde sich nun auch noch komisch benehmen, da horchte Doc Quinn auf. In den letzten Wochen hatten sich viele Leute komisch benommen und meistens hatte das Ärger bedeutet.

Also setzte sich Quinn mit Carson zusammen und erkundigte sich, was denn mit dessen Nachbar los sei. Der Farmer erzählte, dass die Sandhunter-Farm gerade mal eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt liegen würde. Auf Grund dieser nahen Nachbarschaft seien die Familien gut miteinander befreundet und die Kinder würden auch täglich zusammen spielen. Gestern aber wäre Carsons ältester Sohn, Nick, von Bill Sandhunters Bruder James regelrecht von der Farm gejagt worden. Dabei hatte es bisher immer geheißen, James Sandhunter wäre seit Jahren tot.

Für Doc Quinn war sofort klar, dass hier einige Gauner die Farm der Sandhunters überfallen hatten. Also trommelte er seine Leute zusammen, um der Sache nachzugehen. Gemeinsam mit John Smith, Keezheekoni und Ming ging es los. Erstes Ziel war die Farm der Carsons, um den Sohn des Farmers selber zu befragen. Der bestätigte die Erzählung und fügte hinzu, dass er niemanden der Sandhunters gesehen hätte. Nur Tonys angeblichen Onkel, wobei dieser Onkel James merkwürdig ausgesehen hatte.

Für Doc Quinn war sofort klar, das hier einige leprakranke Gauner die Farm der Sandhunters überfallen hatte. Keezheekoni sah die Sache etwas anders, aber die Schamanin wusste aus leidiger Erfahrung, dass der junge Arzt gerne die Augen vor der übernatürlichen Wahrheit verschloss.

Nun ging es ab Richtung Sandhunter-Farm, die nach Einbruch der Dunkelheit erreicht wurde. Im Mondlicht waren einige Gestalten mit Fackeln zu sehen, die vor dem Farmhaus standen. Plötzlich warfen sie die Fackeln nach vorne und entzündeten das Gebäude. Sofort gab das Aufgebot den Pferden die Sporen zu spüren. In wildem Galopp ging es auf die Farm zu - nach einem kurzen Satz über den Weidezaun.

Aus dem Haus waren Schreie zu hören. Ming, der kleine und junge Chinese, zögerte keinen Augenblick. Ohne mit der Wimper zu zucken trat er die Türe auf und stürmte in die Flammenhölle hinein. Draußen schossen John und Doc auf die vier Brandstifter, die allerdings ziemlich zähe Burschen waren. Doch mit ein paar gut gezielten Schüssen und etlichen heftigen Treffern, gingen sie zu Boden.

Sheriff Doc Quinn stürmte nun Ming entgegen, um ihm zu helfen. Der war dabei Caroline und Tony Sandhunter aus dem brennenden Gebäude zu ziehen. Keezheekoni stand derweil an der Pumpe und versuchte die Flammen zu löschen. John eilte herbei um zu helfen, dann kam auch Doc Quinn hinzu. Obwohl sie sich alle Mühe gaben, blieben die Flammen dennoch siegreich und das Haus stürzte ein.

Caroline Sandhunter und ihr Sohn waren überglücklich gerettet zu sein und die aufgelöste Frau erzählte was geschehen war. So war am Tag zuvor Bills Bruder James aufgetaucht, denn alle für tot gehalten hatten - und eigentlich sah er auch so aus. Zwischen den beiden Brüdern hatte es schon immer eine Kluft gegeben und vor allem James neidete Bill einiges. So hatte sich James für eine Karriere beim Militär entschieden, doch die gewünschten Beförderungen waren ausgeblieben. Seine Frau und sein Sohn waren an den Pocken gestorben und schlussendlich desertierte James, um kurz darauf mit seinen Leuten in einem Indianerhinterhalt ums Leben zu kommen - so hieß es jedenfalls.

Nun war James wieder aufgetaucht. Er hatte Bill regelrecht überfallen, gefesselt und auf ein Pferd gepackt. Dann hatte James Caroline und Tony ins Haus bringen und festbinden lassen, anschließend war der Trupp verschwunden. Zurück bleiben nur die vier Kerle, deren Aufgabe es war, nach Anbruch der Nacht die Farm in Brand zu stecken. Das hatten sie auch getan. Caroline hatte nun keine Ahnung, wo James mit Bill hin verschwunden war.

Ausgetrockneter FlussKeezheekoni machte sich nun daran Spuren zu suchen. Trotz der Dunkelheit wurde die Indianerin fündig. Die Spuren führten zu einem ausgetrockneten Flussbett und darin entlang. John und Doc schlichen oberhalb des Ufers entlang, Keezheekoni und Ming folgten den Spuren im Flussbett. Nach einer halben Stunde Marsch erreichten sie ihr Ziel. Dort wo der Fluss einst einen kleinen Wasserfall hinabgestürzt war, befand sich nun eine steile Klippe.

Am Rand der Klippe stand der gefesselte und geknebelte Bill Sanhunter. Davor, in der Uniform eines Südstaatenoffiziers, sein Bruder James. Vor diesem hatte sich wiederum eine fünf Mann starke Reihe Soldaten postiert, die Geleit gaben. James Sandhunter war gerade dabei, eine Rede zu halten, die von der Tonlage her langsam, aber sicher, auf ihr Ende zuging - und sicherlich das Ende für Bill bedeuten würde. Das Aufgebot hatte keine Zeit zu verlieren und schritt ein, um das Leben des Farmers zu retten.

Aus der sicheren Deckung eröffneten John und Doc das Feuer, während Keezheekoni zwei Wölfe beschwor und Ming versuchte bei den Kreaturen übernatürliche Angst auszulösen. Leider zeigte nichts richtige Wirkung. Die Soldaten waren gegen die Angriffe scheinbar immun und die Kugeln reichten gerade mal aus, um James anzuschlagen. Also versuchte Ming den bösartigen Sandhunter abzulenken, um das Ende der Rede so lange wie möglich herauszuzögern. Das war zwar erfolgreich, reichte aber nicht aus, um einen echten Vorteil zu erlangen. Die Situation wurde immer bedrohlicher. Zu allem Übel stieß einer der offensichtlich untoten Soldaten in sein Signalhorn, was sich einfach schrecklich anhörte und dem Aufgebot in Mark und Bein fuhr. Und die Schüsse der Soldaten waren verdammt gefährlich. So gefährlich, dass Doc Quinn beinahe sein Leben aushauchte. Allerdings fiel ihm, schwer verletzt, eine merkwürdige Sache auf.

Sobald das Aufgebot am Boden lag und nicht feuerte, wandten sich die Soldaten ab und lauschten wieder der Rede ihres Kommandanten. Doc setzte nun alles auf eine Karte. Ihm war bewusst, dass er Bills Leben riskierte, aber niemand hatte noch eine Idee, was man machen konnte. Also gab Sheriff Doc Quinn den Befehl das Feuer einzustellen und sich ruhig zu verhalten.

James Sandhunter drehte sich nun wieder zu Bill um und beendet seine Rede: “… und so hast du die Flammen am Horizont erblickt und musst erkennen, dass auch du - verhasster Bruder - deiner Familie nicht beistehen konntest. Du wirst in der Gewissheit weiterleben müssen, sie verloren zu haben, so wie ich meine Familie verlor … Muhahahaha …!” Mit diesen Worten lösten sich James Sandhunter und seine Soldaten auf.

Bill Sandhunter wollte sich schon in den Abgrund stürzen, doch das Aufgebot hielt ihn rechtzeitig auf. Sie erklärten ihm, dass seine Familie in Sicherheit war und brachten ihn zur Farm zurück. Überglücklich schlossen sich die Sandhunters in die Arme …

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Deadlands - Zufallsbegegnungen in New Mexico

Erstellt von Taysal am 17. September 2009

Um mir bei Deadlands: Reloaded ein wenig die Arbeit zu erleichtern, habe ich mir ein Dokument für “Zufallsbegegnungen” in New Mexico zusammengestellt. Das Ding wird mit einem Pokerdeck abgefragt und fördert auch die eigene Kreativität, da es teilweise auch als Mini-Abenteuergenerator funktionieren kann.

Download als PDF: begegnungen_new_mexico

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Abenteuer 1939 (03) - Das Gold von Eldorado

Erstellt von Taysal am 17. September 2009

Während Pedro das Gepäck und die Kiste mit den beiden Edelsteinen verstaute, sahen sich Catherine-Lucy, Ronny McCan und Melody Monroe um. McCans Blick fiel dabei auf auf den Wellblechhangar des kleinen Flugfelds. Vor den Toren lagen einige aufgerissene Reisekoffer und Frauenkleider waren über den Boden verstreut. Zwei Nazis standen Zigarette rauchend vor der Zugangstüre und unterhielten sich lachend.

Der Agent des MI6 runzelte die Stirn und fragte bei Pedro wegen der Nazis nach. Der mexikanische Pilot erklärte, dass die Deutschen vor einige Stunden aufgetaucht seien und eine Frau aus der abflugbereiten Maschine nach Las Paz gezerrt und in den Hangar geschleppt hätten. Irgendwann sei ein Nazi-Offizier aufgetaucht, der nach kurzer Zeit mit seinen Leuten in eine deutsche Transportmaschine stieg und abflog. Einige seiner Soldaten ließ er beim Hangar zurück, ebenso die Frau.

Catherine-Lucy, Melody und Ronny seufzten. Es war klar, worauf die Sache hinauslief. McCan übergab die Edelsteine in die Obhut von Pedro und Melody. Die beiden sollten die Artefakte in Sicherheit bringen und dann wieder zurückkommen. Die Augen des Kilquato durften auf keinen Fall in die Hände der Nazis fallen,  aber die Frau brauchte sicherlich Hilfe. Während die Maschine also aufs Flugfeld fuhr und dann Richtung Norden abhob, überlegten sich Catherine-Lucy und Ronny einen Plan. Der britische Agent hatte auch schon eine Idee.

Kurz darauf näherte sich Catherine-Lucy den beiden Wachen am Eingang. Die hübsche Studentin der Archäologie hatte bereits im Vorfeld durch ein Fenster einen vorsichtigen Blick in den Hangar geworfen. Die Frau, eine Brasilianerin, war auf einen Stuhl gefesselt, Ihre Kleidung war unordentlich und eingerissen, zwei Soldaten bewachten sie. Um die Männer sollte sich McCan kümmern, währendCatherine-Lucy Dixon die Ablenkung übernahm. Das gelang ihr auch wunderbar.

Major McCan schlich zur Hintertüre und öffnete sie vorsichtig ein Stück. Die beiden Nazis lachten gerade hinterhältig und einer gab der Frau einen Schlag ins Gesicht, bevor er einen Blick in ihre Bluse warf. McCan beschloss einzugreifen. Er rief einige undeutlich Worte auf deutsch - die ihm Catherine-Lucy eingetrichtert hatte - und legte sich hinter der Türe auf die Lauer. Tatsächlich, eine der Wache kam zur Türe hinaus, um nach dem Rechten zu gucken. McCan drückte die Türe zu und schlug mit dem Knauf der Machete zu, mehrmals, bis der Soldat bewusstlos zu Boden sank.

Schnell schlüpfte Ronny in die Uniform des Mannes, zog sich die schlecht sitzende Hose zurecht und öffnete dann die Türe. Mit der Machete hinter dem Rücken näherte er sich dem Nazi und versuchte dabei sein Gesicht im Schatten zu halten. Dennoch wurde der deutsche Kamerad misstrauisch, aber McCan brachte ihn mit ein, zwei, drei Hieben zum Schweigen. Die Augen der Gefangenen flammten dankbar auf.

Zwischenzeitlich wurde die Situation für Catherine-Lucy bedrohlich. Die beiden Schurken warfen eindeutige Blicke in ihren Ausschnitt und einer legte seine Hand vulgär auf die Schulter der jungen US-Amerikanerin. Glücklicherweise öffnete McCan nun die Türe zum Hangar und versuchte erneut eine Ablenkung, aber wieder machten ihm seine mangelnden Sprachkenntnisse einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Nazis gingen auf Ronny los, wurden aber von Catherine-Lucy überrascht, die den Agenten des MI6 tatkräftig unterstützte.

Die Nazis wurden gefesselt und geknebelt, dann unterhielten sich Ronny und Catherine-Lucy mit der nun befreiten Frau, die weinend ihre Kleider ordnete. Es handelt sich dabei um Maria Korda, die aus Belem stammte und mit Gomez Korda verheiratet war. Gomez hatte bis vor ein paar Monaten als Pilot gearbeitet, dann aber gekündigt und in La Paz einen Schmuckhandel eröffnet. Die Geschäfte gingen gut und nun hatte er beschlossen, Maria nachkommen zu lassen. Gerade als sie das Flugzeug besteigen wollte, tauchten die Nazis auf und nahmen sie gefangen. Maria hatte eigentlich schweigen wollen, doch die Deutschen schlugen sie so lange, bis sie ihnen alles erzählte. Da Maria Vertrauen zu Catherine-Lucy und Ronny gefasst hatte, erzählte sie ihnen ebenfalls worum es ging.

Gomez hatte bei einem seiner letzten Buschflüge ein verlassenes Gebiet im bolivianischen Dschungel überflogen und dabei ein kleines Tal entdeckt, in dem alles aus Gold war. Er war dann dorthin aufgebrochen und mit den Taschen voller Gold zurückgekehrt. Seinen Erzählungen nach, musste es das sagenhafte Eldorado sein. Gomez war mit seinen Geschäften etwas unvorsichtig und der plötzliche Reichtum hatte wohl die Nazis aufmerksam werden lassen, so jedenfalls Maria Korda. Sie wollten unbedingt wissen woher das Gold stammte und wo Gomez zu finden sei. Dann machten sich die Nazis auf den Weg nach La Paz.

Die Deutschen hatten nun einen Vorsprung von mehreren Stunden und das nächste Flugzeug startete erst in einer Woche. Zwar gab es eine alte Maschine im Hangar, doch Catherine-Lucy und Ronny hatten zu wenig Geld dabei, um das Flugzeug zu kaufen. Hier konnte allerdings Maria aushelfen. Sie zeigte Catherine-Lucy eine kleine Arzttasche, die bis zum Rande mit goldenen Insekten gefüllt war. Maria erklärte, dass diese Miniaturen Gomez’ Spezialität seien. Er fertigte daraus Anhänger und Ohrringe an. Sie selbst trug ebenfalls einen kleinen goldenen Käfer um den Hals. Catherine-Lucy war fasziniert, wie detailliert die Figuren gefertigt waren.

HavillandJedenfalls war es nun kein Problem das Flugzeug zu kaufen. Der Major schickte noch ein Teleramm an Melody nach Mexiko Stadt, dann ging es ab in die Luft. Ziel: La Paz in Bolivien!

Der Flug verlief ohne Probleme und auch die Landung war sanft. Ronny war ein guter Pilot und hatte alles im Griff. Kaum auf dem Boden aufgesetzt und die Maschine untergebracht, ging es mit dem Taxi in die Innenstadt La Paz’. Gomez Korda wohnte über einer Tanzschule, die leicht zu finden war. Ronny McCan wusste, dass die Nazi vor ihnen angekommen waren und mahnte die beiden Frauen zur Vorsicht. Tatsächlich war die Türe zur Wohnung aufgebrochen - aber von Gomez oder den Deutschen keine Spur. Dem Zustand der Wohnung nach, waren die Deutschen bereits da und hatten Gomez Korda gefunden. Jedenfalls stand an der Wand ein Stuhl, zu dessen Füßen Stricke auf dem Boden lagen. Maria bekam einen Weinkrampf. In diesem Augenblick wurden Schritte im Treppenhaus laut, die sich der Wohnung näherten.

Catherine-Lucy nahm Maria zur Seite und zog sie ins Schlafzimmer hinein, während Ronny hinter einem Schrank in Deckung ging. Ein wohlbeleibter Bolivianer in weißem Anzug und mit breitem Hut stapfte wütend in die Wohnung hinein und fluchte laut. Der Major trat nun hinter dem Schrank vor und stellte sich dem Fremden vor. Die beiden Frauen blieben erst einmal in Deckung.

Bei dem Mann handelte es sich um Jorge Sanjines, einen Schmuckhändler und Geschäftspartner von Gomez Korda. Völlig aufgelöst berichtete er davon, dass alle seine Kunden, die Schmuck von Gomez erhielten, an einer mysteriösen Krankheit litten. Übelkeit, Haarausfall und allgemeines Unwohlsein waren Anzeichen. Auch er, Sanjines, litt bereits schon darunter und vor wenigen Stunden war eine Kundin verstorben.

Nun kamen auch Catherine-Lucy und Maria ins Zimmer. Sofort zeterte Sanjines los, doch Ronny konnte ihn beruhigen. Er versprach dem Händler Gomez aufzuspüren und der Sache auf den Grund zu gehen. Jorge Sanjines beruhigte sich etwas und ging wieder. McCan und Catherine-Lucy Dixon hatten nun genug Zeit, um die Wohnung genauer zu untersuchen. Tatsächlich entdeckten sie einige mit Blut an die Wand gekritzelten Buchstaben, die nach genauerer Betrachtung ein Wort ergaben: Chinuhimcha. Ein Dorf auf der anderen Seite der Berge. Die Nazis mussten Gomez Korda dorthin verschleppt haben.

Catherine-Lucy schlug vor, erst einmal einen alten Bekannten aufzusuchen, und zwar ihren ehemaligen Professor der Archäologie und Mentor: Doktor Clarke Miller. Miller hatte es vor einem Jahr nach La Paz gezogen. Er war nun Dozent an der hiesigen Universität mit Fachgebiet südamerikanische Goldstädte.

Miller war hocherfreut Catherine-Lucy wiederzusehen und seine Begrüßung fiel sehr herzlich aus. Er hörte sich genau an, was seine ehemalige Lieblingsstudentin zu berichten hatte und zog noch zwei weitere Kollegen zu Rate. Somit ergab sich ein plausibles Gesamtbild, das sich mit einigen alten Überlieferungen deckte.

Einst sollte ein Stern vom Himmel gefallen und inmitten der prächtigen Stadt Eldorado niedergegangen sein. Die Bewohner Eldorados - einer großen Stadt in einem kreisrunden Talkessel - seien schon immer zu stolz auf ihren Reichtum gewesen sein und nun wurden sie von den Göttern gestraft, denn der Stern habe Gold geweint und ganz Eldorado mit seiner Trauer über den falschen Stolz zum Schweigen gebracht. Miller schloss daraus nun, dass ein Meteorit Eldorado getroffen und das ganze Tal mit einem feinen Goldfilm überzogen habe, so dass jegliches Leben erstickt wurde. Als Beweis führte Miller auch den Anhänger Maria Kordas an. Dabei handelte es sich keinesfalls um ein Schmuckstück, sondern um ein mit Gold überzogenes Insekt.

Wobei Gold ebenfalls falsch war, denn es handelte sich um eine radioaktive Golduranlegierung. Deren radioaktive Strahlung war auch der Grund für die Erkrankungen der Käufer. Gomez Korda hatte den Tod verkauft. Auch Maria Korda zeigte bereits die ersten Anzeichen einer Strahlenerkrankung und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie sterben würde. Das war somit auch die Erklärung für den Fluch von Eldorado.

Ronny telegrafierte nun dem MI6 einen Bericht und setzte auch eine Meldung an den Flugzeugverkäufer in Belem ab, dass das Gold leider tödlich sei. Catherine-Lucy brachte Maria in einem Hotel unter, dann wurden Reisevorbereitungen getroffen. Die Nazis waren sicherlich nicht hinter dem Gold, sondern hinter der radioaktiven Legierung her. Sie mussten unbedingt aufgehalten werden …

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