Taysals Abenteuerland

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Archiv für August 28th, 2010

Freelancer Dynamics Invasion

Erstellt von Taysal am 28. August 2010

Freelancer Dynamics InvasionChristian Lonsing
Freelancer Dynamics Invasion
Monaco Magic Monsterjäger
Freelancer Abenteuerband

Softcover von Ulisses Spiele (2010)
Redaktion, Text, Layout: Christian Lonsing
Illustrationen: Nadine Wewer
ISBN 978-3-86889-044-0

http://www.freelancer-rpg.de
http://www.ulisses-spiele.de

Basierend auf dem „Freelancer“-Regelwerk aus „Freelancer Hexxagon“ und mit dem „Freelancer Dynamics“-Quellenband im Rücken, schicken die Spieler ihr Ensemble aus Magiern unterschiedlicher Farben in den Kampf gegen das Böse. Dabei enthält „Freelancer Dynamics Invasion“ weder das Regelwerk (das auch von der begleitenden Freelancer-Homepage heruntergeladen werden kann) noch Sonderregeln. Für diese ist der Quellenband unbedingt nötig. Ohne „Freelancer Dynamics“ ist die Kampagne unspielbar. Beide Teile zusammen kommen auf beinahe einhundertzwanzig Seiten Heftklammerung und schlagen im Originalpreis jeweils mit beinahe fünfzehn Euro zu buche. Das ist für eine Kampagne mit denkbar miesem Regelwerk schon happig. Vor allem, in Anbetracht der Thematik, ist die Zielgruppe relativ klein. Und diese dürfte durch die Aufmachung und die Illustrationen der Publikationen teilweise abgeschreckt werden. Hier präsentiert sich ein Nischenprodukt in der Nische – und versteckt sich dabei noch. So jedenfalls der Eindruck. Doch Regelwerk und Aufmachung beiseite, schlussendlich muss die Kampagne „Freelancer Dynamics Invasion“ überzeugen. Und die ist einfach genial!

Die Spieler schlüpfen nun in die Rollen cooler Figuren, die im geheimen arkadische Magier sind und in ihren Rüstungen gegen das Böse kämpfen. Dabei kommen sie dunklen Geheimnissen auf die Spur, zu denen es auch noch eine persönliche Bindung gibt. Schlussendlich entscheidet ein furioser Endkampf über das Schicksal der Welt und der Freelancer. So viel jedenfalls in aller Kürze, ohne zu viel zu verraten.

Die Kampagne spielt in Monaco, wie der Untertitel „Monaco Magic Monsterjäger“ bereits verrät. Dabei sind die Charaktere keine Nobodys von der Straße, sondern gestandene Persönlichkeiten, die sich im Jet-Set auskennen. Als Operationsbasis dient natürlich eine schicke Villa, es gibt Partys, coole Leute, reiche Gönner und attraktive Menschen. Und immer wieder rücken die Charaktere aus, um die Eindringlinge aus dem mystischen Arkadien zurückzuschlagen.

Der Kampf gegen den Feind, das Aufdecken der Geheimnisse und auch der Alltag der Freelancer ist ziemlich gut verpackt und kommt mit sehr frischen - und auch aus dem TV bekannten - Ideen daher. Dem Autoren Christian Lonsing gelingt es wunderbar die Stimmung aus Serien wie „Power Rangers“ oder „Kamen Riders“ einzufangen. Dazu zählen die typischen Problemchen der Protagonisten, durchgestylte Kämpfe und typisch japanisch erscheinende Einlagen wie ein Karaoke-Song-Contest. Der macht übrigens besonderen Spaß, wenn er richtig ausgespielt wird.

Der Abenteuerband ist gut strukturiert, leidet aber unter der - für die Freelancer-Reihe üblichen – Platzverschwendung. Im Softcover gibt es erst einen Überblick über das Spiel, dann erklärende Worte zur Kampagne und deren Geheimnisse, die Hauptfiguren werden vorgestellt und es folgen die Werte zu Nichtspielercharakteren und Monstern. Ab Seite dreiundzwanzig beginnt dann die eigentliche Kampagne, die mit etlichen Überraschungen aufwartet. Langeweile sollte es hier keine geben.

Besonders prickelnd ist natürlich die persönliche Verwicklung der Charaktere. Einer von ihnen steht im direkten Bezug zur Handlung und das sorgt für besondere Spannung. Falls allerdings etwas schief geht, wartet Christian Lonsing mit Problemlösungen auf. Es wäre ja Schade, würde der involvierte Charakter aus dem Spiel genommen werden müssen.

Ebenfalls gelungen sind die Zwischenschnitte, die nach einigen Episoden kommen. Dabei handelt es sich um einen Vorlesetext, der einen kurzen Blick auf die Bösewichter wirft. Ebenfalls wie in den TV-Serien. Da hier keine merkwürdigen Fantasyfiguren als Henshin-Formen zur Verwandlung herhalten, sondern farbige Rüstungen (was im Grunde ja auf das Gleiche herauskommt, es ist aber trotzdem ein anderer Stil), wird der Serieneindruck nochmals verstärkt. Die Kampagne kommt am Ende sogar mit Riesenmonstern daher (Godzilla lässt grüßen). Beeindruckend!

Es gibt nur eine Sache, die den humorvollen und trotzdem spannenden Spielspaß empfindlich stört: Das Regelwerk. Es ist aber möglich damit zu spielen, trotz seiner Schwächen. Wer großzügig über kleine Mängel hinwegschauen mag, der ist damit gut bedient. Für alle anderen ist „Freelancer Dynamics Invasion“ nur eine Fundgrube an Ideen. Es gibt einfach bessere - und vor allem einfachere – Systeme. Somit gilt auch hier: Spiel und Abenteuerband sind nur was für Fans der Freelancer-Regeln! Und das ist Schade, denn das Abenteuer selbst ist klasse.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Freelancer Dynamics – Monaco Magic Monsterjäger

Erstellt von Taysal am 28. August 2010

Freelancer DynamicsChristian Lonsing
Freelancer Dynamics – Monaco Magic Monsterjäger
Freelancer Quellenband

Softcover von Ulisses Spiele (2010)
Redaktion, Text, Layout: Christian Lonsing
Illustrationen: Nadine Wewer
ISBN 978-3-86889-043-3

http://www.freelancer-rpg.de
http://www.ulisses-spiele.de

„Freelancer Dynamics“ ist ein Quellenband zu dem deutschen Rollenspiel „Freelancer“, zu dem bereits „Freelancer – Hexxagon“ erschien. Der Quellenband kommt als geheftetes Softcover daher und stammt aus der Feder von Christian Lonsing, dem Mann hinter dem Projekt.

Wie „Freelancer – Hexxagon“ bedient auch „Freelancer Dynamics“ das Genre der japanischen Tokusatsu-Serien, die in Deutschland durch Reihen wie „Power Rangers“ und „Kamen Riders“ bekannt wurden. Wie in diesen Serien können sich die Charaktere der Spieler in wahre Superhelden verwandeln, in sogenannte Henshin-Formen. Waren diese in „Freelancer - Hexxagon“ noch fantasylastig, so wird es diesmal richtig bunt und orientiert sich Lonsing mit „Freelancer Dynamics“ ganz bei „Power Ranger“ & Co. Sind die Fantasygestalten eher langweiliger Standard, so heben sich die Henshin-Formen diesmal schön ab.

Im Quellenband ist die Charaktererschaffung von „Freelancer“ nochmals enthalten. Es gibt keine Änderungen zu „Freelancer Hexxagon“, das benötigt wird, um die Grundregeln zu haben. Diese können auch auf der Freelancer-RPG-Homepage heruntergeladen werden. Da es keine Änderungen der Regeln gibt sind diese leider noch immer unausgegoren. Etwas besser gelungen sind die Fahrzeugregeln, die in „Freelancer Dynamics“ enthalten sind.

Die neuen Henshin-Formen sind jedoch sehr gut umgesetzt und die Charaktere müssen sich gar für bestimmte Farben entscheiden – ganz nach dem berühmten TV-Vorbild. Das hat Stil und macht auch Laune. Da es sich um Magier handelt, gibt es grüne, blaue, rote, weiße und andere Magier. Das Buch bietet insgesamt zwölf entsprechende Henshin-Formen. Außerdem werden einige neue Zauber und Ausrüstungsgegenstände geboten. Immerhin bedient „Freelancer Dynamics“ ein etwas anderes Thema als „Freelancer Hexxagon“. Abwechslung kommt dadurch in die Charaktererschaffung, dass ein Ensemble erstellt werden soll. Somit wird sichergegangen, dass für jede im Spiel vorkommende magische Farbe auch ein passender Charakter vorhanden ist.

Der Quellenband „Freelancer Dynamics“ dient als ergänzendes Regelwerk, um „ Freelancer Dynamics - Invasion“ zu spielen. Es handelt sich dabei um eine Kampagne, die in einem alternativen Monaco stattfindet. Entsprechend gibt es auch einen kleinen Abriss über den Stadtstaat.

„Freelancer Dynamics“ bedient eine gute Idee mit einem schlechten Regelwerk. Zwar ist der Quellenband auf die dazugehörige Kampagne abgestimmt, kann aber auch für eigene Abenteuer genutzt werden. Unter dem Strich ist es aber nervig, sich mit dem Regelsystem abzugeben. Spiel und Quellenband sind nur was für Fans!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Freelancer Hexxagon

Erstellt von Taysal am 28. August 2010

Freelancer HexxagonChristian Lonsing
Freelancer Hexxagon
Grundregelwerk und Kampagne

Ulisses Spiele Hardcover (200)
Illustrationen: Nadine Wewer
160 Seiten, ISBN 978-3-86889-019-8

http://www.freelancer-rpg.de/

Aus dem Hause Ulisses stammt „Freelancer Hexxagon“, eine Kampagne zum deutschen Rollenspiel „Freelancer“ aus der Feder von Christian Lonsing. Dabei spricht „Freelancer“ die Liebhaber japanischer Zeichentrick- und Actionserien an. Denn, ähnlich wie in diesen Serien, können sich die Charaktere in mächtige Streiter des Guten verwandeln und sich so finsteren Schurken entgegenstellen.

„Freelancer Hexxagon“ ist nun die erste sogenannte Staffel des Spiels, eine Kampagne zum Rollenspiel, dessen Regeln im Buch enthalten sind. Somit bekommt der Spieler sofort alles was er braucht, um loszulegen. Christian Lonsing erhebt dabei den Anspruch ein einsteigerfreundliches und leicht zu erlernendes Spiel geschaffen zu haben. Eine Fehleinschätzung des Autoren, der ambitioniert an sein Werk herangeht.

Der erste Teil des Buch widmet sich den Spielregeln. Dazu gehört unter anderem die Charaktererschaffung, die ziemlich komplex ist. Zwar gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, dennoch werden die Zusammenhänge erst nach mehrmaligem lesen erkennbar. Die vielen Zahlen können auch leicht verwirren. „Einfach“ sieht anders aus.

Das schlägt sich dann auch in dem restlichen Regelwerk nieder, dass kein einheitliches System besitzt und seinem eigenen Anspruch nur wenig gerecht wird. So gibt es sehr viele Zusatzregeln, Schadenszustände und unnötig aufgesplittete Fertigkeiten. Zwar basiert „Freelancer“ auf einem W20-System das mit Mindestwürfen funktioniert, aber dieses System wird stellenweise aufgeweicht oder gar ignoriert. So gibt es Charaktere die mit Pokerkarten agieren statt zu würfeln und Regeln für „Hindernisparcours“, die einen Abstecher ins Jump’n'Run-Genre erlauben. Letzteres kann auch als Minispiel innerhalb des Rollenspiels ablaufen oder auch vom Rollenspiel losgelöst auf den Tisch kommen. Eine nette Idee, die zu einer Würfelorgie verkommt, da alleine für jedes Feld Bewegungsproben oder Aufenthaltsproben fällig werden. Grausig!

Im Mittelpunkt des Spiels stehen die Verwandlungen der Charaktere. Diese können Henshin-Formen annehmen, die allesamt aus dem Fantasybereich stammen. Die Quelle dieser Macht wird im Laufe des Spiels enthüllt, ebenso das Geheimnis um die Verwandlungen. Die Henshin-Formen brechen das Regelgerüst nun weiterhin auf. Zudem befinden sie sich im Ungleichgewicht zueinander. So kommt der eine nur mit popeligen Verwandlungen daher, während der andere beinahe unsterblich durch die Welt hüpft. Das ist ziemlich tumb und freudlos.

Allgemein wirkt das das Regelwerk wie ein großes Stückwerk, als habe sich der Autor sich aus den Bereichen bedient, die ihm gerade einfielen. Die wenigsten Elemente werden konsequent umgesetzt und so ist auch eine klare Linie zu vermissen. Einziges wiederkehrendes Erkennungszeichen stellt die Verbindung zu den Tokusatsu-Serien dar, die in Deutschland durch Sendungen wie „Power Rangers“ und „Kamen Riders“ bekannt sind.

Diese Verbindung ist auch zentraler Bestandteil der Spielhintergrunds. So sind die Charaktere der Spieler sogenannte Emorpher, die von einer Organisation namens Corp angeheuert werden und sich dann später als Freelancer verdingen. Natürlich im Namen des Guten.Die Verbindung zum Corp bleibt dabei aktiv, denn nur so erhalten die Freelancer die Artefakte, durch die sie sich verwandeln können.

Das klingt erst einmal sehr kitschig und japanisch überzogen, was es schlussendlich auch ist und sich deswegen von den üblichen Rollenspielen abhebt. So misslungen das Spielsystem, so gelungen die Spielidee. Hier präsentiert Christian Lonsing einen neuen und frischen Stil, mit der auch junge Leute fern der klassischen Rollenspiele angesprochen werden. Zudem ist der Autor auch stark um neue Rollenspieler und Anfänger bemüht. So gibt er viele Tipps zum Spielen und zur Gestaltung des eigenen Spiels.

Auch die Kampagne ist erfrischend anders und weiß zu überzeugen. Sie spielt Morgen in einem Jahr und findet in Köln statt. Dabei gibt es natürlich einige starke Abweichung zu unserer Realität, was ebenfalls Teil der Kampagne ist. In dem zehnteiligen Abenteuer dreht sich alles um einen gewissen Hexxagon, der Köln in seinen Klauen hält und die Freelancer herausfordert. Was auf den ersten Blick an den Haaren herbeigezogen klingt, entpuppt sich während dem Spielen als sinnvolle Geschichte mit Tiefgang. Das macht große Laune.

Die Aufmachung des Buchs macht leider weniger Laune. Das Layout geht verschwenderisch mit dem Platz um und die Illustrationen sind eher durchschnittlich. Trotz dem gewählten Spielstil gibt es auch keinen echten Manga- oder Anime-Style. Das ist ebenfalls sehr bedauerlich. Es fehlt auch ein Charakterbogen und ein Index. Dadurch wird die Suche nach einem bestimmten Begriff oder einer Regel zum Geduldsspiel.

Unter dem Strich bleibt ein zweigeteiltes Gefühl. Da wäre zum Einen die hervorragende Idee und der Einsatz des Autoren, mit der dazugehörigen unterhaltsamen Kampagne in Köln. Zum Anderen gibt es aber das misslungene Regelwerk, dass den ganzen Spielspaß ausbremst. Somit ist „Freelancer Hexxagon“ nur etwas für Freunde des Genres, die sich des Styles wegen mit den Unzulänglichkeiten des Systems abgeben.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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