Advent, Advent, der Kobold rennt!

Als kleines Weihnachtsgeschenk für die Besucher meines Abenteuerlands, ein kleiner Gruß und eine kleine Weihnachtsgeschichte. Dabei handelt es sich übrigens um den Spielbericht einer weihnachtlichen Kampagne, allerdings in Prosa und nicht in Meta, und in einer Überarbeitung aus dem Jahre 2009.

Allen ein frohes Fest!

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Advent, Advent, der Kobold rennt!

von

Günther Kurt Lietz

Es war einmal vor kurzer Zeit, am eiskalten Nordpol. Dort lebte der Nikolaus mit seinen treuen Gehilfen, den Nikolauskobolden. Allesamt waren sie fleißige Gesellen und bereiteten sich auf das nahe Weihnachtsfest vor. Der Nikolaus war sehr traditionsverbunden und so fertigten seine Nikolauskobolde Spielsachen aus Holz, schrieben noch mit Federkiel und Tinte, tranken Kakao mit Sahne und knufften und pufften sich freudig.

Doch eines Tages, es war der Nikolaustag, um genau zu sein, platzte der Nikolaus in die Mittagspause seiner Nikolauskobolde hinein. Er hatte eine lange Nacht hinter sich und seine Finger müffelten noch immer nach Fußschweiß.

„Wir haben einen Notfall!“ rief der dicke, gemütliche Mann aus. „Das Christkind wurde entführt!“

„Santa Clause!“ lautete der erste Verdacht der Nikolauskobolde.

Santa lebte am Südpol und arbeitete bis in den Januar hinein. Er war ein Einzelgänger und hatte vor einigen Jahren Rudolf abgeworben. Seine Spielsachen waren aus Plastik und konnten mit Elektrizität betrieben werden. Und seine Post kam per E-Mail. Zu allem Übel wurde er von einem großen Colahersteller gesponsert. Er war Staatsfeind Nummer Eins am Nordpol. Aber es gab – noch – keine Beweise für seine Verwicklung in der Sache.

„Ihr werdet nach Neu Märchenstadt gehen und dort nach dem Christkind suchen.“, lautete die Anweisung vom Nikolaus. „Doch denkt daran, es ist eine gefährliche Welt voller Heimtücke, Gefahr lauert an jeder Ecke und man wird versuchen, euch in Versuchung zu führen.“ Hach, was freuten sich die Nikolauskobolde. Natürlich nur still und heimlich.

Marzipan, Weihnachtspunsch, Lebkuchen, Schokotaler, Spekulatius und Zimtschnaps machten sich also auf den Weg in die dunkle Ecke der Werkstatt, zur Wohnung von Knecht Ruprecht. Denn nur dort bekam man die Spielsachen, um sich in einer gefährlichen Welt behaupten zu können.

Knecht Ruprecht war ein finsterer Schattenmann. Oftmals verschwanden kleine Kobolde in seiner Wohnung und wurden erst weit nach Mitternacht wiedergesehen. Über das Erlebte wollten sie nie sprechen, grinsten aber breit. Aber egal, das ist eine andere Geschichte.

Knecht Ruprecht ließ sich von Zimtschnaps gerne dazu überreden, auch die härteren Sachen auszupacken und offenbarte sein ganzen Sortiment an Gemeinheiten. Also deckten sich die tapferen Nikolauskobolde ein.

Lebkuchen nahm sich eine Lakritzpeitsche, eine mittellange Zuckerstange mit Himbeergeschmack und eine einfache Zwille, um damit Rumkugeln zu verschießen. Als Rüstung wählte es die gute Lebkuchenrüstung, einen Schild aus kandierten Mandeln und kleine Nikolausstiefel. Ein Säckchen mit kleinem Weihnachtsschmuck, Nüsschen und Süßigkeiten rundete die Sache ab.

Zimtschnaps ging ganz anders an die Sache heran. Natürlich schnappte es sich auch eine Zwille, doch der Reichweite wegen griff es auch zur langen Zuckerfahnenstange mit der Flagge des Nikolaus dran. Die Flagge selbst war weiß mit einem schwarzen Plus, darunter stand „Hier“ zu lesen. Zimtschnaps vollendete die Sache mit einer Bambusrohr-Silvesterraketen-Bazooka und einem halben Dutzend Raketen ab. Chinakracher und Knallerbens vervollständigten seine Bewaffnung.

Auch Zimtschnaps entschied sich für die Nikolausstiefel, zog sich aber lieber eine Kokosnussmakronenrüstung über. Auch eine Minidrehleiter durfte nicht fehlen. Marzipan war dagegen eher anspruchslos. Neben einer Kokosnussmakronenrüstung reichte ihm eine kleine Zuckerstange.

Spekulatius allerdings verehrte das Christkind sehr und wollte vorbereitet sein. Zuerst schnappte er sich eine Konfettikanone und Konfetti,  dazu eine Christbaumspitze und Christbaumschmuck. Seinem Namen zu ehren durfte die Spekulatiusrüstung nicht fehlen. Dazu ein einfaches Mandelschild und rote Lacknikolausstiefel.

Weihnachtspunsch verlangte es nach etwas anderen Dingen – nach Weihnachtsbaumkugeln, die mit altem Punsch gefüllt waren. Dazu eine spitze Zuckerstange, eine Kokosnussmakronenrüstung und ein Mandelschild. Der künstliche Wattenikolausbart mit einfachem Gummizug machte die Sache perfekt.

Schlussendlich rüstete sich auch Schokotaler aus. Er nahm sich Zimtwurfsterne, eine Zuckerstange, Christbaumschmuck, ein Tischkatapult, eine Lebkuchenrüstung und einen Mandelschild. Dazu eine Tragegeschirr, um das Katapult im Notfall auf dem Rücken fixieren zu können.

Ein jeder bekam noch eine Flasche Lebertran für die erste Hilfe mit und fünfhundert Karamelltaler. Da die Kobolde mit einem schönen Gedicht und einem noch schöneren Weihnachtslied aufwarteten, schenkte ihnen Knecht Ruprecht auch noch Zuckergussmäntel, mit denen sie sich besser im Schnee verbergen konnten. Eine großzügige Überraschung, aber die sechs Nikolauskobolde hatten die Texte auch ein wenig verändert, was Knecht Ruprecht zu Tränen rührte. Nach einem kleinen Gerangel, konnte es endlich losgehen.

„Wie kommen wir denn nach Neu Märchenstadt?“ wollte Lebkuchen wissen.

„Die Rutsche.“, sagte der Nikolaus und zeigte auf die Rutsche?

„DIE Rutsche?“ fragte Weihnachtspunsch.

„Ja, die Rutsche.“, antwortete der Nikolaus. „Doch Vorsicht …“ – schon war Weihnachtspunsch unterwegs, und die anderen alle hinterher.

„Juhuuu!“ war das ein Fest. Über die Zauberrutsche jagten die kleinen Gesellen mitten in das Land der Märchen, Legenden und Sagen. Weihnachtspunsch natürlich zuerst. Er landete ziemlich hart, da er schneller war, als der Nikolaus sein Kommen hätte ankündigen können.

Zum Glück reagierte Haselnuss sehr schnell, der uralte Nikolauskobold, der vor Urzeiten zum Strafdienst an der auswärtigen Rutsche verdonnert worden war. Kaum hatte er seinen Longdrink abgestellt und die Bermudas hochgezogen, schon hatte er das dicke Auffangkissen ausgefahren und die anderen fünf Nikolauskobolde weich aufgefangen.

„Wir sind im Auftrag des Nikolaus’ unterwegs, um das Christkind zu retten.“, erklärte Spekulatius Haselnuss, der mindestens vierundzwanzig Jahre alt war und gar nicht traurig ausschaute. „Es wurde zuletzt bei seiner Freundin der Zahnfee gesehen. Wo finden wir die?“

Haselnuss dachte kurz nach. „Ihr müsst einfach nur der gelben Straße folgen, dann kommt ihr in die Stadt. Fragt euch dort weiter durch.“

„Es liegt Schnee.“, merkte Zimtschnaps an. „Wir sehen keine Straße.“

„Dort sind winzige Schneeschaufeln.“, erwiderte Haselnuss einfach und kümmerte sich wieder um seinen Drink. „Und passt vor dem Wolf auf. Solange niemand eine rote Kappe trägt, sollte das aber kein Problem sein.“

Da atmeten die Nikolauskobolde aber auf, bis ihr Blick auf Spekulatius’ rote Haare fielen. Ach, das wird schon gut gehen, dachten die sechs munteren Nikolauskobolde, fingen an den Schnee im Wald zu schieben und folgten bald singend der gelben Straße. Derweil war auch der böse Wolf unterwegs … aber das ist eine ganz andere Geschichte, denn an jenem Tag war der Wolf einfach unwichtig..

Neu Märchenstadt war einfach wunderbar anzuschauen: Das Stadttor war aus Lebkuchen, die Mauern aus Bonbons und die Stadtwachen trugen Rüstungen aus Gummibärchen. Dementsprechend war Zimtschnaps eifrig an der Mauer am lutschen, während sich seine Mitkobolde am Wachtor vollfutterten.

„Wirst du aufhören, genau da zu lecken!“ schrie die Wache plötzlich panisch und schubste Weihnachtspunsch weg. „Also wirklich. Was wollt ihr überhaupt? Ihr seid doch Weihnachtskobolde? Gehört ihr zum Nikolaus oder zu Santa Clause?“

„Natürlich zum Nikolaus!“ echote es da wie aus einem vollen Mund zurück.

„Aha, gut, aber ich will keinen Ärger in der Stadt. Mir reicht es schon, dass mir die Bettler immer das Stadttor wegknabbern. Und die Fahne, die lasst ihr draußen stehen. Das mussten die anderen auch.“

Und tatsächlich, an der Stadtmauer lehnte die Flagge von Santa Clause. Die Flagge selbst war weiß mit einem schwarzen X. Über dem X stand „Dort“ zu lesen.

Während nun Zimtschnaps die Wache überredete, die Fahne mitnehmen zu dürfen, schrieb Weihnachtspunsch schnell „Santa ist doof“ auf die Flagge des Klassenfeinds. Schnell nach der Adresse der Zahnfee erkundigt, schon ging es los, in die Kukident-Gasse 8. Denn dort sollte die gute Frau wohnen.

Unterwegs kamen die Nikolauskobolde bei einer Hexenverbrennung vorbei. „Haltet ein, glaubt mir, ich bin eine gute Fee!“ rief die alte, hakennasige, warzige Frau, die an den Pfahl gebunden war. „Zur Hilfe!“

Da nickten die guten Nikolauskobolde nur und Zimtschnaps rief: „Verbrennt sie!“ Und weiter ging es.

In der Kukident-Gasse 8 standen die Nikolauskobolde plötzlich vor dem Armenhaus. Hier lebte also die Zahnfee. Die Kobolde klopften an die Türe, hätte es denn Eine gegeben, aber das konnte man sich nicht leisten. Also traten die sechs Nikolaushelferlein ein und begrüßten den Hausmeister, der ihnen sicher weiterhelfen konnte.

„Wo wohnt denn die Zahnfee?“ fragte Schokotaler.

„Einfach die Treppe hoch, falls wir uns eine Treppe leisten könnten. Wohnung 2, falls wir Nummern bezahlen könnten.“, erklärte der Hausmeister. Oh, hier lebten die Ärmsten der Armen.

Man musste also über eine Leiter nach oben klettern. Jede zweite Sprosse war bereits verpfändet und auf allen anderen Sprossen klebte das Siegel des Gerichtsvollziehers. Oben angekommen gingen die Nikolauskobolde zu Wohnung Zwei und klopften an die Türe, falls man sich eine hätten leisten können. Also pochte Marzipan vorsichtig an den verpfändeten Rahmen. Die Nachbarn blickten neugierig auf den Flur hinaus, denn selbst Wände gab es keine.

„Wer ist denn da?“ fragte die Zahnfee mit rauchiger Stimme von drinnen.

„Die Nikolauskobolde. Wir wollen das Christkind retten.“

„Kommt herein!“ rief die Zahnfee, eine rattenscharfe Sexbombe in einem Zuckerwattenkleid, das nur ein Hauch von Nichts war. Und sie saß lasziv auf ihrem Bett, wenn sie sich denn Eines hätte leisten können. Die Nikolauskobolde warfen nun begehrliche Blicke auf die Zuckerwatte. „Untersteht euch, ich bin eine züchtige Fee!“ rief die Zahnfee aus und dann kam man zur Sache.

„Hast du das Christkind gesehen?“

„Ja.“

„Es ist entführt worden.“

„Ja.“

„Hast du den Entführer gesehen?“

„Ja.“

„Wer war es denn?“

„Keine Ahnung.“

Was war das bloß für eine wunderbare wörtliche Rede, die im Stil an Klassiker wie „Durch die Wüste“ herankommt. Aber zurück zur Sache.

„Ein Mann in dunklem Umhang entführte das Christkind.“, erklärte die Zahnfee hilfsbereit. „Er kam am Abend.“

„Hatte das Christkind keine Leibwächter?“ hakte Marzipan nach.

„Doch, vier Engel. Aber die sind Pazifisten.“

„Was geschah dann?“

„1 – 2 – 3 – 4 – 4 Engel rief den Entführer aus, machte ‘Hahahaha’ und schnappte sich das Christkind.“

„Nicht ‘Hohohoho’?“

„Nein. ‘Hahahaha’“, antwortete die Zahnfee leutselig.

„Verdammt, dann war es nicht Santa Clause.“, jammerte Zimtschnaps. „Das hätte so gut gepasst.“

„Oh nein, dann muss es Graf Zahl gewesen sein.“ Nun, die Indizien sprachen für sich. „Dann suchen wir eben ihn.“

Die Zahnfee erklärte noch kurz, dass sie wegen der schwindenden Zahnschmelzqualität Bankrott gegangen sei und nun Geld bräuchte. Die Nikolauskobolde spendeten für die Kinder gerne ein paar Karamelltaler – was das Problem nicht beheben sollte. Dann mussten die Nikolauskobolde gehen, denn die Zahnfee ließ die Hüllen fallen, um zu baden, falls sie sich eine Wanne hätten leisten können.

Wieder am Stadttor angekommen, unterzog man die Wache einem gnadenlosen Verhör: „He, wo wohnen denn die Bewohner aus der Sesamstraße?“

„In der Sesamstraße.“

„Ahaaa! Moment, äh, nun, na ja, eigentlich logisch. Wohnt dort auch Graf Zahl?“

„Nein, der ist umgezogen und wohnt jetzt im alten Anwesen der sieben Zwerge, hinter den sieben Bergen.“

„Nö, ich will nicht schon wieder so weit gehen müssen.“, maulte Weihnachtspunsch sofort herum. „Nicht schon wieder.“

„Wo wohnen denn jetzt die sieben Zwerge?“ wollte Lebkuchen wissen.

„In ihrer Goldschmiede, kaum zu verfehlen, in der Schneewittchen-Gasse eins bis zwanzig. Ja, die Jungs haben ihr Geld gemacht.“

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Also trabten die Nikolauskobolde los, um die sieben Zwerge zu besuchen. Hui, die Zwerge wohnten in einem großen Palast und verkauften vor allem Schneewittchen-Souvenirs. Die sechs Nikolauskobolde klopften nun an der Ladentüre an und traten ein. Sofort kam ein hilfsbereiter Zwerg nach vorne geeilt, um die Kunden zu begrüßen.

„Was darf es denn sein?“ fragte er beflissen. „Gold, Platin, Silber? Vielleicht ein Schneewittchen-Gold-T-Shirt?“

„Nein, wir haben ein paar Fragen zu eurem alten Haus hinter den sieben Bergen.“, erklärte Schokotaler.

„WER IST DENN DA?“ rief von hinten ein unbekannter Zwerg.

„EIN PAAR NIKOLAUSKOBOLDE!“

„WOLLEN DIE ETWAS KAUFEN?“

„NEIN!“

„DANN SCHMEISS SIE RAUS!“

„Äh, wir wollten euch nur ein paar Fragen stellen“, meinte Lebkuchen schnell.

„Ach so.“, sagte der Ladenhüterzwerg da. „SIE WOLLEN UNS ETWAS STELLEN?“

„IST DAS KOSTENLOS?“

„Ist das kostenlos?“ hakte der Zwerg nach.

„Äh, ja, klar. Fragen kostet nichts.“

„JA!“

„DANN NEHMEN WIR ES!“

„Also, wir nehmen eure Fragen.“

Puh, da waren die kleinen Helferlein aber erleichtert. „Habt ihr das Haus an Graf Zahl verkauft?“

„Ja. Ein netter Vampir. Hatte aber einen Tick.“

„Wie viel habt ihr dafür verlangt?“

„999999999 Karamelltaler. Ein Schnäppchen.“, begeisterte sich der Ladenhüter.

„Das muss aber lange gedauert haben.“, sagte Zimtschnaps und kratzte sich am Hintern.

„Nun, die Verhandlungen waren ja schnell abgeschlossen. Aber es dauert drei Monate, bis der Graf gezahlt hatte. Zwischendurch hatte er sich auch verzählt und er wollte alles unbedingt in bar zahlen.“

Spekulatius dachte über Weihntachspunschs Problem nach. „Hm, wie kommt man denn zu dem Haus? Und vor allem schnell genug?“

„Nun, man geht durch den Wald und dann über die Sieben Berge. Das dauert sieben Monate. Oder man benutzt die Hintertüre in unserem Laden.“ – Was auch sonst …

Also benutzten die Nikolauskobolde die Hintertüre und standen dann auf dem Hinterhof. Dort wiederum stand eine dicke, alte, rostige Eisenlok, daran ein schlanker Farbiger mit weißem Kraushaar, Sonnenbrille und Latzhose gelehnt.

„Das ist sicherlich Lukas der Lokomotivführer und seine gute Emma.“, erklärte der sachkundige Zimtschnaps.

„Häh?“ fragte die anderen Nikolauskobolde.

„Guckt ihr denn kein Fernsehen?“ fragte Zimtschnaps erstaunt und war sich sofort seines Fehlers bewusst. „Ups.“

„Du hast einen Fernseher?“ riefen die anderen fünf Nikolauskobolde erschrocken aus. „Der ist verboten. Das steht doch dann im goldenen Buch vom Nikolaus.“

Verdammt, dachte Zimtschnaps, die haben ja recht. Wie soll ich das Buch bloß fälschen, wenn ich unterwegs bin? Egal. „Äh, ich habe nur davon gehört. Ich weiß gar nicht was ein Fernseher ist.“

„Puh, gut so.“, sagte Spekulatius erleichtert. „Außerdem ist das sicherlich Molly. Ups.“ Nun wurde sich kurz prügelnd beraten, ob Lokomotiven gebaut oder geboren wurden. Man einigte sich einvernehmlich auf geboren.  Danach sprachen die kleinen Nikolauskobolde mit dem schlanken Farbigen mit dem weißem Kraushaar.

„Guten Tag, kannst du uns zum Haus der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen fahren?“ fragte Marzipan.

Jim Knopf nickte. „Klar, kein Problem. Besteigt die gute alte Molly und wir fahren sofort los.“

„Was ist denn mit Emma und Lukas passiert?“ fragte Marzipan, während es sich die anderen auf dem ganzen Koks gemütlich machten.

„Äh, nun, das war ein Unfall. Ich habe die Weiche zu spät gesehen und plötzlich waren die beiden auf dem Abstellgleis. Da kann ich nichts für.“, erklärte Jim Knopf und nahm seinen weißen Spazierstock auf.

„Du bist ja blind. Wie ist dass passiert?“ wollte Spekulatius wissen.

„Nun, es ist schon lange her, zu meiner Zeit als Jazzmusiker. Ich war kurz vor einem Tunnel, sah rechts die Zahnfee und bekam Stielaugen.“

„Oh, ja, das kann passieren.“

Nun ging es also los. Tut Tut! Angekommen! Weihnachtspunsch war erleichtert, weil er nicht laufen musste. Da standen sie nun vor dem Haus der Sieben Zwerge. Zuerst umrundeten sie kleine Hütte, um nach auffälligen Dingen zu gucken. Hm, doch da gab es nichts Auffälliges. Also gingen die sechs Nikolauskobolde zum Souvenirshop, der neben dem Haus stand. Unterwegs betrachteten sie die neunundneunzig Hecken, die in Zahlen geschnitten waren. Und betrachteten die siebenundsiebzig Frösche, die jemand am Zahlenteich auf eine Latte genagelt hatte.

Im Shop stand ein Zwerg und begrüßte seine Kundschaft traurig. Immerhin, es waren seine ersten Kunden in diesem Jahr. Deswegen versuchte er zu grinsen, was ihm nicht gelang.

Die kleinen Leuten machten sich miteinander bekannt. Die Nikolauskobolde erfuhren also, dass sie es mit dem achten der sieben Zwerge zu schaffen hatten: Zwerg Nase I. Er hatte die Bergbaugesellschaft verlassen, bevor Schneewittchen auftauchte und den sieben Zwergen zum Aufstieg, einer Nacktbar und einer Bandkarriere verhalf.

Zwerg Nase der I erzählte von seinem tollen Leben. „Und dann sagte ich, nein, was willst du denn im Orient. Schick doch Zwerg Nase II. Ich denke, das war die richtige Entscheidung. Zugegeben, als ich diesen Tänzer in Pulp Fiction spielen sollte, war ich kurz davor die Rolle anzunehmen. Aber ich hatte auch dieses verlockende Angebot als Warzenausdrücker im Haifischbecken, was mich irgendwie mehr reizte.

Auf Grund dieser beruflichen Erfahrung rief mich dann so ein Cameron an und meinte, ob ich nicht Lust hätte so einen Mann auf dem Bug eines Schiffes zu spielen. Klang gut, aber das Schiff geht ja unter, also lehnte ich dankend ab. Und jetzt arbeite ich hier.“

„Aha. He, verkaufst du mir das Schneewittchenkostüm da hinten?“ fragte Weihnachtspunsch und zückte seine Geldbörse.

„Klar, kein Problem.“ Bei einer monatlichen Pacht von einhundert Karamelltalern, insgesamt einem einzigen Kunden und zehn Karamelltalern Einnahmen innerhalb der ersten zwölf Monate kann sich jeder ausrechnen, wie die Zukunft von Zwerg Nase I aussah – deprimierend.

Weihnachtspunsch zog sich also vor dem Shop um, legte etwas Rouge und Glitzer auf und zwinkerte den Zwergen an. „Ich bin Schneewittchen.“

Die Zeit schien stillzustehen, der Schnee gefror, auch der Schall weigerte sich eine Bewegung zu machen –  „Schneewittchen!“ rief der Zwerg erfreut aus. „Du! Hier! Endlich! Freut mich, dich zu sehen.“

„Ja, ich habe Urlaub und dachte mir, schaust du mal bei deinem alten Freund Zwerg Nase I vorbei.“, erklärte Weihnachtspunsch-Schneewittchen fröhlich. „Und was machst du hier so?“

„Ich arbeite für Graf Zahl und verkaufe Souvenirs.“

„Hast du denn eine Lizenz dafür?“

„Äh, uh, ich glaube – nein.“, erwiderte Zwerg Nase I ganz bekümmert.

„Macht ja nichts.“

Zimtschnaps hatte da plötzlich einen grandiosen Einfall: „He, Zwerg Nase I, kannst uns vielleicht eine Karte der Miene geben? Ich meine, du warst ja mal einer der sieben, acht, nein, sieben, nein, doch, acht, egal, Zwerge.“

„Klar, kein Problem.“, sagte Zwerg Nase I und zeichnete schnell eine Krickel-Krackel-Karte mit einem großen X in der Mitte.

Lebkuchen sah sich das X genau an. „Was ist denn das für ein X?“

„Da ist die Folterkammer von Graf Zahl. Ich musste sie eigenhändig erbauen.“

„Aha!“ riefen die Nikolauskobolde einstimmig aus. Bevor sie jedoch losgingen, gestand Weihnachtspunsch Zwerg Nase I, dass er gar nicht Schneewittchen war und verkaufte das Kostüm zum doppelten Preis zurück. Aber Zwerg Nase I nahm es den Nikolauskobolden gar nicht krumm. Also stürmten sie nun los und standen vor der Türe zum Haus der Sieben Zwerge.

„Und jetzt?“ fragte Weihnachtspunsch, während Zimtschnaps seine Bambusrohr-Silvesterraketen-Bazooka auspackte.

Marzipan drückte erst mal auf die Klingel und die machte. „Ding Dong – 1 – 1 Klingelzeichen!“ rief es krächzend aus einem wackligen Lautsprecher.

„Oh“ Da waren die kleinen Gesellen aber kurz baff, bevor sie sich darum prügelten, wer als nächstes klingeln durfte. Schokotaler holte schlussendlich den Rekord mit 2547 mal klingen. Aber, o weh, wie sollten sie bloß ins Haus gelangen? Da hatte Spekulatius die rettende Idee: Er drückte die Klinke hinunter und  machte die Türe einfach auf. Na ja, so kann man es auch machen, allerdings hätte sich der Erzähler, alleine der Dramatik wegen, eine explosivere Lösung gewünscht. Aber: Man kann nicht alles haben.

Schwupps, waren die Nikolauskobolde also im Haus und sahen sich all die kleinen Möbel an. Nun, für die Nikolauskobolde waren die Möbel genau in der richtigen Größe. Und dann fanden sie es, dass legendäre Bett von Schneewittchen, in dem die züchtige Prinzessin – umsorgt von den treuen sieben Zwergen, auf ihren Prinz Charmant gewartet hatte, während die böse Stiefmutter stets versuchte, das arme Schneewittchen zu töten. Doch die Geschichte hatte ja ein glückliches Ende genommen und Schneewittchen war nun Königin und das Böse besiegt.

Allerdings fiel den Nikolauskobolden auf, das Schneewittchens Bett merkwürdig aussah. Es war groß, rund und mit schwarz-roter Satinbettwäsche bezogen. Es gab an den Rändern kleine Pfosten, an denen plüschüberzogene Handschellen baumelten. Über dem Bett war ein großer Spiegel angebracht, der scheinbar jedes kleine Detail ganz deutlich zeigte.

„Aha, eine Prinzenfalle!“ schlussfolgerte Spekulatius grimmig, während die anderen Nikolauskobolde mit Schneewittchens Unterwäsche spielten, die Lebkuchen unter einer Lederpeitsche gefunden hatte. Ein kleiner Lederbeutel – der mit einem Gummiball und vielen Reißverschlüssen versehen war – hatte es ihm besonders angetan. „Guckt mal, ich bin das Schneewittchen!“ rief er aus und purzelte die Treppe hinunter. Er hatte das Ding wohl falsch aufgesetzt.

„Egal, lasst uns weitergehen.“, sagte Marzipan. „Wir haben eine wichtige Mission zu erfüllen.“

Also stapften die lustigen Freunde nach unten, um dort in die ehemalige Miene zu gelangen. Schokotaler entdeckte dabei den alten Schreibtisch von Schneewittchen und eine geheime Schublade, in der sich merkwürdige Dokumente befanden:

Der Lieferschein eines falschen Zauberspiegels, die Rechnung über einen zu kleinen Gürtel, die Verpackung eines Goldkamms und ein Flächen mit Arsen. Dazu ein alter Zeitungsausschnitt, in dem von Prinz Charmant als reichster Junggeselle der Märchenwelt die Rede war. Dazu noch ein Brief, mit ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben: “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast! gez. Ein anonymer Jäger”. Und obenauf der herzzerreißende Brief von Schneewittchens Stiefmutter Königin Aschenbrödel, die derzeit noch ihre Zwangsarbeit im Rotkäppchen-Knast ableistet und um Gnade bittet – vor allem, da der Prinz mit der eisernen Maske langsam immer zudringlicher wird.

Die Nikolauskobolde machten ein finsteres Gesicht. Sollten sie etwa ein großes Geheimnis entdeckt haben? Oder hatten sie einfach nur Hunger? Jedenfalls stapften sie Süßigkeiten kauend weiter.

Die Karte stellte kein Problem dar, wohl aber die Falltüre, die in jedem ordentlichen Gewölbe zu finden ist. Allerdings sind Nikolauskobolde daran gewöhnt stets irgendwo hinunterzufallen und konnten so problemlos zur Seite springen. Alsbald hörten sie auch schon Graf Zahls finstere Stimme: „Eins – Zwei – Drei – Vier – Fünf – Sechs – Sieben – Sieben Peitschenhiebe sollst du kriegen.“

Da stürmten die Nikolauskobolde die Folterkammer. Wie sollten sie bloß diesen süßen Plüschvampir besiegen, der gerade das Christkind auspeitschte? „ Ein Hieb! Zwei Hiebe! Drei Hiebe! Vier Hiebe …“

Da hatte Zimtschnaps einen Einfall, den er vorher ausprobieren wollte. „Zwei!“ rief er schnell aus, als das Christkind beim Schreien eine kleine Pause machte.

„Zwei Hiebe! Argh! Noch mal von vorne. Ein Hieb! Zwei Hiebe!“

Natürlich, das konnte auch nur ein Zufall sein. Und die Nikolauskobolde wollten auf Nummer sicher gehen. Also wartete Lebkuchen auf den richtigen Augenblick. „Fünf Hiebe! Sechs Hiebe!“

„Drei!“

„Drei Hiebe! Argh! Noch mal von vorne. Ein Hieb! Zwei Hiebe!“ rief Graf Zahl aus und ließ seine neunschwänzige Peitsche peitschend peitschen.

Nun, die Nikolauskobolde wussten, wie sie ihm beikommen konnten. Während sich also Marzipan und Lebkuchen bereit machten, erkaufte ihnen Spekulatius noch ein wenig Zeit und rief „Vier!“, als Graf Zahl gerade zum letzten Hieb ausholen wollte. Das Christkind hatte bereits ein irres Funkeln in seinem Blick.

Jetzt wartete die Nikolauskobolde den richtigen Augenblick ab. Gerade als Graf Zahl den letzten Peitschenhieb ausgeteilt hatte und sich lachend seinen neuen Feinden entgegenstellen wollte, leerten die Niklauskobolde ihre Säckchen mit Nüsschen, die nun vor Graf Zahls Füße rollten. Nun, da hatte er was zu zählen und das Christkind wurde schnell befreit.

„Wir sind hier um dich zu retten.“, kommentierte Marzipan die Rettungsaktion, während Spekulatius noch Lametta vor Graf Zahls Füße kippte und Zimtschnaps den Plüschvampir beim Zählen weiterhin verwirrte. Nun zählte jede Sekunde: Eine Sekunde, zwei Sekunden, drei Sekunden – Verzeihung, aber eine so spannende Situation reißt nun einmal mit.

Egal. Auf jeden Fall flüchteten die Nikolauskobolde nach oben. Da fiel Lebkuchen ein, dass sie im Auftrag der sieben Zwerge noch ein goldenes Amulett in Herzform beim Grafen abliefern sollten. Ein Umstand, der bisher leider keine Erwähnung fand, aber keineswegs einen Flüchtigkeitsfehler darstellt, sondern ein Resultat allgemeiner Vergesslichkeit beim Genuss von zu viel Glühwein und Apfelpunsch ist.

Nun brachten die Nikolauskobolde schnell das Herz in die Kammer zurück, wo der Graf gerade kurz vor Vollendung seiner Arbeit war. Er hatte schnell gezählt, denn immerhin galt es das Christkind zurückzuholen.

Erneut störten ihn die munteren Gesellen beim Zählen und mit einem lauten „Aaah!“ explodierte der Graf in 7957623 Konfettistückchen. Nun, da beschloss Lebkuchen, das goldene Herzchen einfach zu behalten.

Die Nikolauskobolde verließen also die Mine der Zwerge und verabschiedeten sich von Zwerg Nase I. Dieser vertraute ihnen noch ein Päckchen an, das im Namen von Graf Zahl an ein Postfach geliefert werden sollte. Natürlich versprachen die Nikolauskobolde, sich darum zu kümmern.

„Einsteigen! Nächster Halt Neu Märchenstadt!“ rief Jim Knopf aus und es ging los. Munter eine Insel mit zwei Bergen besingend verfuhr er sich natürlich und es bedurfte der Hilfe der Nikolauskobolde. Das Wissen wie sie ihm halfen versank leider ebenfalls im Apfelpunsch.

Kaum zurück in der Stadt, bedankten sich die Nikolauskobolde bei Jim und Molly. Auch das Christkind war froh, endlich wieder frei zu sein. Es bedankte sich ebenfalls herzlich und machte sich auf den Weg in die Stadt, während Marzipan mit Jim Knopf fachsimpelte.

„Nun“, meinte Marzipan, während er der stolzen Molly auf den Kessel klopfte, „schon mal an einen ICE gedacht?“

Während sich Molly also wütend dagegen wehrte aufs Abstellgleis zu kommen, gingen die Nikolauskobolde in die Stadt zurück, um das Paket abzuliefern. Vorher guckten sie aber nach, was darin lag. Es war ein einfacher Kricketschläger. Allerdings nicht so ein englisches Ding, das einem Paddel ähnelte, sondern ein Ding, das einem Hammer ähnelte.

„Die Herzkönigin steckt hinter dem Schlamassel.“, schlussfolgerte Zimtschnaps. „Garantiert. Wir haben ein Herz und einen Kricketschläger. Los, lasst uns rausbekommen, wem das Postfach gehört.“

Allerdings hatte der Postbeamte keine Lust, eine Adresse herauszurücken oder irgendwie sonst behilflich zu sein. Er war eh ein mürrischer Kerl, der über seine Zahnschmerzen jammerte. Hier war Marzipans nächste große Sekunde, denn er liebte technische Dinge. „Nun, guter Mann, du brauchst eine Zahnbürste.“, erklärte der süße Nikolauskobold  hilfsbereit.

„Eine was?“

„Eine Zahnbürste. Die kann man leicht selber basteln. Du nimmst ein Stück Schweinehaut mit Borste, steckst einen kleinen Stock daran und rubbelst dir damit über die Zähne.“

„Das hilft?“

„Klar.“

„Passt mal kurz auf die Post auf!“ rief der Postbeamte aus und rannte los. Das war die Gelegenheit für die Nikolauskobolde. Flugs packten sie das Paket ins Postfach und warteten. Es dauerte auch nicht lange und das Paket verschwand. Schnell sah Spekulatius nach, konnte aber nur einen breiten Grinsemund entdecken. Es war also die Grinsekatze! Und damit vielleicht die Herzkönigin! Aber eigentlich war es auch egal, es gab wichtigere Dinge zu erledigen. Immerhin waren die Nikolauskobolde ja in der großen Stadt, in der es viel zu sehen gab.

Da kam auch schon der Postbeamte zurück. „Es hat etwas gedauert. Der Schweinehirte wollte keines seiner Tiere schlachten, da er sie braucht um eine Prinzessin zu heiraten. Also habe ich mir ein Ferkel geben lass und muss sagen, es klappt wunderbar. Ich muss noch nicht mal selber rubbeln.“

Marzipan blickte skeptisch auf die ausgebeulte Tasche des Postbeamten, aus der ein wackelndes Stöckchen ragte und es panisch quiekte. „Du hast doch nicht etwas – ach, ich will es gar nicht wissen.“

Nein, denn nun gab es wichtigere Dinge zu erledigen. Die Nikolauskobolde suchten sich den nächstgelegenen Saloon, vor dem ein Colaautomat stand. Hier war also der Klassenfeind. Aber erst einmal zogen die Nikolauskobolde eine Getränkedose nach der anderen aus dem Automaten, aber der ging nicht leer. Also zertrümmerten sie ihn.

Das rief wiederum die Santa Clause Kobolde auf den Plan, die mit ihren Hightechwaffen und einer vierfachen Überlegenheit ausgestattet waren.

„Was macht ihr in unserem Revier?“ fragte ihr Anführer und ließ einen ferngesteuerten Spielzeugpanzer vorfahren, während Zimtschnaps seine Bambusrohr-Silvesterraketen-Bazooka auspackte, ein Teelicht auf die Spitze seines Spitzhutes setzte und diesen dann nach hinten drehte, um die Waffe schnell abfeuern zu können.

Betont lässig schritt nun Weihnachtspunsch nach vorne und packte eine seiner Weihnachtskugeln aus. „Das!“ stieß er arrogant hervor und ließ die Kugel auf den Panzer fallen. Der ausströmende Geruch war schier erbärmlich Doch während sich der Santa Clause Kobold zusammenriss, musste sich Weihnachtspunsch übergeben.

Bevor die Situation eskalierte, vibrierten plötzlich die Zaubernüsschen in Lebkuchens Hose. Der Nikolaus rief seine Kobolde zu sich zurück. „Wir kommen wieder!“ stießen die Nikolauskobolde betont lässig hervor und rannten dann zum Postamt.

„Schnell wir brauchen einen großen Karton.“, sagte Schokotaler und schon kletterten die freundlichen Freunde hinein, nach dem sie den Karton ordentlich frankiert hatten.

„Wo geht es denn hin?“ fragte der Postbeamte und begann zu schreiben. „An Santa Clause am Südpol?“

„Nein!“ echote es einstimmig aus dem Karton. „An den Nikolaus am Nordpol!“

„Ach so, Verzeihung.“

Kaum war die Adresse geschrieben, sorgte der Weihnachtzauber dafür, dass das Paket augenblicklich zugestellt wurde. Der Nikolauskobold, der ansonsten mit offenen Armen die Wunschzettel auffing, war sehr überrascht und überraschend platt.

„Wir sind wieder da!“ schallte der Ruf durch die Werkstatt und der Nikolaus begrüßte seine Kobolde freudig.

„Ihr habt es geschafft.“, sagte er stolz. „Ich habe gerade mit dem Christkind gesprochen. Als Lohn erhaltet ihr einen Schokoorden.“

Kaum war der Orden verliehen, da beschlossen die Nikolauskobolde sich zukünftig ZIMT. zu nennen: Ziemlich Intelligente Meister Truppe – nur für den Fall, das ihre Fähigkeiten irgendwann noch einmal gebraucht werden sollten. Kaum war es entschieden stürmte der Nikolaus herein: „Wir haben einen Notfall!“ rief der dicke, gemütliche Mann aus. „Das Christkind wurde entführt!“

„Wie blöd muss man denn sein?“ stieß Marzipan seufzend aus und schnappte sich seine Ausrüstung.

„Doch diesmal ist es noch schlimmer. Ich habe gerade über den roten Telegraphen mit Santa Clause gesprochen. Auch Rudolf wurde entführt!“ …

Ende

Copyright © 2009 by Günther K. Lietz

Dieser Artikel ist Teil des RSP-Karnevals.

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