Hellfrost 06 – Von Orks auf Türmen

taysal-hellfrostNach der letzten Spielsetzung mit kleiner Besetzung, ging es diesmal ähnlich weiter. Allerdings in einer leicht veränderten Aufstellung. Das bedeutet ein Spieler und zwei Spielerinnen. Das ist eindeutig mehr als genug Charaktermaterial am Spieltisch. Finde ich jedenfalls.

Da wir auch etwas spät gestartet sind, war auch etwas wenig Zeit. Die haben wir aber sinnvoll gefüllt und ein paar echte Knallerszenen gehabt. Vor allem gab es diesmal knackige Kämpfe.

Beim letzten Mal hatten die Helden das brennende Dalsetter verlassen und waren nach Norden geritten, um die dortigen Ruinen zu untersuchen. Olvir war von dem Verlust der Magie sehr erschöpft und musste sich zur Ruhe legen. Glücklicherweise waren endlich Raja und Eyla eingetroffen. Die beiden Frauen hatten etwas gebraucht, aber nun verstärkten sie die kleine Truppe. Eyla war eine Gnadenschwester und hatte der Gewalt abgeschworen. Doch sie nahm es mit dem Schwur manchmal nicht so genau. Raja war ihr Schwert der Notwendigkeit und der Heilerin durch ein Ereignis in der Vergangenheit treu ergeben. Die beiden hatten sich den Helden angeschlossen, um die Ursprünge der Rattenplage zu ermitteln und eine Hungersnot zu verhindern. Doch um Dalsetter zu retten, waren sie zu spät gekommen.

Eyla kümmerte sich sofort um Olvir, den Fynn ins Zelt gelegt hatte. Der zwergische Runenmagier würde für einige Tage ausfallen, aber das Böse war stets hellwach. Also beschlossen Fynn, Raja und Eyle, sich dem Übel zu stellen. Dabei wollten sie äußerst geschickt vorgehen.

Der Engro Fynn schlich sich also zur Ruine hinauf. Er schleppte einen Sack Mehl mit sich, um die Ratten zu vergiften. Zwar gelang es ihm ungesehen bis zur zerschlagenen Türe der Ruine zu kommen, doch den schweren Sack Mehl konnte er nur wenige Zentimeter weit werfen. Das hatte wohl die Wache im angrenzenden Turm vernommen. Fynn beschloss zu verschwinden und machte einige Schritte vom Turm weg, um anschließend im Erdboden zu versinken und sich mittels Zauberei zum Lager zurückzugraben.

Die Helden hielten nun Ausschau. Zwei Orks verließen nach einiger Zeit die Ruine und sahen sich in der Nähe um, bevor sie zurückgingen und nun zu zweit auf dem Turm Wache hielten. Die Situation hatte sich ein wenig verschärft. Also schlichen die Helden hoch zur Ruine, um sich dort einen Blick über die Lage zu verschaffen. Was sie sahen, war wenig erbaulich.

Es lagen nur wenige tote Ratten am Eingang. Dafür war der Sack Mehl verschwunden. Misstrauisch untersuchte Fynn die Reste der Türe und fand den Sack, mit dem jemand eine schlichte Falle gebaut hatte. So dumm waren die Grünhäute also nicht, was auch für die Nager galt.

Raja und Eyla schlichen nun um die Ruine herum, während Fynn am Eingang blieb und nachdachte. Der Engro versuchte die Orks auf dem Turm aus der Reserve zu locken und zu verunsichern. Die Wachen reagierten auch und nahmen Fynn unter Feuer. Irgendwie hatte er sich das anders gedacht und ging hinter einigen Felsen in Deckung. Der Weg den Hang hinab war ihm abgeschnitten.

Während Raja die Mauer hochkletterte, suchte sich Eyla eine geschützte Position, von der aus sie ihre beiden Kameraden im Blick hatte. Dadurch war sie in der Lage die Magie von Wahre Freundschaft zu nutzen. Das hatte vor allem Raja nötig, um nicht von der Mauer zu stürzen. Das Schwert der Notwendigkeit nahm ihre Armbrust vom Rücken und begann auf die Orks zu schießen. Die beiden, die sich selbst Eiterzahn und Blutkiefer genannt hatten, lieferten sich mit den Angreifern einen Fernkampf nach allen Seiten hin. Schlussendlich ging erst Blutkiefer, dann auch Eiterzahn zu Boden – von Bolzen tödlich getroffen.

Raja kletterte in die Ruine hinein und entfernte den Sack Mehl, dann konnte das alte Mauerwerk erkundet werden. Es gab zwar Anzeichen von Ratten, aber die Nager selbst waren verschwunden. Also gingen die Helden zu dem Bauwerk im Zentrum der Ruine. Hier führte eine Treppe hinab, daneben zwei Statuen. Einer lag ihr eigenen Kopf zu Füßen, bei der anderen fehlte der komplette Oberkörper. Die Helden erkannten die Statuen als Abbilder der Ertha.

Eyla war schockiert ob dieser Gotteslästerung und wuchtete den Kopf wieder auf die Schultern der einen Statue. Zu ihrer aller Erstaunen verbanden sich Kopf und Körper wieder. Kaum war die Statue intakt, erhielt die Gnadenschwester einen Segen der Ertha und ihre Haut gewann die Härte von Stein. Das war mal eine Überraschung.

Fynn entzündete seine Lampe, dann gingen die Helden die Treppe hinab. Sie gelangten in eine Höhle, die zwar bearbeitet war, aber noch immer urtümlich wirkte. Bevor Fynn, Raja und Eyle weiterkonnten, wurde ein Fiepsen laut. Ratten! Hundsgroße Ratten! Die Viecher hatten sich in der Dunkelheit verborgen und stürmten nun vor, um die Eindringlinge zu fressen.

Es kam zu einem schweren Kampf auf Leben und Tod. Die Helden wichen zur Wand zurück, um den Gegner weniger Angriffsfläche zu bieten. Ängstlich zog Eyla ihren Dolch, während sich Raja schützend zwischen die beiden anderen stellte. So konnte sie die Ratten bereits mit ihrem Schwert erreichen, bevor die richtig heran waren.

Der Kampf war ziemlich heftig und die Ratten bissen ordentlich zu. Mehr als einmal sah es aus, als würden die Helden unter der Überzahl untergehen, doch langsam wandte sich das Blatt. Da wurde Eyla heftig gebissen, rutschte aus und schlug sich den Hinterkopf an der Treppe an. Regungslos blieb sie liegen, zum großen Schrecken von Raja, die nun um so verbissener ihr Schwert schwang.

Schlussendlich besiegten die Helden die Ratten und konnten sich nun um Eyla kümmern. Doch jede Hilfe kam zu spät. Die Gnadenschwester war tot. Traurig trugen Raja und Fynn den Körper Eylas hinauf und errichteten einen Scheiterhaufen, um ihre Kameradin ordentlich zu verbrennen. Raja entzündete die Flammen, während Fynn letzte Worte sprach und Eyla laut hustete.

Sofort sprang Raja vor, riss einige Scheite beiseite und zog Eyla aus den Flammen. Die Gnadenschwester lebte noch …

So kann es gehen, wenn Außer Gefecht immer als tot ausgelegt wird. Eyla hatte eben Pech gehabt und Snake Eyes gewürfelt. Da fand ich Betäubungsschaden beim Sturz angemessen. Natürlich hatte sonst niemand einen hohen Wert auf Heilen und dazu kamen ordentlich Abzüge für die Verwundungen, die ja auch Eyla aufwies. Also scheiterten entsprechende Proben und ich konnte diese dramatische Situation einbauen.

Die war an sich auch lustig, denn zu Beginn der Spielsitzung schwelgten wir in alten AD&D-Darksun-Erinnerungen. Da hatte mal einer der Charakter eine Psi-Kraft eingesetzt, die seinen Tod vortäuschte. Und zwar mehrere Stunden lang. Ohne Möglichkeit, sie aufzuheben. Meine damalige Gruppe trennte ordentlich Spieler- und Charakterwissen und nutzte die Möglichkeit, einen der ihren beizusetzen (was sie sonst selten taten, aber nun bot sich eine einmalige Gelegenheit). Das Begräbnis bestand darin, den Toten in einen tiefen, tiefen Schacht zu werfen und einige Steine hinterherzukippen. Anschließend lockten sie noch einen Golem herbei und ließen ihn ebenfalls in die Tiefe stürzen, auf den Charakter drauf. Sicher ist sicher. Hach, das waren herrliche Zeiten …

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