My Little FATE Pony – Daring Doo and The Golden Muffin Tins Of Sugarfell

golden-muffin-tin

Nach dem ein oder anderen FATE-Abenteuer aus meiner Feder (meistens handelt es sich um Wettbewerbsbeiträge), muss irgendwann auch mal ein Spielbericht auf den Tisch. Und um die Aspekte von FATE etwas zu verdeutlichen, hebe ich sie fett hervor.

Eigentlich sollte eine harte Runde Hollowpoint gespielt werden, aber wir waren etwas unterbesetzt. Als Ersatz schlug ich dann FATE vor. Immerhin mag ich es, wenn meine Spieler ihren Regelhorizont erweitern und auch andere Systeme kennenlernen, außer den regelmäßig gespielten Regelwerken – und auch Settings.

Eine My-Little-Pony-Spielsitzung war bei uns bisher immer nur ein lustiger Gag. Also wurde es Zeit, die Sache endlich einmal real werden zu lassen. Denn: Guten Freunden gibt man ein Pony; oder auch zwei oder drei. Immerhin: Friendship Is Magic. Ich selbst habe ehrlich gesagt wenig Ahnung von Ponys (bis auf Immenhof-TV-Erfahrungen der Kindheit und der Erinnerung, dass mir irgendwann mal My Little Pony am Rande über den Weg lief). Also optimale Bedingungen, um ohne Vorbereitung eine Runde zu leiten.

Als System gab es FATE, in einer sehr einfachen Form von FATE2GO. Ich selbst mag es einfach und für einen One Shot ist so ein EASY FATE vollkommen ausreichend. Kurz drübergelesen, zwei Charakterbögen ausgedruckt und dann an die Ponyerschaffung. Schlussendlich entschieden sich die beiden My-Little-Pony-Fan-Girls für Daring Doo und Pinkie Pie. Vor allem das Auswählen der Aspekte war eine lustige Sache, nachdem das Konzept klar war. Da gab es dann auch genug zum Reizen und FATE zu erhalten. Mir ist seit der Spielsitzung natürlich bewusst, dass Daring Doo eigentlich nur ein Roman-Pony innerhalb der Serie ist, also doppelt virtuell. Aber hey, it’s magic!

Vor Spielbeginn musste erst einmal ein wenig das Setting beschrieben werden. Jedenfalls die Ecken, in denen Daring Doo und Pinkie Pie agieren sollten. Zur Vorbereitung hatte ich auf Youtube zehn Minuten einer Folge angeschaut und besaß dementsprechend wenigstens einige Basics. Glücklicherweise kann ich mit ein paar wenigen Informationen halbwegs plausibel etwas generieren. Manchmal jedenfalls.

Als Startpunkt musste Ponyville erhalten, in dem es nur so von Ponys wimmelt, sich alle lieb haben und wilde Partys feiern. Außerhalb des Dorfs liegt der Everfree Forest, ein mysteriöser Wald, Heimat der Timberwolfs und dominiert von gruseligen Baumgesichtern. Die Timberwolfs fand ich spannend. Sie zeichnen sich durch ihr bedrohliches Wolfsgeheul, ihrer holzigen Natur und Block-auf-Block-Bauweise aus. Da war ja auch klar, worum sich das Abenteuer drehen würde: Die Suche nach einem geheimen Schatz, den goldenen Muffinbackformen. Die brauchte nämlich Prinzessin Celestia für eine ganz besondere Hochzeit. Einer der Gründe, warum Twilight Sparkle und Spike derzeit unterwegs waren.

Daring Doo traf also in Ponyville ein, auf der Suche nach den goldenen Muffinbackformen (Golden Muffin Tins). Die sollten sich in den Ruinen von Sugarfell befinden, in den Überresten der legendären Golden Age Bakery. Und wenn jemand ein Fachpony für Muffins sucht, dann geht er ins Sugar Cube Corner, der Bäckerei in Ponyville (Alles backt, Konkurrenzloser Laden und Dick im Geschäft).

Hier war die Arbeitsstätte von Pinkie Pie. Natürlich gab es erst einmal einen leckeren Karottensaft und eine Auswahl köstlicher Muffins. Die beiden Ponys kamen ins Plaudern und das Spiel ins Laufen. Es wurde langsam ziemlich vergnüglich. Sollte es irgendwann nochmals eine entsprechende Runde geben, dann sicherlich mit Karottensaft und Muffins auf dem Tisch. Aber die Plätzchen und der Tee waren auch sehr lecker. Hier meinen herzlichen Dank an unsere Gastgeberin Pinkie Pie!

Jedenfalls kamen Daring Doo und Pinkie Pie überein, gemeinsam nach den Backformen zu suchen. Immerhin war Daring Doo eine Expertin für Abenteuer und Pinkie Pie eine Expertin für Zuckergebäck. Um an weitere Informationen über Sugarfell zu kommen, machten sich die beiden Ponys auf den Weg in die Bibliothek. Allerdings war Twilight Sparkle – die Ponyville Bibliothekarin – unterwegs. Die Bibliothek besaß derzeit die Aspekte Urlaubsvertretung in Urlaub, Tag der offenen Türe und Twilight Sparkle weiß alles.

Während Daring Doo darauf beharrte nicht einbrechen zu wollen, erklärte Pinkie Pie geflissentlich es sei kein Einbruch, wenn die Türe offensteht. Schwupps, waren die beiden Ponys auch schon drin und suchten nach Informationen über Sugarfell. Tatsächlich entdeckte Pinkie Pie einen Brief, in dem Twilight Sparkle erklärte, wo das Buch über Sugarfell zu finden sei und den Besuch von Daring Doo ankündigte. Na, das war ja einfacher als gedacht. Bisher jedenfalls.

Denn bisher waren wir noch beim Aufwärmen und es stand noch aus zu erklären, wie Aspekte gereizt werden konnten. Und zwar so, dass es auch schmerzt und das FATE hart verdient werden muss (ich weiß, es heißt Fatepoints, ist mir aber egal). Also standen die beiden Ponys nach einem kleinen Lauf durch den Wald vor einer breiten Schlucht, mit einer wackligen Hängebrücke, unter der es verdammt tief nach unten ging.

Daring Doo war ja ein Pegasuspony und ging vor, um die Brücke zu untersuchen. Die meisten der Planken waren zum Glück stabil. Allerdings stand auf der anderen Seite der Brücke eine steinerne Pygmäenponystatue mit erhobenem Speer, der eindeutig gezogen werden konnte. Also bot ich fieserweise FATE an, um Daring Doos Scheut sich nicht vor Gefahren zu reizen. Klappte auch wunderbar und einige der Planken kippten in die Tiefe, so dass die Brücke noch den Aspekt Trittsicher ist etwas vollkommen anderes erhielt. Und um ein wenig Dramatik in die Situation zu bekommen, wurde es Zeit für die Timberwolfs – und zwar auf beiden Seiten der Schlucht!

Die Sache sah böse aus, doch Pinkie Pie ließ sich davon nicht entmutigen. Immerhin stand auf der anderen Seite, etwas Abseits, ein knallroter Heißluftballon mit blauem Korb. Von seinem Besitzer keine Spur. Wie kam der bloß dahin? Nun, mittels FATE als neuer Fakt! Aber das wussten die Ponys natürlich nicht. Pinkie Pie hopste einfach los und nutzte dabei ihren Aspekt Hüpfen wie ein Känguru, um über die Brücke zu kommen und den Timberwolfs zu entfliehen. Schon waren beide Ponys in der Luft und Daring Doo zog den Ballon mit der singenden Pinkie Pie hinter sich her nach Sugarfell.

Die Situation machte großen Spaß und ich fügte an dieser Stelle noch einen Zwischenschnitt ein, wie Dr. Whooves hinter einem der Büsche hervorkommt, mit ratlosem Blick und einer Rolle WC-Papier an den Hufen, während die Timberwolfs auf ihn zustürzen. Einfach herzlich …

Daring Doo und Pinkie Pie kamen ihrem Ziel immer näher und vor ihnen ragten bald die Ruinen Sugarfells empor, das einst wie ein leckerer Muffin erbaut war und dessen höchster Turm einer Kirsche mit Stiel glich. Genau auf diesen Turm hielten die Ponys zu. Sugarfell besaß die Aspekte Der Zucker naht, Rolling Stones und Alles Gute kommt von Oben. Ich dachte mir, es wäre an der Zeit Rolling Stones für Daring Doo zu reizen und bot ihr FATE an, falls sie den Ballon an einen lockeren Stein bindet, der in die Tiefe stürzen könnte. Aber das wurde dann doch abgelehnt. Auch in Ordnung. Spätesten wenn den Spielerinnen FATE ausging, würden sie für meine Avancen empfänglicher sein.

Aspekte sind übrigens hervorragende Beschreibungen und Leitmotive. So konnte ich bequem einige Fallen einbauen, die es zu meistern galt. Wie es sich gehört gab es das Rätsel mit den Bodenfliesen, die alle unterschiedliche Motive besaßen. In diesem Falle Zuckergebäck. Allerdings baute ich keine profanen Fallgruben unter die falschen Fliesen, sondern ließ von oben gewaltige Steinstempel runterknallen. Witzigerweise gib es wohl tatsächlich eine Folge, in der Daring Doo über solche Rätselfliesen muss. Da hat wohl noch jemand bei „Indiana Jones“ die Ideen geklaut.

Wenigstens konnte ich hier den Aspekt It’s Party Time von Pinkie Pie reizen, denn mitten auf dem Weg zur anderen Seite stand eine antike Jukebox. Pinkie Pie suchte sich einen Song aus und schon stampften die Stempel allesamt wild den Rhythmus. Das Pony kam trotzdem sicher auf die andere Seite, während es von Daring Doo einen Facepalm gab. Das lag wohl daran, dass Pinkie Pie im Gangnam Style zwischen den Stempeln herumhüpfte.

pinkie-pie-daring-doo

Endlich kamen die beiden Ponys in die Golden Bakery Of Sugarfell. Und da lagen sie auch, die Golden Muffin Tins. Was für ein herrlicher Anblick! Aber es gab noch mehr zu sehen, denn auf einem Podest lag ein dickes Rezeptbuch – und zwar das Große Buch der Cupcakes! Und den Ponys war natürlich klar, dass es garantiert eine Falle geben würde, denn in dem Buch standen Zauberhafte Rezepte und jeder wusste: Cupcakes sind Magie. Zudem besaß das Buch ein dickes Vorhängeschloss. Glücklicherweise hing der Schlüssel an einem schönen Schlüsselbrett, doch der Schlüssel hatte einen Haken. Für Daring Doo kein Problem, denn sie aktivierte den letzteren, neuentdeckten Aspekt kostenlos und hakte einen von Pinkie Pies Proviantmuffins an den Haken, um so den Draht der Falle auf Spannung zu halten (lieber nicht darüber nachdenken). Dann war der Schlüssel auch schon in ihrem Besitz.

Jetzt galt es das Buch in die Hufen zu bekommen. Beiden Ponys war klar, dass das Große Buch der Cupcakes mit einer Gewichtsfalle versehen war. Zuerst war der Plan, das Buch gegen die genau soviel wiegenden Golden Muffin Tins auszutauschen, aber die sollten ja schließlich zu Prinzessin Celestia gebracht werden. Ohne die Golden Muffin Tins zurückzukommen, war sicherlich eine schlechte Idee. Vom Buch war allerdings keine Rede gewesen. Aber die beiden Ponys wollten es trotzdem haben.

Also wurde das Buch gegen einen Berg Muffins ausgetauscht. Pinkie Pie sollte eigentlich das Große Buch der Cupcakes im Notfall auffangen, war aber durch ihren Aspekt Zucker? Zucker? Wo ist Zucker? gerade abgelenkt. Glücklicherweise war Daring Doo geschickt genug, um das Buch vorm Herabfallen zu retten.

Beide Ponys verließen nun die Golden Bakery und machten sich auf den Weg zum Ballon. Zwischenzeitlich war aber die heiße Luft abgekühlt und reichte nur noch aus, um zum nächsten Fluss zu kommen. Das gelang auch mit Ach und Krach. Und schon bald schipperten die beiden Ponys auf dem River of Doom dem Sonnenuntergang entgegen …

War das schon alles? Nein! Es fehlte noch das große Finale, der finale Endkampf, der Endboss! Glücklicherweise hatte ich bereits eine Idee und sich meine Spielerinnen etwas von ihren Lachanfällen erholt. Also konnte ich den gutgelaunten Mädels den Rest geben.

In Ponyville ohne Probleme angekommen (obwohl ich versuchte Daring Doos Aspekt Abenteuerlust zu reizen), liefen die beiden Ponys erst einmal Twilight Sparkle über den Weg, die gerade nach Hause gekommen war und sofort das Große Buch der Cupcakes in Beschlag nahm. Allerdings verschwieg ihr Daring Doo, dass es einen passenden Schlüssel zu dem Bücherschloss gab.

Alle anderen Ponys waren begeistert von der Rückkehr des Duos und so mussten Daring Doo und Pinkie Pie im Sugar Cube Corner von  ihren Abenteuern erzählen. Und zwar ganz ausführlich. Da gab es plötzlich eine laute Explosion in der Bücherei.

Sofort flitzten alle los. Au weh, die ganze Bücherei war von einer dichten Staubmehlwolke umgeben, die sich nur langsam absenkte. Daring Doo und Pinkie Pie baten die anderen Ponys sicherheitshalber zurückzubleiben und stürmten selber vor. Etwas Schreckliches war geschehen!

Twilight Sparkle hatte natürlich versucht das Große Buch der Cupcakes zu öffnen – und zwar ohne Schlüssel, dafür aber mit der Brechstange. Prompt wurde dadurch ein böser Ponydämon befreit, der vor langer Zeit in das Buch gebannt wurde. Nun war er frei: His Dark Milky Shadow – The Shadowcake! Er war eindeutig nicht von dieser Welt, hatte Zucker im Blut und Muffins waren seine einzigen Freunde. Endlich befreit sann er auf Rache. Und erst einmal wollte er sämtliche Ponys aus Ponyville aus dem Weg räumen. Aber dafür musste er an Daring Doo und Pinkie Pie vorbei.

Während Daring Doo im großen Buch der Cupcakes nach einem Rezept zum Bannen von Shadowcake suchte, zog Pinkie Pie ihre kleine Muffin-Bazooka und feuerte auf Shadowcake. Der war ziemlich überrascht und musste einige schwere Treffer einstecken, so dass sich bei ihm zügig die Konsequenzen sammelten. Deswegen hatte er bald Muffins in den Augen und einen Kirschkern im Arsch.

Natürlich konterte Shadowcake mit allem was er hatte und ließ seine fürchterliche Magie durch die Bücherei rollen, so dass auch Pinkie Pie Konsequenzen hinnehmen musste, was zu Zucker zwischen den Pobacken und einem zuckersüßen Blick führte. Die Sache wurde knapp, denn Daring Doo kam nur langsam in dem Buch voran. Die Sache war schwerer als gedacht.

Da warf Pinkie Pie die Bazooka weg und schnappte sich Spikes Flaschen mit Drachenbabymilch (neuer Fakt), um Shadowcake damit zu bespritzen. Das gelang vortrefflich und so hagelte es weitere Konsequenzen. Shadowcake war versumpft in Spikes Drachenbabymilch und langsam wurde es zäh. Zack! Damit war Shadowcake auch schon aus dem Spiel und konnte endlich von Daring Doo und Pinkie Pie eingemacht werden – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ponyville war gerettet, Twilight Sparkle verstaute das Glas mit Shadowcake in der Bibliothek und alle Ponys feierten ein rauschendes Fest, denn friendship is magic.

Und spät am Abend schrieb dann Twilight Sparkle einen Brief an Prinzessin Celestia, in dem sie davon berichtete gelernt zu haben, dass Bücher und Brecheisen zwar mit B anfangen, aber ansonsten nicht zusammenpassen …

daring-doo-spike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.