Taysals Abenteuerland

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Archiv für die 'Deadlands: Reloaded' Kategorie


Abenteuerdownload - Der stärkste Mann der Welt

Erstellt von Taysal am 11. Januar 2010

Nach einigen Wochen des Schlendrians gibt es neues Material in meinem Abenteuerland. Ein weiteres Szenario für meine “Marcus Lane’s Incredible Circus”-Handlungs-Szenarien-Kampagne (ppc/ppk). Ich habe es geschafft und die Daten nun doch mal ins Reine getippt. Somit steht der nächste Download für Deadlands: Reloaded bereit. 2 Seiten, PDF und 134 KB groß.

Klick mich Marshal!

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Deadlands: Reloaded - Büffelgeister

Erstellt von Taysal am 9. November 2009

Endlich war ein wenig Ruhe in Steins eingekehrt und die Bürger konnten aufatmen. Sheriff Quinn und seine Leute vermittelten ein Gefühl der Sicherheit und das Aufgebot beschloss, auch im Umland nach dem Rechten zu sehen. Also aufgesessen und losgeritten. Erstes Ziel war die Sandhunter-Farm, auf der Freunde der Amigos lebten: Bill Sandhunter nebst Familie.

Bill war erfreut das Aufgebot zu sehen. In der Nähe seiner Farm hatte er am Tag zuvor einen überfallenen Treck entdeckt. Alle Menschen waren tot und in den Resten hatte ein Indianer herumgesucht. Bill Sandhunter hatte sich an die Rothaut herangeschlichen und sie bewusstlos gehauen. Der Farmer wollte den Mörder eigentlich aufknüpfen, aber da der Sheriff nun mal da war, sah das nach einem Job fürs Aufgebot aus.

Quinn misstraute der Vorverurteilung und Keezheekoni ging zu dem Indianer, um ihn zu befragen. Bei dem stolzen Mann handelte es sich um den Schamanen Lachendes-Kalb, der schnell Vertrauen zu seiner jungen Stammesschwester fasste. Er berichtete von einer alten indianische Kultstätte, die versehentlich von einer Handvoll Indianer geöffnet worden sei. Die darin gefangenen Büffelgeister hatten Besitz von den Unglücklichen ergriffen und deren Körper zu grausamen Kreaturen verändert, die nun mordend über das Land zogen. Er, Lachendes-Kalb, und seine Leute hatten die Geister verfolgt, mussten sich aber trennen, da sich auch die Spuren der Besessenen getrennt hatten. Es sei die heilige Pflicht die Geister aufzuhalten und nur ein Schamane wäre dazu in der Lage.

Für Keezheekoni klang die Geschichte nachvollziehbar, doch Quinn, Smith, Ming und Riggs hatten ihre Zweifel. Also suchten sie zuerst den überfallenen Treck auf. Die Spuren dort bestätigten die Geschichte von Lachendes-Kalb. Also beschloss das Aufgebot dem Schamanen zu helfen. Bill Sandhunter war zwar noch immer misstrauisch, gab aber schlussendlich nach. Der Plan sah nun vor, dass das Aufgebot den Spuren vom Treck aus folgen würde, während Lachendes-Kalb nach seinen Leuten suchte und mit diesen nachkäme. Zuvor unterrichtete er Keezheekoni in einem schamanistischen Ritual, das böse Geister schwächen sollte. Doch bei dem Ritual war ein Schamane auf Hilfe angewiesen, dem zum Duft einer Kräuterfackel musste ein heiliger Gesang angestimmt werden, auf den man sich vollends zu konzentrieren hatte.

Nun wurde aufgesessen und den Spuren gefolgt, die in Richtung Berge führten. Keezheekoni wurde ganz mulmig in der Magengegend, denn nach einiger Zeit schlossen sich unterschiedliche Spuren zu einer großen Fährte zusammen, die in Richtung eines Indianerfriedhofs führten. Was hatten die Büffelgeister nur vor?

Zugang zum IndianerfriedhofNach Anbruch der Dunkelheit erreichte das Aufgebot den Zugang zum Indianerfriedhof. Alles war still und dunkel. Nur Sheriff Quinn leuchtete seinen Amigos mit seiner Laterne heim. Plötzlich wurden die Tiere nervös und richtete die Ohren auf. Auch das Aufgebot spürte, dass sich etwas näherte - und dann waren sie heran: aus der Dunkelheit brachen zwei Büffelgeister hervor; großgewachsene Stammeskrieger, auf deren Schulter wild schnaubende Büffelköpfe saßen. In vollem Lauf rammten sie die Pferde des Aufgebots und warfen die Tiere problemlos um. Damned, das waren kräftige Viecher!

Sofort wurden die Waffen gezogen und es entbrannte ein heftiger Kampf. Während Keezheekoni die Fackel entzündete und mit ihrem Gesang den Geistern einen Teil ihrer Kraft nahm, eröffneten die anderen Mitglieder des Aufgebots das Feuer gegen diesen indianischen Schrecken. Doch trotz der vereinten Feuerkraft wollten die Kreaturen nur schwerlich niedergehen. Riggs und Quinn bekamen einige heftige Schläge ab und gingen Zwischenzeitlich zu Boden. Es sah schlecht aus, doch da griffen Stammeskrieger in den Kampf ein, die von Lachendes-Kalb ausgeschickt wurden. Mit vereinten Kräften zwangen sie den ersten Büffelgeist in die Knie und erschlugen ihn, doch aus seinem Mund löste sein ein fahler Glanz und drang dem nächststehenden Krieger in den Rachen, der sich daraufhin ebenfalls zu einem Büffelgeist verwandelte.  Glücklicherweise war er geschwächte und konnte augenblicklich erledigt werden. Jedenfalls schienen diese Monster noch gefährlicher als angenommen.

Um eine Erfahrung reicher wurde nun der verbliebene Büffelgeist umringt und mit Messern und Tomahawks traktiert, bis er fauchend zu Boden ging und sein leben aushauchte. Auch hier versuchte der Geist einen neuen Wirtskörper zu finden, doch der besessene Indianer bekam eins auf den Hinterkopf und wurde ohnmächtig. Auch das verhinderte die Übernahme durch den Geist.

Das Aufgebot hatte einen Teilsieg errungen. Zwei von Fünf Geistern hatten sie erledigt, doch noch immer waren irgendwo in der Dunkelheit diese Schrecken unterwegs. Also beschlossen die Amigos sich erst einmal auf den Indianerfriedhof zurückzuziehen. Keezheekoni musste auch eine neue Fackel anfertigen, um für den nächsten Kampf gewappnet zu sein.

Das Aufgebot verschanzte sich nun am Eingang des Indianerfriedhofes. Ming und Smith beschlossen zur Rückseite des Tals zu gehen und dort nach einem Ausgang zu suchen, während die anderen zurückblieben. Quinn und Riggs begannen nach einiger Zeit ein munteres Gespräch, in dessen Verlauf sie einige derbe Scherze über Indianer machten. Das erzürnte wiederum die stolzen Rothäute, die sich unter Führung von Grabender-Hund ebenfalls zur Rückseite des Tals zurückzogen. Auch Keezheekonis Beteuerungen der Sheriff sei nur dumm, ließ die Indianer nicht bleiben. Stattdessen gaben sie den beiden Bleichgesichtern Riggs und Quinn Schmähnamen: Dummes-Schwein und Feiger-Esel.

Riggs zuckte mit den Schultern und legte sich erst einmal aufs Ohr. Er wollte beim nächsten Angriff ausgeschlafen sein. Keezheekoni und Quinn beschlossen Wache zu halten, doch die junge Indianerin war zu erschöpft und schlief ein. Der Sheriff leuchtete mit seiner Lampe in die Dunkelheit. Er wusste irgendwo da draußen lauerten diese komischen Indianer. Irgendwo da draußen saßen sie und starrten zu ihnen hinab. Irgendwo da draußen … und dann bekam der Sheriff einen Schlag in den Nacken.

Die Büffelgeister hatten sich aufgeteilt. Einer von ihnen war von der Seite ins Tal geklettert und hatte sich in Quinns Rücken geschlichen, um den unaufmerksamen Doc hinterhältig zu erschlagen. Der fiel zwar auch auf die Nase und sah Sternchen, aber sein harter Kopf hatte ihn vor schlimmeren Verletzung bewahrt. Sofort waren auch Riggs und Keezheekoni wieder auf den Beinen. Die Schamanin erkannte die Dringlichkeit der Situation, entzündete sofort ihre Kräuterfackel und begann mit dem Singsang. Riggs, als wahrer Texaner, eröffnete das Feuer. Doch mehr als einen Kratzer bekam er nicht hin, da war der Büffelgeist auch schon heran und traktierte ihn mit Schlägen und Kopfstößen. Verzweifelt zog der Mann sein Messer und stach auf das Monster ein, aber die kurze Klinge richtete keinen Schaden an. Stattdessen zerdrückte ein weiterer gewaltiger Kopfstoß des Büffelgeistes Riggs’ Schädel und der Texaner ging augenblicklich zu Boden, wo er sein Leben aushauchte.

Quinn bedauerte den Tod seines Kameraden, nutzte aber die Gelegenheit für einige gezielte Schüsse. Tatsächlich traf er den Büffelgeist tödlich. Der fahle Glanz verließ auch hier den Körper, doch Keezheekoni und Quinn waren gewarnt. Sie hielten sich Nase und Mund zu, boten dem Geist keinen Weg in ihren Körper und so verging die Kreatur. Blieben noch zwei.

Quinn und Keezheekoni packten schnell ihre Sachen zusammen und machten sich nun ebenfalls auf den Weg zur Rückseite des Tals. Vielleicht brauchten ihre Kameraden Hilfe. Die beiden schlichen oberhalb eines Hohlwegs entlang, als sie plötzlich laute Rufe und Schreie hörten. Schon kamen einige der Indianer panisch durch den Hohlweg gelaufen. Als sie Quinn passierten riefen sie ihm eine Warnung zu und der Sheriff nahm ebenfalls die Beine in die Hand. Hinter ihnen rauschte auch schon ein weiterer Büffelgeist entlang.

Keezheekoni entzündete nun die Fackel. Sie wusste, dass der Geist aufgehalten werden musste. Die Schamanin stieß den Ruf einer Eule aus um den Kriegern zu signalisieren, dass sie den Kampf suchen sollten, dann beschwor sie ihre Geisterwölfe. Der Büffelgeist beendete seine Verfolgung und wandte sich nun Keezheekoni zu, deren Singsang ihn schwächte. Die Wölfe waren für das Monster keine Bedrohung, hielten es aber lange genug auf, bis Quinn und die Indianer zurückkehrten und das Feuer eröffnen konnten. Diesmal waren die Trümpfe auf ihrer Seite und nur wenige Augenblicke später war auch dieser schreckliche Geist vernichtet. Blieb noch einer.

Dem Aufgebot stand nun der Sinn danach den Spieß umzudrehen. Anstatt sich von dem Büffelgeist jagen zu lassen, machten sich alle auf die Suche nach der letzten Kreatur. Diese hatte sich in einen abgelegenen Teil des Friedhofes zurückgezogen und stieß merkwürdige Laute aus. Leise schlichen Keezheekoni, Quinn und die Indianer heran. Diesmal war der Überraschungsmoment auf ihrer Seite, doch der Büffelgeist war nicht alleine. Er hatte seine unnatürliche Macht genutzt und die Überreste eines Bären wieder zurück ins Leben geholt. Es sah grausig aus, doch der Sheriff hatte von grausigen Dingen die Nase voll.

Der Bär bekam eine Breitseite in seinen Wanst geschossen und kippte tot um, während die Indianer mit gezielten Pfeilschüssen den Büffelgeist von denen Beinen holten. Diesmal war es noch schneller gegangen. Übung, Mut und Trotzigkeit hatten den Sieg errungen - eine gute Portion Glück ebenfalls.

Keezheekoni und Quinn nahmen nun Riggs Leiche auf, verabschiedeten sich von den Indianern und machten sich auf den Weg nach Hause. Sie hofften dort Smith und Ming zu treffen, die in der Dunkelheit verschwunden waren …

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Abenteuerdownload - Die Meerjungfrau

Erstellt von Taysal am 30. Oktober 2009

Den Auftakt zu der von mir in Arbeit befindlichen (wip) “Marcus Lane’s Incredible Circus”-Szenarien-Kampagne (ppc/ppk) für “Deadlands: Reloaded” macht “Die Meerjungfrau”. Das Abenteuer lässt sich aber auch ohne diesen Zusammenhang spielen. Es bietet eine wunderschöne Untote, die im Weird West mit ihren Ertrunkenen Toten für Angst und Schrecken sorgt. Am Ende hat das Aufgebot vielleicht sogar Angst sich zu waschen - man weiß ja nie …

Das Abenteuer steht als Download im PDF bereit, mit einer Dateigröße von 120 KB und einem Umfang von 2 Seiten: Klich mich, Marshal!

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Abenteuerdownload - Der Schatz im Silberberg

Erstellt von Taysal am 29. Oktober 2009

Der Titel “Der Schatz im Silberberg” lässt bereits erahnen, dass sich dieses “Deadlands: Reloaded”-Abenteuer ein wenig an Karl Mays “Winnetou I” anlehnt (adaptiert und verfilmt als “Der Schatz im Silbersee”). Auch hier dreht es sich um einen skrupellosen Gauner der davon ausgeht, dass jeder Indianer irgendwo einen großen Schatz verborgen hat. Um an diesen Schatz zu kommen geht der Schurke über Leichen. Hier betritt nun das Aufgebot die Bühne. Im Idealfall stehen sie den Indianer bei, aber vielleicht wollen sie auch selber den Schatz im Silberberg finden und so verdammt reich werden …

Das Abenteuer steht als Download im PDF bereit, mit einer Dateigröße von 112 KB und einem Umfang von 2 Seiten: Klick mich, Marshal!

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DL:R - Biss zum Erbrechen

Erstellt von Taysal am 11. Oktober 2009

Helena in Montana, eine junge und aufstrebende Stadt kurz vor Winterbeginn des Jahres 1879. Treffpunkt einiger tapferer Gesellen, die aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt stammten und die das Schicksal hier zusammenführte.

Der junge Karl May kam aus Deutschland und wollte die Staaten besuchen, um Abenteuer zu erleben und Reiseerzählungen zu verfassen. Mit reinem Herzen, einer sauberen Weste und nur wenig Ahnung verdiente er den Titel Greenhorn zurecht. Mit vollen Koffern in beiden Händen marschierte er von der Postkutschenstation zum Saloon, um sich dort einen Eindruck über Land und Leute zu verschaffen.

Auch die junge Ordensschwester Andorra war gerade in Helena eingetroffen. Jedenfalls gab sich Andorra als Schwester aus und trug ein Ordenshabit, allerdings war die Neunzehnjährige ein faules Früchtchen und wurde wegen Unterschlagung, Diebstahl und Urkundenfälschung gesucht. Sie hoffte im abgeschiedenen Montana untertauchen zu können, bis Gras über ihre Vergehen wuchs.

Auch Lmbumba Babbi hatte es nach Helena verschlagen. Sie stammte aus dem feuchten und heißen New Orleans und war eine Voodoopriesterin. Sie hatte ihrer Neugierde nachgegeben und wollte sehen, wie es in kühleren Regionen war. Vor allem hatte sie von Schnee gehört und wollte sich das weiße Zeug anschauen. Bereits in der Postkutsche hatte sich Lmbumba mit Andorra angefreundet und die vermeintliche Ordensschwester nach Strich und Faden ausgefragt.

Während diese drei Menschen gemeinsam mit der Postkutsche angekommen  und auf dem Weg in den Saloon waren, hatte sich dort bereits der stille Crow Tshe-Tonwaka-Wamani eingefunden. Der stolze Krieger war auf der Suche nach einem Major Conrad Fox, den er für dass Massaker an seinem Dorf verantwortlich machte. Ein Massaker, bei dem Frau und Kind des Indianers abgeschlachtet wurden.

SaloonTshe-Tonwaka-Wamani, was übersetzt so viel wie “Habicht der im Gehen jagt” bedeutet, erkundigte sich nun beim Bartender des Saloons nach Major Fox und dessen Trupp desertierte Blaujacken. Fox selbst hatte Helena in den letzten Wochen gemieden, aber einer seiner Jungs schaute manchmal herein. Auf den wollte Habicht lauern und bestellte sich ein Glas Wasser.

Mister May hatte es sich derweil in einer der Ecken gemütlich gemacht und beobachtete den Crow. Für den Deutschen sah es nun so aus, als würde der Indianer öfter in Salooons verkehren und den Brandy wie Wasser trinken. Das deckte sich mit den Berichten, die er an der Ostküste bereits gehört hatte. Während sich der angehende Schriftsteller nun eifrig Notizen machte, steuerten Andorra und Lmbumba zu einem der Tische, an denen Poker gespielt wurde.

Leutselig bat Andorra darum, einmal mitspielen zu können. Topper Smith und seine Jungs lachten. Sie waren damit einverstanden. Schon stieg Andorra in die Partie ein, rauchte dabei gemütlich eine Zigarre und trank Brandy. Allerdings verhagelte ihr Lmbumba das Spiel, denn die neugierige Schwarze hatte von Poker keine Ahnung und fragte nach, was die Karten der Ordensschwester bedeuten würden. Die Sache verschlechterte sich, als die Voodoopriesterin auch einen Blick in Smiths Karten warf und ausplauderte, was der Kerl auf der Hand hatte.

Topper Smith war ziemlich wütend darüber und stellte die Schwarze zur Rede. Es sah ganz so aus, als würde er auf die beiden Frauen losgehen. Das sprach Karls Ritterlichkeit an und der Deutsche ging dazwischen. Auch Tshe-Tonwaka-Wamani kam nun hinzu, um sich für die beiden Frauen einzusetzen, sehr zum Verdruss von Topper Smith. Der entschuldigte sich und verließ mit seinen Jungs den Saloon. Kurz darauf stürmte ein Mann von der Straße herein und erzählte laut, dass sich jemand mit Smith angelegt hätte und der nun Draußen stünde, um diesen Jemand umzulegen.

Die Tänzerinnen flohen nun in ihre Zimmer und der Bartender tauchte hinter seiner Theke ab. Nun war guter Rat teuer, denn einen Hinterhalt sollte man immer ernst nehmen. Lmbumba und Andorra warfen einen Blick durch die Hintertüre. Dort standen bereits ein paar Burschen mit ihren Gewehren und versperrten den Weg. Die Voodoopriesterin marschierte also nach oben und suchte sich ein Zimmer mit Fenster nach vorne raus. Tatsächlich, da stand Topper Smith und gab seiner Bande Anweisungen.

Lmbumba beschloss dem alten Spieler eine Warnung zukommen zu lassen. Vielleicht würde er dann ablassen. Als Smith gerade über die Straße ging, um Stellung im Hinterhalt zu beziehen, schoss die junge Schwarze eine gezielte Pistolenkugel runter und schrammte am Arm des Mannes vorbei. Smith schrie auf, hielt sich den blutenden Arm und war einen Augenblick benommen. Just in dem Augenblick wurde er von einer Postkutsche getroffen.

Sofort stürmten alle auf die Straße. Lmbumba war bestürzt, denn damit hatte sie keinesfalls gerechnet. Für Topper Smith kam leider jede Hilfe zu spät. Seine Jungs packten ihn und zogen von dannen. Dieses Ereignis hatte jedenfalls die Aufmerksamkeit von Stanley Miller erregt, einem Agenten Iron Dragons. Angetan vom Tatendrang der Leute und in Ermanglung anderer Arbeitskräfte, eröffnete Miller ein Angebot.

Fünfzig Dollar, Ausrüstung und freie Fahrt seien drin, würde man einschlagen und sich von Iron Dragon in den Dienst nehmen lassen. Miller erklärte, dass die Eisenbahn ihr Streckennetz in den Rockys am ausbauen sei. Im nächsten Frühjahr wolle man von Osten her an Helena anschließen und von Butte City aus weiter nach Westen vordringen. Allerdings stünde noch nicht fest, was für eine Westroute gelegt würde und so seien Vermessungstrupps unterwegs. Alle bis auf einen Trupp waren nun zurück und die Gesellschaft machte sich Sorgen um ihre vermissten Arbeiter.

Die vier jungen Leute  ließen sich die Sache durch den Kopf gehen und sagten schlussendlich zu. Jeder hat seine Gründe die Reise auf sich zu nehmen und die Bezahlung klang gut. Also wurde ein Aufgebot beschlossen und sich Abends am Bahnhof  getroffen. Hier hing zu Andorras Leidwesen ein Streckbrief mit ihrem Konterfei aus, den Karl wohlweislich einsteckte. Er hatte der Ordensschwester bisher misstraut und fühlte sich nun bestätigt. Tshe-Tonwaka-Wamani war das egal, denn er hatte die Spur von Fox’ Mann aufgenommen, der ebenfalls nach Butte City unterwegs war. Der Indianer wollte den Mann belauern und sehen, ob er weitere Informationen erhalten würde.

Mit dem Zug ging es nun von Helena aus auch nach Butte City. Die Stadt wurde in den frühen Morgenstunden erreicht und erst einmal wollten sich alle die Beine vertreten, bevor sie ihren Kontakt aufsuchten. Tshe-Tonwaka-Wamani nutzte die Gelegenheit, um seinen Mann in einer ruhigen Minute von hinten zu greifen und gegen die Wand zu drücken.

Der Cowboy war von dem plötzlichen Angriff überrascht und auch eingeschüchtert. Verängstigt bat er um Milde und erzählte bereitwillig, was er wusste. So hatte er sich von Fox Anfang des Jahres getrennt, da der Major in die Rockys wollte und einige seiner Jungs keine Lust hatten, in den Bergen ihr Leben für einen Plan zu riskieren, der nur in Fox’ Kopf existierte. Allerdings hielt der Major losen Kontakt zu seinen Leuten und tauchte öfter mal in Butte City oder Boulder auf. Tshe-Tonwaka-Wamani hatte genug gehört und ließ den Cowboy laufen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Crow seinem Feind gegenüberstand und Rache nehmen konnte. Doch jetzt musste erst einmal nach dem Vermessungstrupp gesucht werden.

Etwas außerhalb von Butte City lebte der Fallensteller und Trapper Joshua Johnson. Er war ebenfalls für Iron Dragon im Dienst und hatte die Aufgabe übernommen, das Aufgebot auszurüsten, ein Stück des Wegs zu geleiten und die Einzelheiten zu erklären. So würde Johnson die Truppe bis zum Eingang des Wise-River-Valleys bringen. Von dort aus sollte das Aufgebot dem Fluss folgen und würde nach einigen Kilometern auf das Lager des Vermessungstrupps stoßen. Bis zum Abend könne man das Lager erreichen.

Wiser River verschneitNach einem herzlichen Abschied von Johnson folgte das Aufgebot dem Wise River. Vor einigen Tagen hatte es bereits geschneit und tiefer es in die Rockys ging, um so tiefer wurde auch der Schnee und das vorankommen schwerer. Am späten Nachmittag war man zwar schon nahe am Lager heran, doch würde man es sicher erst weit nach Anbruch der Dämmerung erreichen. Bei der klirrenden Kälte kein angenehmer Gedanken in dieser weißen Einsamkeit.

Da war plötzlich ein Schatten zu sehen, der über den Boden glitt. Alle hoben den Kopf und sahen zu einem kleinen Luftschiff auf, unter dem ein Schild baumelte: “Frederic Longdong’s Healing Potions”. Es sah nach einem Quacksalber mit technischem Verstand aus, der in sicherer Höhe seiner Wege zog. Freundlich rief er ein paar grüßende Worte nach unten und ließ eine Flasche seines Wunderelixiers fallen, bevor er sich empfahl.

Erneut ging der Ritt weiter durch die einsame Gegend. Einzig das Heulen der Wölfe brachte etwas Abwechslung. Tshe-Tonwaka-Wamani erklärte, dass die Tiere wahrscheinlich auf der Jagd seien, Menschen aber nie angreifen würden.Just in diesem Augenblick brach ein Wolfsrudel aus dem Wald hervor und hielt auf die freie Fläche zwischen Ufer und Waldrand zu. Lmbumba bekam aufgenblicklich Panik, denn sie hatte ein unheilvolles, rotes Funkeln in den Augen der Tiere gesehen. Auch der Indianer musste nun zugeben, dass sich die Tiere ungewöhnlich verhielten.

Noch während die Wölfe heranjagten, eröffnete das Aufgebot das Feuer und streckte die ersten Viecher auf große Entfernung nieder. Andorra stürmte auf die Wölfe zu und ließ ihr geschärftes Kruzifix an der Kette durch die Luft sausen, um mehrere der Tiere zu erledigen, während Lmbumba einen großen Schreckenswolf zu ihrem Schutz beschwor und Karl mit seinem Bärentöter schoss. Tshe-Tonwaka-Wamani ließ seinen Bogen fallen und erlegte den letzten Wolf mit seinem Tomahawk. Das war einfacher vonstatten gegangen als gedacht. Doch plötzlich bemerkten der Crow und der Deutsche ein zunehmendes Hungergefühl. Vor allem Karl bekam beim Anblick der Wolfskadaver einen starken Drang, seine Zähne in das warme, blutige Fleisch der Tiere zu schlagen - doch erst einmal begnügten sich die beiden Männer mit dem Proviant und knabberten vom Hafer der Reittiere. Lmbumba Babbi bemerkte ein rötliches Funklen in den Augen von Tshe-Tonwaka-Wamani und Karl May, was bei ihr wiederum für Panik sorgte.

Die Reise ging weiter, das Lager war nur noch wenige Kilometer entfernt. Doch kurz vorher traf das Aufgebot auf eine Öffnung im Wald, in der drei Hasen auf dem Schnee kauerten und sich an einigen roten Beeren gütlich taten. Tshe-Tonwaka-Wamani legte seinen Bogen an, denn ihm stand der Sinn nach Hasenbraten. Das galt auch für Karl und unter Protest der vegetarischen Voodoopriesterin wurde der erste Nager erlegt - und die beiden anderen Klopfer fielen augenblicklich über ihn her. Das war kein angenehmer Anblick!

Wie die Wölfe, so benahmen sich auch die Hasen abartig. Das galt ebenfalls für den Deutschen May, der sich gierig mit den Hasen um die Beute stritt, während der Crow auch die zwei verbliebenen Tiere erlegte. Irgend etwas merkwürdiges ging hier vor - und weder das Hasenfleisch, noch das von ihnen zerfleischte Streifenhörnchen (denn es waren keine reifen Beeren, die von den Häschen gefressen wurden) sättigten die Männer im Aufgebot. Deren Sinn stand nach Fleisch. Während Tshe-Tonwaka-Wamani sich aber noch mit Hafer zufrieden gab, da der Proviant aufgebraucht war, trachtete Karl seinem Maultier nach dem Leben. Das wiederum brachte Lmbumba und Andorra gegen ihn auf, die Schlimmes ahnten. Nach einem kleinen Streit mit dem deutschen Schreiberling, ging es weiter.

Um Mitternacht erreichte das Aufgebot endlich das Lager der Iron-Dragon-Arbeiter. Doch es war verwüstet und von den Menschen keine Spur. Nur Knochen und die Überreste eines Lagerfeuers zeugten davon, dass hier noch vor Kurzem Leute gerastet hatten. Allerdings gab es neben den Tierknochen auch Menschenknochen. Was war bloß geschehen? Niemand kannte zu diesem Zeitpunkt die Antwort, doch allen war Unwohl in ihrer Haut… Und da erschoss Karl sein Maultier.

Es brach Tumult aus und danach lauschten alle in den stillen, kalten Wald hinein. Tshe-Tonwaka-Wamani glaubte ein Kind weinen und Metall leise aneinanderklirren zu hören, doch vielleicht war es nur eine Täuschung der überstrapazierten Nerven. Aber nein, tatsächlich, da war jemand im Wald - einer der Arbeiter: Elias.

Das Aufgebot zwang Elias aus dem Wald und erkannte schnell, dass der Mann bei schwachem Verstand war und nach Menschenfleisch gierte. Karl nutzte das aus, um Elias Andorra schmackhaft zu machen, nach dem der Verrückte beinahe Lmbumbas Zeigefinger abbiss. Glücklicherweise hatte Andorra noch die Flasche Wundertinktur bei sich und dachte darüber nach, ob das Zeug Elias helfen könne. Erstaunt las die falsche Ordensschwester auf dem Etikett, dass das Mittelchen auch gegen starken Hunger half. Also gab es für jeden einen ordentlichen Schluck aus der Pulle. Und siehe da, es schmeckte so übel, dass der Hunger tatsächlich erst einmal verdrängt wurde. Selbst Elias bekam sich wieder ein wenig unter Kontrolle, doch niemand wusste was er mit dem Großen, den Anderen und den Geistern meinte. Klar war jedoch, dass es weitere Überlebende gab und diese wohl großen Appetit auf Menschenfleisch hatten. Und des Rätsels Lösung lag wohl Jenseits des Lagers, weiter oben hinter dem kleinen Waldstück.

In diesem Augenblick war von südlich der Rockys ein unheimliches Heulen zu hören. Elias sackte augenblicklich in sich zusammen und verlor fast gänzlich den Verstand. Es war unmöglich, mit ihm noch zu reden. Da beschloss Tshe-Tonwaka-Wamani es sei an der Zeit, um nach dem weinenden Kind zu schauen und der Bedrohung im Wald entgegenzutreten. Jetzt stand Karl auf und begann eine ergreifende Rede zu halten, appellierte an die zwischen den Bäumen Verborgenen. Und tatsächlich, seine Herzen rührten die Herzen der verdorbene und die überlebenden, dem Kannibalismus anheim gefallenen Arbeiter traten hervor.

Zögerlich näherten sie sich dem Aufgebot, aber keineswegs feindlich. Karl Mays Worte hatten sie ergriffen. Übel zugerichtet sahen sie aus und wirkten trotz allem gefährlich. Obwohl sie sich friedlich verhielten, brannte in ihnen dennoch der Hunger nach Fleisch. In der Hoffnung einen Bissen abzubekommen, plauderten sie auch munter darauf los und erzählten davon, dass der Große ihre Meute führen würde und er Angst vor den Geistern hatte, die sich an seinem Lager herumtrieben.

HütteDas Aufgebot fasste sich nun ans Herz und machte sich auf den Weg durch das Waldstück. Dahinter gelangten sie auf einige eingefallene Holzhütten und folgten einem Pfad ein Stück hinauf, bis sie zu einer weitere Hütte gelangten. Vor der Hütte stand ein Baum, daran baumelten leere Glasflaschen, in denen sich der Wind fing und von denen das unheimliche Weinen stammte. Lmbumba wusste, dass es sich um einen Aberglauben handelte, der Geister abhalten sollte. Sie und Karl blieben nun vor der Hütte stehen und hielten Wache, während Andorra und Tshe-Tonwaka-Wamani im Inneren nach weiteren Hinweisen suchten. Da erspähten die Augen des Deutschen im Wald eine große Kreatur, die sich mit großen Schritten näherte und auf die Hütte zuhielt: Ein Wendigo!

Die falsche Ordensschwester und der junge Stammeskrieger hatten im Inneren ein grausiges Bild aus Blut und Körperteilen vorgefunden und der Schreck war ihnen in Mark und Bein gedrungen. Da bemerkten sie plötzlich, wie sich die Körperteile zu regen anfingen und auf sie zukrochen. Der Schrecken war heimgekehrt!

Karl machte seinen Bärentöter bereit. Er und Lmbumba sahen, wie sich aus dem Schnee die Erfrorenen erhoben, um ein schändliches Mahl zu sich zu nehmen. Die Voodoopriesterin hatten von solch erfrorenen Toten schon gehört und schlug einem der Monster ihre Fackel auf den Kopf. Der Deutsche erwartete dagegen seelenruhig den Wendigo. Die drohende Gefahr verschaffte ihm scheinbar zusätzliche Kräfte. Er schoss auf den herannahenden Wendigo, verfehlte, ließ das Gewehr fallen und riss sein Bowiemesser hervor, verfehlte damit ebenfalls, machte einen Schritt zur Seite und schlug mit der Faust einen der wandelnden Toten um.

Tshe-Tonwaka-Wamani eilte nun aus der Hütte, um seinen Gefährten beizustehen. Als er den Wendigo sah, bekam es es mit der Angst zu schaffen und rannte wieder ins Haus zurück. Lmbumba erledigte den letzten Toten und sah mit schreckensgroßen Augen, wie der Wendigo mit zwei Hieben Karls Brust aufriss und der Deutsche tot zu Boden fiel. Das Monster kümmerte sich nicht um die Voodoopriesterin, sondern setzte dem Indianer in die Hütte nach.

Lmbumba erinnerte sich an die vielen Gespräche mit ihrer Großmutter und auch daran, dass sie mal über Wendigos gesprochen hatten. Heißer Talg in den Rachen geschüttet sollte solch ein Monster endgültig bezwingen. Glücklicherweise hatte Lmbumbas Großmutter ihr eine besonders schnell schmelzende Talgkerze mitgegeben. Die Voodoopriesterin holte die in einer Tasse steckende Kerze hervor und begann sie mit der Fackel zu schmelzen. Tatsächlich, innerhalb weniger Sekunden verflüssigte sich der Talg.

Während Andorra ein Stück zurückblieb und die Körperteile mit ihrem Kreuz erledigte, hielt Tshe-Tonwaka-Wamani den Wendigo mit seinem Tomahawk in Schach. Der Indianer machte einen Satz nach vorne und hieb dem Monster eine tiefe Wunde. Laut fauchend und mit gefährlich aufgerissenem Maul drehte sich der Wendigo von seinem Gegner weg und - wurde Opfer von Lmbumbas heißer Tasse Talg. Die Priesterin hatte sich geschickt gestellt und nutzte die Gelegenheit. Laut gurgelnd wankte der Wendigo ins Freie und ging in die Knie. Die Flaschen am Baum zerplatzten und die darin gefangenen Geister seiner Opfer jagten in ihn hinein, um den Wendigo zu vernichten und seine verdorbene Seele in die Hölle zu reißen. Es war vorbei, das Aufgebot hatte das Monster besiegt und somit auch den Fluch von dem Landstrich genommen.

Lmbumba kümmerte sich nun um Karl. Der Deutsche lebte zum Glück noch, doch die Verletzungen waren tief und würden sicherlich nie ganz verheilen. Schnell machten sie eine Trage bereit und brachten ihn dann zum Lager der Arbeiter zurück. Diesen war als seinen sie aus einem bösen Traum erwacht, an den sie sich aber mit Abscheu erinnern konnten. Es war schrecklich, doch es war nicht rückgängig zu machen. So ging es am nächsten Tag mit zwiespältigen Gefühle nach Butte City zurück …

“Biss zum Erbrechen” (copyvoodoo by und mit freundlicher Benutzung als Titel von Lmbumba)

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Deadlands: Reloaded - 3 Minutes to Midnight

Erstellt von Taysal am 6. Oktober 2009

Das Aufgebot kehrte nach Steins zurück und ein jeder ging seinen Geschäften nach. Die Stadt wirkte duster und ihre Einwohner schienen mit Hoffnungslosigkeit geschlagen oder waren leicht zu reizen. Da kam es allen nur recht, dass das “La Baguette” Abends seine Pforten öffnen und zum Spiel kostenlosen Brandy reichen würde. Das lockerte die Stimmung etwas auf. Doch bis zur Eröffnung waren es noch ein paar Stunden hin. Stunden, in denen das Aufgebot die Augen offenhielt.

Dunkle WolkenErst einmal war da die Düsternis über Steins, auf die nur wenige Menschen achteten. Ein Blick zum Himmel ließ schwere Wolken erkennen, die sich über bestimmte Gebäuden verdichteten und - mit dem Black-Soul-Saloon im Mittelpunkt - zu einem Wirbel ballten. Neugierig verwandelte sich Keezheekoni in einen Vogel und erhob sich in die Lüfte, um das merkwürdige Gebilde aus der Nähe zu beschauen. Erschrocken erkannte die Mescaleroschamanin, dass diese Wolken aus unzähligen Heuschrecken bestand. Etwas Böses ging hier vor!

Die Indianerin flatterte wieder hinab und berichtete Doc Quinn von ihren Beobachtungen. Wie üblich hielt er die Erzählungen der weißhaarigen Schamanin für übertrieben. Der Doc wollte sich lieber mit Reverend Bishop treffen und die neue Kirche begutachten, für deren Bau er eine ordentliche Stange harte Dollars gezahlt hatte.

Tatsächlich war die kleine Kirche fertiggestellt und der Reverend war damit beschäftigt die Glocke einzuhängen. Leider war die Halterung fehlerhaft, doch gemeinsam schafften es die beiden Männer den dicken Klöppel in die enge Öse zu schieben. Schon konnte Reverend Moses Bishop zum Gebet läuten und viele der Einwohner von Steins folgten dem Ruf. Nach der Messe blickte Doc Quinn zum Himmel hinauf. Hatte Keezheekoni vielleicht doch recht? Nein, denn von den Wolken war nichts mehr zu sehen. Sie hatten sich aufgelöst.

Die Schamanin war dem Gebet ferngeblieben. Zwar war sie neugierig wie die Weißen ihren Glauben auslebte, doch als heidnische Indianerin war sie in der Kirche unerwünscht. Reverend Bishop hatte ihr aber angeboten, sie jederzeit zu taufen und zum Christentum zu geleiten - falls Keezheekoni dies aus ganzem Herzen wollte.

Die dunklen Wolken hatten sich zwar über Fields Saloon konzentriert, sich aber auch über andere Gebäude ausgedehnt. Da wäre die Mine von Haste, das “La Baguette” und das Hotel von Mister Firestarter. Keezheekoni gab ihrer Neugierde nach und stattete in Vogelgestalt dem Balkon von Senator Stiller einen Besuch ab. Vorsichtig legte sie ihr Ohr an die Türe, um zu lauschen. Die Schamanin erschauerte, denn die Geräusche aus dem Zimmer klangen eklig und beängstigend, schmatzend, schabend und reißend. Zu allem Übel gab es von Crosshand keine Spur.

Die Indianerin zog sich wieder zurück und sah, wie die Weißen nach dem Kirchengang in die Stadt zurück kamen und schnurstracks in den neuen Saloon marschierten, der nun geöffnet hatte. Der Besitzer des “La Baguette” - Pennington Scrooch - begrüßte jeden Gast mit Handschlag, verwies auf die Spieltische und die leichten Mädchen, aus denen man wählen konnte. Scroochs Laden brachte neues Leben nach Steins.

RouletteErneut gab Keezheekoni ihrer Neugierde nach. Diesmal schlich sie zur Rückseite vom “La Baguette” und warf einen vorsichtigen Blick durch eines der Fenster. Da hockten Angestellte Scroochs in einem kleinen Zimmer, markierten Spielkarten, schraubten an einem Rouletterad herum und wogen Würfel ab. Die Indianerin hatte genug gesehen und schlich wieder zurück, um das “La Baguette” durch den Vordereingang zu betreten. Sie suchte nach John Smith, der an einer großen Pokerpartie teilnehmen wollte. Heimlich erzählt ihm die Schamanin von den gezinkten Karten und der Berufsspieler nahm sie unauffällig unter die Lupe.  Tatsächlich, hier wurde falsch gespielt. Smith sah nun keinen Grund sich zu beschweren und nutzte die Zinken einfach aus, um den Spieß umzudrehen. Das gab einen guten Gewinn - sehr zu Scroochs Missfallen.

Smith verabschiedete sich nun und wählte vorsichtshalber einen Weg zur Hintertüre des Hotels. Ihm war klar, dass Scrocch den Verlust nicht so einfach hinnehmen würde. Und tatsächlich: Der nach Außen hin elegant wirkende Saloonbesitzer hatte zwei seiner Jungs auf Smith angesetzt. Der machte es sich in seinem dunklen Hotelzimmer erst einmal gemütlich und wartete. Er würde den Gaunern schon zeigen, dass er sich nicht einschüchtern oder gar ausrauben ließ.

Keezheekoni erzählte auch dem Doc von ihren Beobachungen, der gerade am Roulettetisch ordentlich abräumte. Quinn dachte über die Situation nach, dann beschloss er Smith aufzusuchen und einen Plan zu schmieden. Vorher wollte er noch Violet von der Arbeit abholen. Doc Quinn war klar, dass er jede helfende Hand brauchen konnte. Sein Sheriffstern schien zwar ein guter Glücksbringer, aber der Doc wollte mehr als Fortunas guten Willen in der Hinterhand haben.

Im Seven-Up-Saloon hatte Violet gerade ihre Schicht beendet. Die neue Konkurrenz aus dem “La Baguette” hatte für einen flauen Abend gesorgt und so konnte die Hure früher in den Feierabend gehen. Als der Doc sie um Hilfe bat, war die schöne Irin sofort dabei. Das galt auch für den stolzen Texaner Miles Riggs, der im “Seven Up” seinen Kummer hinunterspülen wollte. Er hatte sich im “La Baguette” unbedacht auf ein Spielchen eingelassen und dabei seine schwarze Stute, Black Bitch, verloren. Ganz zu schweigen von den vielen Dollars.

Gemeinsam ging man nun zum Firestarter-Hotel, um John hinzuzuholen. Es war zu sehr später Stunde, als das Aufgebot zum Zimmer des Spielers hochstieg. Ihm gegenüber hatte Senator Stiller sein Quartier aufgeschlagen. Von dort waren merkwürdige Geräusche zu hören. Auf Nachfrage antwortete der Senator harmlos, ließ die Türe jedoch geschlossen. Es blieb auch keine Zeit mehr, sich um Stiller zu kümmern, denn zwei Gauner versuchten ins Zimmer von John einzusteigen und der wusste sich zu wehren. Mit einigen gezielten Schüssen vertrieb er die Gauner wieder und jagte ihnen noch eine Kugel über die Köpfe hinterher, um sie dauerhaft von seinem gemieteten Heim fortzuhalten.

Das Aufgebot besprach sich nun, was zu machen sei. Zuerst wollten sie Westwoods Freights einen Besuch abstatten, um zu erfahren, was die Mine von Haste in letzter Zeit an Lieferungen bekam. Immerhin hatte man beobachtet, das schwere Kisten dorthin, aber keine Kisten hergeschafft wurden. Vielleicht waren Hastes Machenschaften eine größere Bedrohung für die Gegend, als ein paar Falschspieler aus dem “La Baguette”. Die konnte man sich noch etwas später vornehmen. Gesagt, getan.

Mister Westwood war erstaunt zu später Stunde noch Besuch vom Sheriff und seinen Leuten zu erhalten und leicht verärgert. Dennoch ließ er das Aufgebot ein und stand ihnen Rede und Antwort. Jedoch schwieg er, was den Inhalt der Kisten anging. Da kam Keezheekoni auf die Idee unter einem Vorwand die Runde verlassen zu dürfen. Heimlich schlich sie sich ins Lager und öffnete eine der Kisten. Sie fand Waffen darin. Doch keine kleinen Guns, nein, sondern schweres Gerät. Haste war wohl dabei seine Mine in eine Festung zu verwandeln. Aber verbieten, nun, verbieten konnte ihm das niemand. Also ging es erst einmal gegen Scrooch und seine Bande.

Keezheekoni führt das Aufgebot nun zur Rückseite des neuen Saloons und zeigte, wo sich das Zimmer mit den gezinkten Materialien befand. Der Doc und John öffneten heimlich das Fenster und stiegen ein. Sie nutzten das Lampenlicht von Außen, um heimlich nach einigen Beweisen zu tasten und diese einzustecken. Da reckte Doc Quinn sein Kinn zur Decke und erstarrte. Über ihm haftete kopfüber eine metallene Tarantel, die sich zu regen begann. Auch John sah die fremdartige Konstruktion und sprang mit einem Satz durchs Fenster hinaus, um sich in Sicherheit zu begeben. Auch dort krochen diese widernatürlichen Spinnenmaschinen aus ihren Verstecken und näherten sich dem Aufgebot. Es kam zum Kampf!

John und Doc Quinn waren nun von den anderen getrennt. Sie hatten eine der Spinnen im Nacken und zwei vor sich, während Miles vom Dach des Saloons her ebenfalls angegangen wurde. Der Doc kam leider nicht so gut aus dem Zimmer heraus und bekam einen kräftigen Biss ab. Angeschlagen und verwundet fiel er regelrecht John in die Arme, der eines der Viecher mit einem gezielten Schuss in die leuchtenden Augen erledigte. Und dann explodierte das verdammte Ding auch noch.

John und der Doc zogen sich nun Richtung Bahnhof zurück, Violet, Miles und Keezheekoni machten sich zur Mainstreet los. Zu allem Übel begannen die Spinnenmaschinen Säure zu spucken und Doc Quinn ging es immer schlechter. John hatte keine Ahnung wie lange er noch standhalten und ihm Beistand geben konnte. Doch just in diesem Augenblick fuhr ein Wagen vor, der dem Quacksalber Doc Slime gehörte. Der Zufall hatte ihn des Nachts durch die Wüste nach Steins geführt.

John nutzte die Gelegenheit um aufzuspringen und zog Doc Quinn mit sich, während Doc Slime die Gäule anspornte und auf die Mainstreet preschte. Da setzten auch schon Miles und Keezheekoni herüber und zogen sich ebenfalls am Wagen des Quacksalbers hoch. Von hier aus konnten die mechanischen Spinnen leicht mit Kugeln und Pfeilen eingedeckt werden. Violet hatte jedoch Pech, denn sie war zu weit vom Wagen entfernt und zu nahe an den Maschinenwesen. Als das letzte Ding fauchend explodierte, wurde die Hure gänzlich von Säure überzogen und ging schreiend zu Boden. Nun war guter Rat teuer im wasserarmen Steins, denn die ätzende Substanz musste so schnell wie möglich weggespült werden. Zum Glück hatten die Männer eine Idee …

Verletzt und angeschlagen humpelte das Aufgebot zum “La Baguette” zurück. Scrooch war auf die Staße geeilt, um nach dem Rechten zu sehen. Doc Quinn stapfte auf ihn zu und nahm Pennington Scrooch fest. Die Anklage lautete: Falschspiel!

Am nächsten Tag fand im “Black Soul” die Verhandlung statt. Bisher gab es kein Gesetz in der Stadt und auch keinen Richter, wurden die Gefangenen nach Santa Fe überstellt und dort ihrer gerechten Strafe zugeführt - falls es überhaupt Gefangene gab. Doch Quinn und seine Leute wollten damit aufräumen und den gesetzlosen Sumpf trockenlegen. So machte sich der Doc dafür stark, dass ein Friedensrichter für Steins bestellt werden sollte. Fields war wenig begeistert und musste hilflos mit ansehen, wie John Smith in Amt und Würden gesetzt wurde. Er konnte nichts dagegen unternehmen, denn das Aufgebot hatte sich in der Stadt bereits einen guten Namen gemacht. Jetzt offen gegen die Leute vorzugehen, würde ihn vor große Probleme stellen.Vor allem da Quinn und Smith die Wahrheit kannten und nun gegen Fields einsetzten. Steins war eine freie Stadt und keinem Bezirk oder Staat zugehörig. Fields nutzte Santa Fe nur als Vorwand, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen und sie nach seinem Willen leiten zu können. Das wusste auch Stiller und es erklärte nun, warum er darauf erpicht war Steins in die Finger zu bekommen.

RichterhammerFür Smith war nun klar, dass er hier die Möglichkeit hatte etwas Neues zu schaffen. Ihm war bewusst, dass sein Richtspruch gleichbedeutend mit einem neuen Gesetz war. Für den Berufsspieler eine Zwickmühle, vor allem da Scrooch Miles Riggs als leicht beeinflussbaren Verteidiger berufen hatte. Und der wusste ja, dass Quinn, Smith, Keezheekoni und Violet die Beweise mittels Einbruch beschafft hatten. Und er war ebenfalls daran beteiligt. So ergab sich eine sehr lautstarke Verhandlung und ein Schuldspruch, den Scrooch akzeptierte. Er war froh mit dem Leben davonzukommen.

Fortan war es Gesetz, dass Falschspieler den Schaden auszugleichen hatten, Dollars an die Stadtkasse zahlen mussten und dann für immer aus der Stadt gejagt wurden. Das brachte Geld in die Kasse und sparte die Kosten einer Unterbringung in einem Gefängnis. Vor allem ging Smith dadurch sicher, dass er später ebenfalls mit dem Leben davonkam. Man weiß ja nie …

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Deadlands: Reloaded - Neid

Erstellt von Taysal am 17. September 2009

Es waren nun einige Tage vergangen, seitdem sich das Aufgebot auf Crosshands Seite geschlagen hatte. Fields und Stiller hatten keine Ahnung, was sich hinter ihrem Rücken zusammenbraute. Vor allem Fields war zu sehr damit beschäftigt Pennington Scrooch zu beobachten, der vor einigen Tagen mit seinen Mädels nach Steins gekommen war. Die beiden waren alten Bekannte und Fields ahnte, dass es Ärger geben würde.

Während Scrooch nun neben Westwood Freights einen Saloon namens “La Baguette” eröffnete, sah sich Sheriff Quinn in der Stadt um und ließ die Leute wissen, dass er und sein Aufgebot nun für Recht und Ordnung sorgen würden. Seine tägliche Patrouille endete im “Seven Up”-Saloon.

Dort war auch der Farmer Nigel Carson eingekehrt, der sich kurz vor der Heimfahrt noch einen Drink genehmigen wollte. Lautstark jammerte er über die Preise beim Saatgut, über das miese Wetter und die anhaltende Dürre. Die anderen Gäste des Saloons nickte müde dazu. Ihnen ging es ähnlich. Als Carson meinte sein Nachbar würde sich nun auch noch komisch benehmen, da horchte Doc Quinn auf. In den letzten Wochen hatten sich viele Leute komisch benommen und meistens hatte das Ärger bedeutet.

Also setzte sich Quinn mit Carson zusammen und erkundigte sich, was denn mit dessen Nachbar los sei. Der Farmer erzählte, dass die Sandhunter-Farm gerade mal eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt liegen würde. Auf Grund dieser nahen Nachbarschaft seien die Familien gut miteinander befreundet und die Kinder würden auch täglich zusammen spielen. Gestern aber wäre Carsons ältester Sohn, Nick, von Bill Sandhunters Bruder James regelrecht von der Farm gejagt worden. Dabei hatte es bisher immer geheißen, James Sandhunter wäre seit Jahren tot.

Für Doc Quinn war sofort klar, dass hier einige Gauner die Farm der Sandhunters überfallen hatten. Also trommelte er seine Leute zusammen, um der Sache nachzugehen. Gemeinsam mit John Smith, Keezheekoni und Ming ging es los. Erstes Ziel war die Farm der Carsons, um den Sohn des Farmers selber zu befragen. Der bestätigte die Erzählung und fügte hinzu, dass er niemanden der Sandhunters gesehen hätte. Nur Tonys angeblichen Onkel, wobei dieser Onkel James merkwürdig ausgesehen hatte.

Für Doc Quinn war sofort klar, das hier einige leprakranke Gauner die Farm der Sandhunters überfallen hatte. Keezheekoni sah die Sache etwas anders, aber die Schamanin wusste aus leidiger Erfahrung, dass der junge Arzt gerne die Augen vor der übernatürlichen Wahrheit verschloss.

Nun ging es ab Richtung Sandhunter-Farm, die nach Einbruch der Dunkelheit erreicht wurde. Im Mondlicht waren einige Gestalten mit Fackeln zu sehen, die vor dem Farmhaus standen. Plötzlich warfen sie die Fackeln nach vorne und entzündeten das Gebäude. Sofort gab das Aufgebot den Pferden die Sporen zu spüren. In wildem Galopp ging es auf die Farm zu - nach einem kurzen Satz über den Weidezaun.

Aus dem Haus waren Schreie zu hören. Ming, der kleine und junge Chinese, zögerte keinen Augenblick. Ohne mit der Wimper zu zucken trat er die Türe auf und stürmte in die Flammenhölle hinein. Draußen schossen John und Doc auf die vier Brandstifter, die allerdings ziemlich zähe Burschen waren. Doch mit ein paar gut gezielten Schüssen und etlichen heftigen Treffern, gingen sie zu Boden.

Sheriff Doc Quinn stürmte nun Ming entgegen, um ihm zu helfen. Der war dabei Caroline und Tony Sandhunter aus dem brennenden Gebäude zu ziehen. Keezheekoni stand derweil an der Pumpe und versuchte die Flammen zu löschen. John eilte herbei um zu helfen, dann kam auch Doc Quinn hinzu. Obwohl sie sich alle Mühe gaben, blieben die Flammen dennoch siegreich und das Haus stürzte ein.

Caroline Sandhunter und ihr Sohn waren überglücklich gerettet zu sein und die aufgelöste Frau erzählte was geschehen war. So war am Tag zuvor Bills Bruder James aufgetaucht, denn alle für tot gehalten hatten - und eigentlich sah er auch so aus. Zwischen den beiden Brüdern hatte es schon immer eine Kluft gegeben und vor allem James neidete Bill einiges. So hatte sich James für eine Karriere beim Militär entschieden, doch die gewünschten Beförderungen waren ausgeblieben. Seine Frau und sein Sohn waren an den Pocken gestorben und schlussendlich desertierte James, um kurz darauf mit seinen Leuten in einem Indianerhinterhalt ums Leben zu kommen - so hieß es jedenfalls.

Nun war James wieder aufgetaucht. Er hatte Bill regelrecht überfallen, gefesselt und auf ein Pferd gepackt. Dann hatte James Caroline und Tony ins Haus bringen und festbinden lassen, anschließend war der Trupp verschwunden. Zurück bleiben nur die vier Kerle, deren Aufgabe es war, nach Anbruch der Nacht die Farm in Brand zu stecken. Das hatten sie auch getan. Caroline hatte nun keine Ahnung, wo James mit Bill hin verschwunden war.

Ausgetrockneter FlussKeezheekoni machte sich nun daran Spuren zu suchen. Trotz der Dunkelheit wurde die Indianerin fündig. Die Spuren führten zu einem ausgetrockneten Flussbett und darin entlang. John und Doc schlichen oberhalb des Ufers entlang, Keezheekoni und Ming folgten den Spuren im Flussbett. Nach einer halben Stunde Marsch erreichten sie ihr Ziel. Dort wo der Fluss einst einen kleinen Wasserfall hinabgestürzt war, befand sich nun eine steile Klippe.

Am Rand der Klippe stand der gefesselte und geknebelte Bill Sanhunter. Davor, in der Uniform eines Südstaatenoffiziers, sein Bruder James. Vor diesem hatte sich wiederum eine fünf Mann starke Reihe Soldaten postiert, die Geleit gaben. James Sandhunter war gerade dabei, eine Rede zu halten, die von der Tonlage her langsam, aber sicher, auf ihr Ende zuging - und sicherlich das Ende für Bill bedeuten würde. Das Aufgebot hatte keine Zeit zu verlieren und schritt ein, um das Leben des Farmers zu retten.

Aus der sicheren Deckung eröffneten John und Doc das Feuer, während Keezheekoni zwei Wölfe beschwor und Ming versuchte bei den Kreaturen übernatürliche Angst auszulösen. Leider zeigte nichts richtige Wirkung. Die Soldaten waren gegen die Angriffe scheinbar immun und die Kugeln reichten gerade mal aus, um James anzuschlagen. Also versuchte Ming den bösartigen Sandhunter abzulenken, um das Ende der Rede so lange wie möglich herauszuzögern. Das war zwar erfolgreich, reichte aber nicht aus, um einen echten Vorteil zu erlangen. Die Situation wurde immer bedrohlicher. Zu allem Übel stieß einer der offensichtlich untoten Soldaten in sein Signalhorn, was sich einfach schrecklich anhörte und dem Aufgebot in Mark und Bein fuhr. Und die Schüsse der Soldaten waren verdammt gefährlich. So gefährlich, dass Doc Quinn beinahe sein Leben aushauchte. Allerdings fiel ihm, schwer verletzt, eine merkwürdige Sache auf.

Sobald das Aufgebot am Boden lag und nicht feuerte, wandten sich die Soldaten ab und lauschten wieder der Rede ihres Kommandanten. Doc setzte nun alles auf eine Karte. Ihm war bewusst, dass er Bills Leben riskierte, aber niemand hatte noch eine Idee, was man machen konnte. Also gab Sheriff Doc Quinn den Befehl das Feuer einzustellen und sich ruhig zu verhalten.

James Sandhunter drehte sich nun wieder zu Bill um und beendet seine Rede: “… und so hast du die Flammen am Horizont erblickt und musst erkennen, dass auch du - verhasster Bruder - deiner Familie nicht beistehen konntest. Du wirst in der Gewissheit weiterleben müssen, sie verloren zu haben, so wie ich meine Familie verlor … Muhahahaha …!” Mit diesen Worten lösten sich James Sandhunter und seine Soldaten auf.

Bill Sandhunter wollte sich schon in den Abgrund stürzen, doch das Aufgebot hielt ihn rechtzeitig auf. Sie erklärten ihm, dass seine Familie in Sicherheit war und brachten ihn zur Farm zurück. Überglücklich schlossen sich die Sandhunters in die Arme …

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Deadlands - Zufallsbegegnungen in New Mexico

Erstellt von Taysal am 17. September 2009

Um mir bei Deadlands: Reloaded ein wenig die Arbeit zu erleichtern, habe ich mir ein Dokument für “Zufallsbegegnungen” in New Mexico zusammengestellt. Das Ding wird mit einem Pokerdeck abgefragt und fördert auch die eigene Kreativität, da es teilweise auch als Mini-Abenteuergenerator funktionieren kann.

Download als PDF: begegnungen_new_mexico

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Deadlands: Reloaded - 4 Minutes to Midnight

Erstellt von Taysal am 5. September 2009

Das Aufgebot kehrte ohne weitere Zwischenfälle nach Steins zurück. Die Ereignisse der letzten Nächste steckten ihnen noch in den Knochen und sie waren froh, erst einmal ausruhen zu können. Die Ruhe wurde von Senator Samuel Stiller gestört, der mit dem Zug aus Tombstone kam und die Interessen Arizonas vertrat.

Am Abend seiner Ankunft lud er die Geschäftsleute Steins in den Black-Soul-Saloon ein und gab erst einmal eine Runde, bevor er mit der Sprache herausrückte. Auch Doc Quinn war anwesend und lauschte aufmerksam den Worten. Dem Senator war daran gelegen, das grenznahe Steins nach Arizona zu holen. Die kleine Stadt kannte weder Gesetze, noch Gesetzeshüter und die Regierung in Santa Fe kümmerte sich einen Dreck um Steins. Da sei es doch kein Problem sich Arizona zugehörig zu erklären und alle damit verbundenen Annehmlichkeiten zu genießen.

Einige Leute dachten tatsächlich über das Angebot nach, doch die meisten standen der Sache misstrauisch gegenüber. Auch Doc Quinn sprach sich gegen den Wechsel aus und seine Argumente sprachen den meisten anderen Leuten aus dem Herzen. Stiller zeigte Verständnis und schlug vor, erst einmal eine Woche zu warten und alles in Ruhe zu überlegen.

Weit nach Mitternacht bemerkte der neue Angestellte von Westwood Freights - Isaac - ein helles Flackern im Lagerraum. Obwohl er sehr müde war stand er auf, um nachzusehen. Das Blut gefror ihm beinahe in den Adern, denn das Lager stand in Flammen. Und inmitten des Feuers stand ein Mensch, aus dessen Körper Flammen schlugen und der mit seinen toten, leeren Augen Isaac anstarrte. Der zog sofort seinen Revolver und pustete die Kreatur mit einem Schuss um. Der Körper fiel in sich zusammen und die Flammen erloschen. Rasch schnappte sich Isaac die Geldkassette und lief aus dem Haus.

feuer_westwoodAuch die restliche Stadt kam nun zusammen und Isaac versuchte einen Löschtrupp zu organisieren. Als er dabei einen Blick in den brennenden Lagerraum warf, sah er wie das Feuer über die tote Kreatur herfiel und sich diese zuckend erhob.  Die Flammen hatten den Toten zurück in sein unheiliges Leben geholt. Ungeachtet der Gefahr schnappte sich Isaac einen Eimer Wasser und stürmte durch die Hintertüre ins lodernde Inferno, um das Wasser auf die Kreatur zu schütten. Leider verfehlte er den brennenden Toten und zog sich nur Brandwunden zu. Angeschlagen rannte Isaac wieder hinaus - und der Tote folgte ihm.

Isaac beschloss nun, auf den Wasserturm zu klettern und von dort mit Wasser zu schütten, doch der Wasserturm stellte sich als Sackgasse ohne Hoffnung heraus. Zu allem Übel griff der brennende Tote nach der Holzleiter des Turms und ließ sie in Flammen aufgehen. Etwas Böses war hier am Werk. Isaac versuchte mit einem beherzten Sprung den benachbarten Lokschuppen zu erreichen, doch er verfing sich beim Absprung und stürzte, durch die brennende Leiter, nach unten in den Tod. Anschließend fiel der brennende Turm ebenfalls in sich zusammen und begrub Isaac unter sich.

Auch an anderer Stelle war ein brennender Toter unterwegs. Er schritt durch die Chinesengasse auf die Wäscherei zu - als gerade Doc Quinn um die Ecke kam. Er hatte die Versammlung verlassen und war auf dem Weg nach Hause, als er die Kreatur sah und sofort begriff, das höchste Eile geboten war. Der Doc riss eine Decke von einer Wäscheleine und rannte auf den brennenden Toten zu - um den armen Mann zu löschen. Verwundert blickte Doc auf die Decke in seinen Händen, die bei der Berührung mit dem brennenden Toten augenblicklich zu Asche verbrannte. Das schien das nahe Ende für den ungläubigen Arzt, doch glücklicherweise hatte sich Keezheekoni an die Fersen des weißen Mannes gehängt und griff rettend ein. Mit Pfeil und Bogen lenkte sie das Wesen solange ab, bis sich Doc Quinn einige Schritte zurückgezogen hatte. Da geschah auch schon das Unglück … Keezheekoni verzog einen Schuss und der Pfeil raste schnurstracks hoch in den Nachthimmel. Verdutzt blickte die Schamanin hinterher, da kam der Pfeil auch schon zurück und traf sie am Auge. Autsch!

Die Situation sah nun schlimm aus, doch wild ballernd erschien nun John Smith aus einer der Seitenstraßen. Der Spieler hatte die drohende Gefahr bemerkt und war sofort herbeigeeilt. Der brennende Tote war jedoch schwerer zu erledigen als gedacht, aber einige Kopfschüsse machten auch dem widernatürlichsten Monster ein Ende - bisher jedenfalls.

Auch Violet McDonald - die hübsche Hure - begegnete unvermittelt einem der brennenden Toten. Dieser war beim Pioneer eingedrungen und war gerade dabei das Büro in Brand zu stecken. Violet schnappte sich sofort Sand und versuchte die Flammen zu ersticken, doch vergeblich. Sie machte nur den brennenden Toten auf sich aufmerksam. Plötzlich, von einem Augenblick auf den anderen, erloschen die Flammen der Kreatur und sie löste sich in Asche auf. Auch die beiden anderen Wesenheiten lösten sich auf und ließen keine Spur zurück.

Ein Gebäude zerstört, Panik auf den Straßen, ein Toter und der Wasserturm hinüber. Eine miese Bilanz, doch Senator Stiller griff sofort helfend ein. Er versprach mit harten Dollars die Reparatur der Schäden zu unterstützen und erklärte, dass Arizona in solch einer heißen Gegend eine Feuerwehr organisieren würde - mit Leuten, die aus Arizonas Kasse bezahlt würden. Das sorgte natürlich für Zustimmung, aber bei Doc eher für Misstrauen. Vor allem, da Stiller ihn zuvor zu bestechen versucht hatte.

Crosshands HutDie nächsten zwei Tage verlief nun ruhiger. Isaac wurde beigesetzt, Westwood Freights sollte neu aufgebaut werden und der Pioneer konnte seinen normalen Betrieb wieder aufnehmen. Da ritt ein einsamer Reiter in schwarzem Staubmantel in die Stadt ein - in seinen Holstern zwei Colts mit den Griffen nach vorne und der Hut tief in die Stirn gezogen. Und auf dem Hut prangte einsam ein silberner Sheriffstern: Jebediah “Crosshand” Baker war in der Stadt.

Crosshand war dafür bekannt, dass er unheimlich schnell zog und nie verfehlte. Er verdiente seine Dollar als freier Sheriff, den man eine Zeit lang anwerben konnte. Die letzten Jahre hatte er in Arizona verbracht, nun tauchte er in Steins auf. Sofort war klar, dass Stiller seine Finger im Spiel hatte. Und etliche Leute wussten zu berichten, dass Crosshand den Ärger eher anzog, als ihn zu vermeiden.

Senator Stiller berief am Abend wieder eine Versammlung ein und erklärte den Leuten, dass die kürzlichen Brandstiftungen und die Gewalt in Steins in dazu veranlasst hätten, Crosshand nach New Mexico kommen zu lassen. Natürlich auf Kosten Arizonas, um Steins zu zeigen, was ein guter Sheriff alles erreichen kann. Vor allem Reverend Bishop war von der Idee ganz angetan, während Doc Quinn auch hier wieder anführte, dass er die Idee für schlecht hielt. Doch auf den Doc wollte vorerst niemand hören.

Am nächsten Tag kam es auch prompt zum ersten Zwischenfall. Vier mexikanische Schläger hatten auf der Straße Ärger gesucht und ihn auch gefunden. Sie standen nun Crosshand gegenüber, der sich der Sache annahm. Doch er war nicht alleine - sehr zu Stillers missfallen, der von seinem Balkon die Szenerie beobachtete. Doc Quinn, Julie Strow und der junge Chinese Ming Wong hatten ebenfalls Stellung bezogen und standen Crosshand zur Seite. Es wurde gezogen und bevor die Mexikaner reagieren konnten, hatte es sie schon erwischt.

Doc sah sofort nach, ob einer der Mexikaner überlebt hatte. Einer der Männer hustete noch Blut,  es ging mit ihm zu Ende. “Das … war … aber … nicht …” stieß er noch hervor, dann war er tot - und Doc Quinn misstrauisch.

Das Aufgebot beschloss nun auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Die Auseinandersetzung zwischen Crosshand und den Mexikanern sah gestellt aus. Zudem waren die Mexikaner zu Fuß nach Steins gekommen - also mussten sie irgendwo ihr Lager haben.

Doc Quinn, Keezheekoni, John Smith, Julie Strow und Ming Wong machten sich auf den Weg, um das Versteck der Mexikaner zu finden. Keezheekoni entdeckte schon bald einige passende Spuren und das Aufgebot folgte der Schamanin bis zu einem kleinen Hochplateau. Leise schlichen alle einen schmalen Pfad nach oben. Tatsächlich, dort hockte eine große Bande mexikanischer Gesetzesloser und schmiedete gerade Pläne, um Steins zu überfallen. Genau der richtige Zeitpunkt, um zuzuschlagen.

Das Aufgebot feuerte überraschend aus der Deckung. Blaue Bohnen flogen durch die Luft und die Mexikaner waren auf dem Präsentierteller. Schuss um Schuss fiel ein Bandido nach dem anderen Bandido, bis die Sache schlussendlich  blutig erledigt war. Die Hälfte der Mexikaner war tot, die restlichen Gauner wurden gefesselt und in die Stadt gebracht.

Dort war der Jubel entsprechend groß und alle feierten den Erfolg des Aufgebots. Schnell wurden Rufe laut, Doc Quinn solle neuer Sheriff werden und für Sicherheit und Freiheit in Steins sorgen. Bevor sich der Doc versah, prangte auch schon ein Stern an seiner Brust und er wurde zu Seth Fields ins Büro gebeten. Fields, der von seinem Black-Soul-Saloon aus die Fäden in der Stadt zog - machte Doc Quinn klar, dass ein Sheriff für Recht und Ordnung sorgen sollte, aber nur so, wie er es wollte. Dazu gehörte unter anderem das Abfangen von Telegrammen und den äußeren Anschein zu wahren. Immerhin hatte Fields keine Lust, dass Regierungsstellen Agenten nach Steins schickten. Quinn sagte zu, ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nichts von den kommenden Problemen.

Die tauchten am nächsten Tag auf, als der neugebackene Sheriff die Gefangenen nach Santa Fe bringen bringen wollte, damit sie dort verurteilt und gehängt werden sollten. Cutter, Fields Mann fürs Grobe, erklärte Quinn, dass die Mexikaner hinter dem nächsten Hügel erledigt werden sollten. Für den Sheriff und sein Aufgebot keine Forderung, die sie zu erfüllen gedachten. Kurz darauf saß Cutter gefesselt zwischen den Mexikanern und das Aufgebot im Zug nach Santa Fe.

Nun war guter Rat teuer. Einfach vor den Problemen fliehen? Fields Forderungen nachkommen? Recht und Gesetz ignorieren? Die Fahrt war lange genug, um sich etwas zu überlegen - doch plötzliche Schritte auf dem Dach ließen jedes Gespräch verstummen. Das Aufgebot sah nach, um wen es sich handelte: Crosshand!

Crosshand kam über das Dach des fahrenden Zugs spaziert und gesellte sich zum Aufgebot in den Wagon. Er wirkte gelassen und niemand zweifelte daran, dass es sich um einen gefährlichen Kerl handelte. Aber ein Kerl, der einige Dinge zu erzählen hatte. So packte Crosshand aus, dass er zwar für Stiller arbeitete, aber nur, um die Machenschaften des Senators aufzudecken. Und das Aufgebot hätte nun die Gelegenheit, auch Fields dunkle Seite ans Licht zu zerren. Getrennt voranreiten und gemeinsam ans Ziel kommen, so lautete Crosshands Vorschlag. Würde sich das Aufgebot um Fields kümmern, könne er sich alleine um Stiller kümmern - im Auftrag eines höheren Wohls. Ohne die Hilfe einiger tapferer und aufrechter Leute wäre die Aufgabe für Crosshand schwerer, eventuell unlösbar. Doch der Herr hatte ihm diese tapferen Seelen offenbart.

Brücke über den Deep-Fall-CanyonQuinn, Keezheekoni, Smith, Strow und Ming Wong hielten kurz Kriegsrat, dann sagten sie ihre Hilfe zu. Crosshand war erleichtert und verabschiedete sich. Ohne mit der Wimper zu zucken stieg er aus - bei fahrendem Zug. Blieb nur noch das Problem mit den Mexikanern und Cutter. Nun, die Mexikaner waren eh Pferdediebe und würden sterben. Und Cutter war ein Gauner und Mörder. Also gab Quinn dem Lokführer die Anweisung am Deep-Fall-Canyon Schritttempo über die Brücke zu fahren, während John und Julie die Gefangenen aneinanderbanden. Dann öffneten sie die Türe des Frachtwagons und Julie zwang die Mexikaner mit Waffengewalt zu springen. Sobald die ersten in die Tiefe stürzten, zogen sie die anderen hinterher. Es war ein grausiges Spektakel, doch es diente - laut Crosshand - dem höheren Wohl …

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Deadlands: Reloaded - Gelyncht!

Erstellt von Taysal am 18. August 2009

GalgenbaumUnd weiter geht der wilde Ritt durch das heiße und staubige New Mexico. Diesmal auf der Basis von “Lynched” - einem One-Sheet von der Pinnacle-Seite.

Nach dem kleinen Zwischenfall bei der Farm, schnappte sich Julie den toten Jack und galoppierte mit ihm nach Steins zurück. Derweil waren Keezheekoni und Doc Quinn ihren neuen Freunden nachgeeilt, um diesen beizustehen. Zufälligerweise kam auch der Kopfgeldjäger Isaac Lee hinzu, der in der Gegend nach Pferdedieben und Mördern Ausschau hielt.

Nach einer kurzen Bekanntmachung fächerte das Aufgebot auseinander und visierte die übriggebliebenen Blutdrahte an. Zwei gemeinsame Feuerstöße später waren diese Schrecken nur noch Geschichte. Die toten Farmer wurden beigesetzt, Teile der toten Rinder zu Beef verarbeitet und dann die Mulis vor den Karren gespannt. Immerhin musste hier eine Lieferung zugestellt werden.

Man ahnt es schon: Als das Aufgebot zu Dämmerung nach Eastman’s Creek einritt war die kleine Stadt wie ausgestorben. Nur einige wenige Vorhänge bewegten sich und waren Anzeichen, dass hier noch jemand lebte. Ziel war nun erst einmal der Saloon der Stadt, um dort die Waren abzuliefern und etwas zu trinken. Der Saloon war auch gut gefüllt, doch je tiefer die Sonne stand, um so nervöser wurde die Leute. Bevor der glühende Ball endgültig am Horizont abtauchte, tranken alle aus und verschwanden.

Irgend etwas schien hier nicht zu stimmen … ganz und gar nicht. Und der Keeper war auch ziemlich nervös. Was er zu erzählen hatte klang auch entsprechend beängstigend. So war es in den letzten Wochen zu mehreren Morden gekommen. Auf drei umliegenden Farmen hatte man die Bewohner Nachts aus den Betten gezerrt und außerhalb der Stadt am Friedhof aufgeknüpft. Jeder hatte nun Angst er würde das nächste Opfer sein.

Eigentlich kein Zeitpunkt, um Eastman’s Creek einen Besuch abzustatten. Aber man war nun einmal hier. Während sich die anderen Partner einen Schlafplatz im Stall suchten, klopfte Violet an einem der Häuser an. Laut Bartender wohnte dort ein älteres Paar, das auch ein Zimmer vermietete. An jenem Tag waren die Leute jedoch zu verängstigt und wiesen Violet schroff ab. Die ließ nicht locker und versuchte hartnäckig ein Zimmer zu bekommen. Die Situation eskalierte und schon flogen blaue Bohnen. Wenige Sekunden später waren Doc Quinn und Willy MacBaine damit beschäftigt, wieder für Ruhe zu sorgen und die Einwohner davon zu überzeugen, dass man doch harmlos sei. Glücklicherweise waren die beiden Männer erfolgreich mit ihren Bemühungen.

Nach einem kargen Frühstück aus Wasser, Whisky und Beef, beschloss das Aufgebot sich in der Gegend umzusehen und für ein wenig Recht und Ordnung zu sorgen. Zuerst ging es zum Friedhof, der über eine Meile außerhalb lag. Und noch etwas weiter stand in alter, totr Baum auf einem Hügel. Die Schlingen, in denen man die Toten gefunden hatte, hingen noch immer an den Ästen.

Willy hatte sofort eine passende Lösung parat: “Lasst uns den Baum umhauen, dann haben die Mörder nichts mehr zum Aufknüpfen”. Die anderen waren natürlich dagegen. Die Mörder brauchten ja nur einen anderen Baum suchen. Nein, es musste eine andere, eine echte Lösung geben. Also ging der Ritt weiter zu den überfallenen Farmen. Am Nachmittag waren diese weitegehend untersucht und es stand fest, dass sich in der ersten Farm jemand mit Gewalt zutritt verschafft hatte. Bei den beiden anderen Farmen hatten die Bewohner wohl freiwillig ihre Mörder hereingelassen.

Das Aufgebot beschloss nun den Mördern eine Falle zu stellen und sich am Baum zu verstecken. Immerhin wurden erst hier die Leute umgebracht, also sollte niemand in Gefahr sein. Willy und Keezheekoni kletterten auf den Baum, während sich Quinn und Isaac hinter Büschen und Sträuchern verbargen. Dann warteten sie … und warteten … und warteten … bis sich auf dem Friedhof etwas bewegte. Einige der Gräber brachen auf.

Aha! Erwischt! Während Quinn überlegte wie er sich erklären sollte was da gerade geschah, da es ja nicht geschehen konnte, kletterten die Indianerin und der Texaner vom Baum, um in den Angriff überzugehen. Plötzlich bleiben die gehängten Toten stehen und drehten sich in Richtung Baum, so als ob sie von jemandem gewarnt worden seien. Also ging der Kampf los. Allerdings hatte die Sache einen Haken …!

Der Baum selbst war gar kein Baum, sondern eine uralte und schreckliche Kreatur. Keezheekoni hatte als Schamanin zwar ein ungutes Gefühl gehabt, war jedoch zu jung, um von diesem Mythos bereits gehört zu haben. Woher sollte sich auch wissen, dass die Manitus diesen alten Schrecken aus seinem ewigen Schlaf holten, um erneut über die Welt zu wandeln? Eben!

Der Galgenbaum schlang jedenfalls seien Schlingen um die Hälse von Willy, Keezheekoni und Isaac, so dass nur der Doc blieb, um die Kreatur anzugreifen. Violet selbst hatte sich einen halben Kilometer weiter mit den Pferden verborgen, um Rückendeckung zu geben. Als der erste Schuss fiel, rit sie sofort los. Nun ja, und sie hatte die ganze Ausrüstung dabei.

Derweil waren die anderen in Panik. Zwar konnte sich Isaac wieder losschneiden, aber er landete vor den gehängten Toten - und die waren ziemlich bösartig. Der Baum selbst war auch eine Bestie, die man kaum verletzen könnte. Er schluckte jeglichen Schaden und an seiner harten Rinde prallte beinahe alles ab. Willy schlug seine Lampe gegen den Baum und versuchte ihn anzuzünden, doch das Streichholz wollte sich nicht entzünden und so verstarb der mutige Texaner am Baum baumelnd.

Der fing dann schlussendlich doch Feuer, denn kurz zuvor hatte sich der Doc ebenfalls losgeschnitten und zündelte nun, während Keezheekoni in der Gestalt eine Schlange den Schlingen entschlüpft war. Obwohl die Flammen heiß loderten, brannten sie den Galgenbaum nur etwas an. Der begann sich nun auf dem Boden zu wälzen, um die Flammen zu ersticken. Für Doc Quinn eine passende Gelegenheit, um dem Monster ein paar Schuss in die empfindlichen Wurzeln zu jagen. Aha, das kratzte den Baum nun doch.

Isaac erledigt nun den letzten der Zombies, als auch schon Violet mit den Pferden eintraf. Für den texanischen Kopfgeldjäger die Gelegenheit sich auf seinen Gaul zu schwingen und - die anderen als Ablenkung nutzend - erst einmal das Weite zu suchen. Violet, Keezheekoni und der Doc standen nun alleine dem Monster gegenüber und gaben ihr Letztes, um die Kreatur zu bezwingen. Glücklicherweise hatten sie nun Äxte zur Hand und erkannten, dass dieser dumme Baum wohl doch eine Kreatur mit Intelligenz war - nun, der Doc hielt es noch immer für einen Baum.

Violet begann nun das Monster abzulenken, es zu verspotten und zu reizen. Wütend schlug die Kreatur um sich, wurde zunehmend verwirrter und sah zu spät das Unheil kommen. Doc und Keezheekoni konzentrierten sich nun auf das beweglichere und empfindlichere Wurzelwerk des Galgenbaums. Frustriert, übernatürlich kreischend, versuchte das Monster nun seine Angreifer wegzuziehen und mit seinen Schlingen zu erfassen, doch blind vor Schmerz und Wut konnte es sich nicht mehr konzentrieren oder gar eine Handlung durchführen. Sich in Agonie windend kippte der Galgenbaum schlussendlich und löste sich im Wind New Mexicos ins Nichts auf. Erneut war das Land wieder etwas sicherer, aber erneut hatte es auch seine Opfer gefordert …

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