Taysals Abenteuerland

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Archiv für die 'Deadlands: Reloaded' Kategorie


Deadlands: Reloaded 04 - Gelyncht!

Erstellt von Taysal am 18. August 2009

GalgenbaumUnd weiter geht der wilde Ritt durch das heiße und staubige New Mexico. Diesmal auf der Basis von “Lynched” - einem One-Sheet von der Pinnacle-Seite.

Nach dem kleinen Zwischenfall bei der Farm, schnappte sich Julie den toten Jack und galoppierte mit ihm nach Steins zurück. Derweil waren Keezheekoni und Doc Quinn ihren neuen Freunden nachgeeilt, um diesen beizustehen. Zufälligerweise kam auch der Kopfgeldjäger Isaac Lee hinzu, der in der Gegend nach Pferdedieben und Mördern Ausschau hielt.

Nach einer kurzen Bekanntmachung fächerte das Aufgebot auseinander und visierte die übriggebliebenen Blutdrahte an. Zwei gemeinsame Feuerstöße später waren diese Schrecken nur noch Geschichte. Die toten Farmer wurden beigesetzt, Teile der toten Rinder zu Beef verarbeitet und dann die Mulis vor den Karren gespannt. Immerhin musste hier eine Lieferung zugestellt werden.

Man ahnt es schon: Als das Aufgebot zu Dämmerung nach Eastman’s Creek einritt war die kleine Stadt wie ausgestorben. Nur einige wenige Vorhänge bewegten sich und waren Anzeichen, dass hier noch jemand lebte. Ziel war nun erst einmal der Saloon der Stadt, um dort die Waren abzuliefern und etwas zu trinken. Der Saloon war auch gut gefüllt, doch je tiefer die Sonne stand, um so nervöser wurde die Leute. Bevor der glühende Ball endgültig am Horizont abtauchte, tranken alle aus und verschwanden.

Irgend etwas schien hier nicht zu stimmen … ganz und gar nicht. Und der Keeper war auch ziemlich nervös. Was er zu erzählen hatte klang auch entsprechend beängstigend. So war es in den letzten Wochen zu mehreren Morden gekommen. Auf drei umliegenden Farmen hatte man die Bewohner Nachts aus den Betten gezerrt und außerhalb der Stadt am Friedhof aufgeknüpft. Jeder hatte nun Angst er würde das nächste Opfer sein.

Eigentlich kein Zeitpunkt, um Eastman’s Creek einen Besuch abzustatten. Aber man war nun einmal hier. Während sich die anderen Partner einen Schlafplatz im Stall suchten, klopfte Violet an einem der Häuser an. Laut Bartender wohnte dort ein älteres Paar, das auch ein Zimmer vermietete. An jenem Tag waren die Leute jedoch zu verängstigt und wiesen Violet schroff ab. Die ließ nicht locker und versuchte hartnäckig ein Zimmer zu bekommen. Die Situation eskalierte und schon flogen blaue Bohnen. Wenige Sekunden später waren Doc Quinn und Willy MacBaine damit beschäftigt, wieder für Ruhe zu sorgen und die Einwohner davon zu überzeugen, dass man doch harmlos sei. Glücklicherweise waren die beiden Männer erfolgreich mit ihren Bemühungen.

Nach einem kargen Frühstück aus Wasser, Whisky und Beef, beschloss das Aufgebot sich in der Gegend umzusehen und für ein wenig Recht und Ordnung zu sorgen. Zuerst ging es zum Friedhof, der über eine Meile außerhalb lag. Und noch etwas weiter stand in alter, totr Baum auf einem Hügel. Die Schlingen, in denen man die Toten gefunden hatte, hingen noch immer an den Ästen.

Willy hatte sofort eine passende Lösung parat: “Lasst uns den Baum umhauen, dann haben die Mörder nichts mehr zum Aufknüpfen”. Die anderen waren natürlich dagegen. Die Mörder brauchten ja nur einen anderen Baum suchen. Nein, es musste eine andere, eine echte Lösung geben. Also ging der Ritt weiter zu den überfallenen Farmen. Am Nachmittag waren diese weitegehend untersucht und es stand fest, dass sich in der ersten Farm jemand mit Gewalt zutritt verschafft hatte. Bei den beiden anderen Farmen hatten die Bewohner wohl freiwillig ihre Mörder hereingelassen.

Das Aufgebot beschloss nun den Mördern eine Falle zu stellen und sich am Baum zu verstecken. Immerhin wurden erst hier die Leute umgebracht, also sollte niemand in Gefahr sein. Willy und Keezheekoni kletterten auf den Baum, während sich Quinn und Isaac hinter Büschen und Sträuchern verbargen. Dann warteten sie … und warteten … und warteten … bis sich auf dem Friedhof etwas bewegte. Einige der Gräber brachen auf.

Aha! Erwischt! Während Quinn überlegte wie er sich erklären sollte was da gerade geschah, da es ja nicht geschehen konnte, kletterten die Indianerin und der Texaner vom Baum, um in den Angriff überzugehen. Plötzlich bleiben die gehängten Toten stehen und drehten sich in Richtung Baum, so als ob sie von jemandem gewarnt worden seien. Also ging der Kampf los. Allerdings hatte die Sache einen Haken …!

Der Baum selbst war gar kein Baum, sondern eine uralte und schreckliche Kreatur. Keezheekoni hatte als Schamanin zwar ein ungutes Gefühl gehabt, war jedoch zu jung, um von diesem Mythos bereits gehört zu haben. Woher sollte sich auch wissen, dass die Manitus diesen alten Schrecken aus seinem ewigen Schlaf holten, um erneut über die Welt zu wandeln? Eben!

Der Galgenbaum schlang jedenfalls seien Schlingen um die Hälse von Willy, Keezheekoni und Isaac, so dass nur der Doc blieb, um die Kreatur anzugreifen. Violet selbst hatte sich einen halben Kilometer weiter mit den Pferden verborgen, um Rückendeckung zu geben. Als der erste Schuss fiel, rit sie sofort los. Nun ja, und sie hatte die ganze Ausrüstung dabei.

Derweil waren die anderen in Panik. Zwar konnte sich Isaac wieder losschneiden, aber er landete vor den gehängten Toten - und die waren ziemlich bösartig. Der Baum selbst war auch eine Bestie, die man kaum verletzen könnte. Er schluckte jeglichen Schaden und an seiner harten Rinde prallte beinahe alles ab. Willy schlug seine Lampe gegen den Baum und versuchte ihn anzuzünden, doch das Streichholz wollte sich nicht entzünden und so verstarb der mutige Texaner am Baum baumelnd.

Der fing dann schlussendlich doch Feuer, denn kurz zuvor hatte sich der Doc ebenfalls losgeschnitten und zündelte nun, während Keezheekoni in der Gestalt eine Schlange den Schlingen entschlüpft war. Obwohl die Flammen heiß loderten, brannten sie den Galgenbaum nur etwas an. Der begann sich nun auf dem Boden zu wälzen, um die Flammen zu ersticken. Für Doc Quinn eine passende Gelegenheit, um dem Monster ein paar Schuss in die empfindlichen Wurzeln zu jagen. Aha, das kratzte den Baum nun doch.

Isaac erledigt nun den letzten der Zombies, als auch schon Violet mit den Pferden eintraf. Für den texanischen Kopfgeldjäger die Gelegenheit sich auf seinen Gaul zu schwingen und - die anderen als Ablenkung nutzend - erst einmal das Weite zu suchen. Violet, Keezheekoni und der Doc standen nun alleine dem Monster gegenüber und gaben ihr Letztes, um die Kreatur zu bezwingen. Glücklicherweise hatten sie nun Äxte zur Hand und erkannten, dass dieser dumme Baum wohl doch eine Kreatur mit Intelligenz war - nun, der Doc hielt es noch immer für einen Baum.

Violet begann nun das Monster abzulenken, es zu verspotten und zu reizen. Wütend schlug die Kreatur um sich, wurde zunehmend verwirrter und sah zu spät das Unheil kommen. Doc und Keezheekoni konzentrierten sich nun auf das beweglichere und empfindlichere Wurzelwerk des Galgenbaums. Frustriert, übernatürlich kreischend, versuchte das Monster nun seine Angreifer wegzuziehen und mit seinen Schlingen zu erfassen, doch blind vor Schmerz und Wut konnte es sich nicht mehr konzentrieren oder gar eine Handlung durchführen. Sich in Agonie windend kippte der Galgenbaum schlussendlich und löste sich im Wind New Mexicos ins Nichts auf. Erneut war das Land wieder etwas sicherer, aber erneut hatte es auch seine Opfer gefordert …

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Deadlands: Reloaded 03 - 5 Minutes to Midnight

Erstellt von Taysal am 14. August 2009

Der Einstieg in Deadlands: Reloaded ist nun getan, die Spieler weitgehend bei der Sache. Nach dem Abenteuer aus dem weltweiten Netz wird es Zeit, mit meiner eigenen kleinen Kampagne zu beginnen: 5 Minutes to Midnight. Hintergrund zu den Abenteuern und zur inspirierenden Musik sind wohl offensichtlich oder werden es bald. Da nicht alle Spieler anwesend waren ging es mit nur kleinen Besetzung los.

Violet sprach bei Seth Fields vor, dem Besitzer des Black-Soul-Saloons und größter Fisch der Stadt. Der hatte aber keine Lust auf ein kleines Gespräch und war vom Anblick der Ostküstenhure wenig angetan. Scheinbar lenkten ihn ganz andere Probleme ab.

Jack Jones hatte einen kleinen Claim gekauft und scheinbar ein Schnäppchen gemacht. Jedenfalls fand er einen leeren Lederbeutel und ein Dutzend Nuggets. Er war wohl auf eine echte Goldmine gestoßen und auf dem Weg zum Reichtum. Also Ritt er zurück in die Stadt, um im Black Soul einen Nugget zu verkaufen. Davon konnte er sich einen guten Whisky leisten. Wurde Zeit, das Geld auch anderweitig unter die Leute zu bekommen. Also ging Jack zu Westwood Freights. Dort hatte Willy MacBaine einen Job angenommen. Er saß mit seinem Kollegen Old Henry auf der Veranda und besah sich nur das Stadttreiben. Old Henry besah sich lieber seine Flasche, denn er trank gerne ein Schlückchen.

Als nun ein paar dahergelaufene Schläger einen der Einwohner schubbsten und sich dadurch provoziert sahen zuzuschlagen, mischte sich MacBaine augenblicklich ein. Da stand der Texaner nun und ihm vier miese Typen gegenüber. Einer gegen vier - bis sich Jack zu seinem Kumpel stellte. Zwei gegen vier. MacBaine versuchte die Sache friedlich zu lösen und schlug seinen Mantel zurück, um seine Knarren zu zeigen. Jedem sollte klar sein, dass dieser Mann zu Ende brachte was er anfing. Doch genau Heute hatten die miesen Typen ihren mutigen Tag und beleidigten MacBaine und Jack als dumme Texaner.

Genau das hörte Julie Strow, ebenfalls eine Texanerin. Sie war gerade in die Stadt gekommen und saß nun auf ihrem treuen Gaul Jack, als sie die Worte hörte und sich ebenfalls beleidigt fühlte. Sie kniff die Augen zusammen und sah verschwommen die Straße hinunter. Das Augenlicht war auch schon mal besser gewesen. Aber wenigstens hatte sie es noch - im Gegensatz zu ihrem linken Bein.

Schon wurden die Knarren gezogen und die blauen Bohnen flogen. Zwei der Schlägen waren bereits tot, bevor sie überhaupt ihre Holster erreichten, die beiden anderen kamen gerade so zum Abdrücken, verrissen aber im Todeskampf. Einer hielt etwas länger aus und MacBaine beugte sich zu ihm hinab. Der Cowboy wollte wissen, für wen die Schläger arbeiteten. “Cru-Crunch”, kam es dem Sterbenden über die Lippen, dann war es vorbei. Na ja, selber Schuld. Ein paar Freiwillige räumten nun die Leichen weg, immerhin sollte die Hauptstraße sauber und frei bleiben.

Die Texaner machten sich kurz bekannt, dann ritt Julie zum Black-Soul-Saloon hinüber. Absitzen und eine Unterkunft für die Nacht nehmen. Natürlich sorgte ihre Erscheinung für gehörige Aufmerksamkeit und schon musste die zielsichere Schützin erzählen, um was es sich bei der Schießerei gedreht hatte. Für die Übernachtung oder einen der vielen Whisky musste die Texanerin diesmal nichts zahlen.

Willy und Jack unterhielten sich noch auf der Straße, als ein geschniegelter Typ die Straße daher kam und sich als Ismael Crunch vorstellte. Crunch entschuldigte sich für das Benehmen seiner Männer und erklärte, er kaufe Land in der Gegend auf und seine Leute wären wohl etwas zu forsch gewesen. Land kaufen? Jack witterte sofort ein Geschäft und schon wechselte ein Claim seinen Besitzer. Ein satter Gewinn für Jack Jones. Der hatte nun kein Land mehr, aber dafür die Taschen voller Silberdollar.

Der Tag ging also gütlich und mit Gewinn zu Ende - doch bereits am nächsten Morgen gab es schlechte Nachrichten. Mann hatte hinter dem Gebäude des Pioneers die alte Hure Sally “Quick” Sanders gefunden - aufgeschlitzt wie ein Schwein. Das verstimmte Fields enorm, hatte das alte Mädchen doch in seinem Saloon gearbeitet. Also machte er mit Julie einen Deal aus: “Finde den Mörder der alten Quick und du zahlst hier eine Zeit lang nichts.” Julie schlug ein.

Zuerst einmal graste sie die üblichen Verdächtigen ab. Ihr fiel die neue Hure in der Stadt ein, vielleicht wollte die eine Konkurrentin aus dem Weg räumen. Aber Violet hatte ein Alibi. Sie war die Nacht daheim gewesen, was Jack Jones bestätigen konnte. Immerhin hatte er dort ein Zimmer zur Untermiete genommen. Also beschloss Julie, sich die Leiche genauer anzusehen.

Man hatte die alte Quick in die Chinesengasse gebracht. Dort landeten alle Toten, für die niemand eine richtige Beerdigung zahlen wollte oder die verschwinden sollten. Julie traf mit Metzgermeister Mister Wang zusammen, der kaum ein Wort Englisch sprach und immer wieder nur “Schwein, Quick, Quick, Schwein” sagte. Irgendwann begriff Julie und sah sich das Schweinegehege genauer an. Tatsächlich, da lag noch der angenagte Fuß der alten Quick und einige Därme, die jemand zu einem Zopf geflochten hatte. Na ja, keine verwertbare Spur mehr da.

In der Zwischenzeit übergab John Westwood seinen Laden in die treuen Hände seines neuen und zuverlässigen Angestellten Willy. Der alte Mann wollte einige geschäftliche Sachen erledigen und sah in Willys Augen, dass man diesem Texaner vertrauen konnte. Vor allem sollte Willy auf Old Henry achtgeben, denn der alte Suffkopp neigte zu spontanen Aktionen. Deswegen hatte man ihm auch die Patronen aus dem Colt genommen. Sobald Westwood im Zug saß schloss Willy den Laden ab, schnappte sich Old Henry und die beiden begannen mit einer Sauftour.

Auch Violet war sehr geschäftig und traf mit Charles River, dem Besitzer des Seven-Up-Saloons eine Vereinbarung: Sie bekam das kleine Hinterzimmer als Arbeitszimmer und die Gäste des Saloons bekamen eine schnelle Nummer zu günstigen Preise. “Die Masse macht’s”, lautete Violets Motto. Das freute vor allem Old Henry, der Violets Dienste sofort in Anspruch nahm, bevor er lostorkelte um noch eine Bahn zu schwimmen. Und das in Steins, der Stadt ohne Wasser. Willy war jedenfalls schon los, um am nächsten Tag einen klaren Kopf zu haben.

Früh am nächsten Morgen fand Westwood Old Henry am Wassertank des Bahnhofs. Jedenfalls einige Teile. Andere Teile waren im Tank. Sofort war die ganze Stadt auf den Beinen, um sich die eklige Sache anzusehen. Allen voran Julie, die erst einmal die zu einem Zopf geflochtenen Gedärme von Old Henry einsammelte. Willy ließ sich den Kopf vom Tank herunterreichen, um diesem eine gute Beerdigung zu ermöglichen. Zu allem Übel war Blut ins Wasser geflossen und so musste sich alles erst einmal einen Tag lang absetzen. Also gab es heute nur Whisky.

Jack nutzte die Zeit, um bei Crunch im Firestarter-Hotel vorzusprechen. Der wohlhabende Geschäftsmann suchte sicherlich noch einen guten Cowboy und Jack wollte seine Dienste anbieten. Schnell bemerkte er aber, dass Ismael Crunch ein übler Typ war. Ohne mit der Wimper zu zucken schoss er beim Frühstück den sturen Scatter über den Haufen, weil der seinen Claim nicht verkaufen wollte. Crunch schnippte etwas Blut vom Rührei und gab dann seinen Männern den Befehl, die Scatter-Söhne zu erschießen. Somit würde der Claim wieder frei. Mit Genuss aß Crunch dann weiter.

Jack machte sich vorsichtshalber auch vom Acker und suchte Willy MacBaine auf, um ihm davon zu erzählen. Ein Texaner wie Willy kann so etwas nicht dulden und schon war das kleine Aufgebot unterwegs, um die Scatters zu retten. Julie und Violet hatten sich den beiden angeschlossen und das Quartett der Gerechtigkeit ritt auf zwei Pferden und einem Muli zur Hütte der bedrohten Familie. Und da war einiges los.

Crunch hatte außerhalb der Stadt eine ganze Meute von Leuten, die nur auf ihren Einsatz warteten. Mehr als zwanzig Cowboys hatten die Hütte der Scatters aufs Korn genommen und schossen die Bude langsam zusammen. Sofort saß das Aufgebot ab und eröffnete ebenfalls das Feuer. Es war ein wahrer Kugelhagel, doch ein mieser Cowboy nach dem anderen hauchte sein Leben aus, bis schlussendlich der Boss den Befehl zum Rückzug gab. Doch er kam nicht weit. Julie schwang sich auf den Rücken ihres treuen Gauls, ritt hinterher und pustete den fiesen Kerl aus dem Sattel. Die Scatter-Boys waren gerettet und das Aufgebot konnte zurück in die Stadt. Immerhin musste noch ein Mord aufgedeckt werden.

Leider hatte noch immer keiner eine Ahnung, wer hinter der Sache stecken konnte. Vielleicht die Gründerväter Steins? Immerhin war die kleine Stadt vor fünf Jahren von einem desertierten Nordstaatler namens Lieutenant Albert Steins gegründet worden, in dem er hier sein Versteck aufschlug. Kurz darauf schlugen ihm die Apachen seinen Kopf auf und wurden wiederum von Seth Fields aufgeknüpft, als der mit seinem Treck hier entlangkam und beschloss, diese Ecke an den Schienen tauge wunderbar zum Siedeln. Allerdings war diese Theorie Julies irgendwie unhaltbar.

Der Tag verging ohne weitere Zwischenfälle. Willy MacBaine beschloss, dass er den Mörder von Old Henry stellen würde. Schwer bewaffnet und alleine stiefelte er in der Nacht los. Als der Texaner an der Chinesengasse vorbeikam, hörte er einen erstickten Ruf und eilte sofort hin, um nach dem Rechten zu sehen. Tatsächlich! Eine dunkle Gestalt hatte eine andere dunkle Gestalt von hinten gegriffen und zerrte sie weg.

“Stehen bleiben, Texaner!” forderte Willy und zog seinen Revolver. Der Fremde stieß sein Opfer weg und kam langsam auf MacBaine zu - es war Ismael Crunch, in seiner Hand ein scharfes Rasiermesser. Eindeutig die Mordwaffe. Augenblicklich gingen beide Männer aufeinander los. Stets im letzten Augenblick konnte sich Willy unter einem Hieb des Messers wegducken und antwortete mit einem Schuss aus seiner Waffe. Aber auch Crunch war geschickt und in seinen Augen funkelte ein mörderischer Bludurst. Doch der Texaner war einfach besser …

Crunch wanderte zu den Schweinen und Steins war sicher. Das erzählte Willy am nächsten Tag seinen Freunden - sehr zu Julies Bedauern. Immerhin hatte sie nun keine Beweise, die sie Fields vorlegen konnte. Die waren im Magen der Schweine verschwunden. Zu Willys Freude hatte jemand Unbekanntes in der frühen Morgenstunde einen Beutel mit frischen Koteletts auf die Stufen von Westwood Freights gelegt. Jedenfalls die Verpflegung war gesichert. Die würde er auch brauchen.

John Westwood hatte eine Lieferung Werkzeug und Saatgut für Eastman’s Creek. Eigentlich wollte jemand das Material abholen kommen, aber bisher hatte sich niemand gemeldet. Also sollte Willy den Ochsenkarren nehmen und die Waren nach Eastman’s Creek zum Bürgermeister bringen. Westwood Freights würde das halt in Rechnung stellen. Bevor das Aufgebot aufbrach wurden sie Zeugen, wie eine Arbeiterkohorte Iren aus Santa Fe eintraf. Scheinbar war Crunch Strohmann für den texanischen Minenmagnat Haste gewesen, der hier nun eine große Mine errichten wollte. Das roch nach Ärger.

Die Fahrt nach Eastman’s Creek sollte zwei Tage nach Norden hoch dauern und die Gegend galt als gefährlich. Also bat Willy seine Freunde doch mitzukommen. Gemeinsam hätte man sicherlich Spaß und es gäbe den ein oder anderen Dollar. Auch Violet war mit von der Partie, konnte sie doch auch in einer anderen Stadt für sich werben und die dortigen Ehemänner vielleicht zu einem heimlichen Besuch im Seven-Up einladen.

FarmhouseDer erste Reisetag verlief harmlos und auch die Nacht war angenehm. Am Morgen des zweiten Tags kam das Aufgebot jedoch an einer einsamen Farm vorbei, die verlassen wirkte. Jedenfalls drang kein Rauch aus dem Kamin. Vorsichtig näherten sich die vier der Farm, die von einem mit Stacheldraht umwickelten Zaun umgeben war. Vier Leichen hatten sich in dem Draht verheddert: Die Farmersfamilie!

Willy schluckte und zog seinen Revolver. Ihm war klar, dass sich wohl etwas Schreckliches im Haus befinden musste und die Farmer in den sicheren Tod getrieben hatte. Vorsichtig, Schritt für Schritt, näherte er sich dem Haus. Julie blieb in sicherem Abstand zurück, um Deckung zu geben. Jack fuhr mit dem Karren bis auf drei Schritte ans Gatter heran, während sich Violet die Toten genauer ansah.

Diese glichen blutleeren Hüllen, der Stacheldraht tief in die Haut gebohrt. In dem Augenblick jedoch, als Willy seinen Fuß auf die Schwelle des Hauses setzte, löste sich der Draht von alleine aus den Toten und begann mit wellenartigen Bewegungen. Verdammt! Blutdraht!

Die ganze Farm war von diesem Zeug umgeben und Willy beschloss sich im Haus zu verschanzen. Er rannte unters Dach und sah aus dem Fenster hinaus. Von hier aus erhoffte er sich einen guten Verteidigungsstand. Draußen tobte das Chaos!

Violet wurde von einem Teil des Drahtes angegriffen und konnte im letzten Augenblick wegspringen. Jack sah die Hure in Gefahr und stürzte sich auf den Blutdraht, um sich augenblicklich darin zu verheddern. Die Ochsen, nun ohne Führung, gingen panisch durch. Der sperrige Karren ließ nur eine Richtung zu und so brachen die Ochsen nach vorne aus. Sie kamen bis zum Haus, dann schlang sich der Draht um sie und begann die Tiere auszusaugen. Weitere Blutdrahte hatten den Weg aufs Dach gefunden und hangelten sich nun ins Gebäude hinein. Willy war ihnen eindeutig unterlegen.

Julie saß in sicherer Entfernung auf ihrem Jack und zog den Revolver. Sie kniff beide Augen zusammen, zielte kurz und drückte ab. Sie könnte problemlos als Kunstschützin auftreten. Eine Kugel nach der anderen zerfetzte Drahtstücke - doch für Texaner Jack kam jede Hilfe zu spät. Gurgelnd hauchte er im Draht sein Leben aus. Und auch Texaner Willy war mehr als angeschlagen. Nun galt es für beide Frauen wenigstens einen der Männer zu retten.

Während Julie den Weg freischoss, rannte Violet auf die Farm und prügelte mit ihrem neuen Schirm einen der Drahte zur Seite, dann lief sie den schräg stehenden Karren hoch und sprang durchs Fenster neben Willy. Sie knüppelte die blutsaugenden Kreaturen weg und trat Willy durchs Fenster auf den Karren, bevor sie hinterhersprang. Endlich konnte sich der Texaner wieder besinnen und gemeinsam rannte sie aus der Umzäunung, während Julie weiterhin zielsicher Deckungsfeuer gab. Die Blutdrahte sahen von einer Verfolgung ab und sättigten ihren Durst erst einmal an den Leichen des Ochsen und dem guten Jack Jones …!

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Cardstock Cowboys: Weird West - Starter Pack und Horrors of the Weird West

Erstellt von Taysal am 6. August 2009

Ich habe mir des Nachts mal “Cardstock Cowboys: Weird West #1: Starter Pack” und “Cardstock Cowboys: Weird West #2: Horrors of the Weird West” zugelegt. Die sind wohl günstiger geworden und bei dem Dollarkurs sind es nur wenige Euro die man ausgeben muss. In meiner Kindheit gab es an jeder Ecke für ein paar Mark Beutel mit Plastikcowboys und -indianern. Jetzt finde ich nur noch Schleich-Sammlerfiguren und Revell-Armeen im Maßstab 1:72. so haben sich die Zeiten geändert. Da ich kein Playmobil auf den Tisch stellen möchte und die D&D-Miniatures langsam nerven, könnte das eine gute Alternative sein. Zuerst wollte ich mir selber Pappfiguren erstellen, aber leider gab es keine guten passenden Motive.

cardstock-mundan“Cardstock Cowboys: Weird West #1: Starter Pack” enthält auf sechszehn Seiten verschiedene, farbige Papp-Miniaturen zum Ausdrucken,Ausschneiden und Kleben. Elf Seiten sind dabei “normalen” Menschen vorbehalten und jedes Modell gibt es jeweils als Frau und als Mann (insgesamt ungefähr 132 Modelle). Die in “Deadlands” vorkommenden Rollen werden dabei weitgehend abgedeckt: Also Cowboys, Schamanen, der Doc, Fotografen, verrückte Wissenschaftler und so weiter und so fort. Die letzten fünf Seiten wurden mit Monstern bestück (zirka 70 Modelle). Dabei nehmen die Mojave Rattler und der Maze Dragon jeweils eine ganze Seite für sich ein. Ansonsten gibt es die übliche Verdächtigen wie Tumblebleeds, Ghouls und Walkin’Deads in allen möglichen Varianten und Farben. Leider sind bei den wandelnden Toten keine Mädels dabei - nur Jungs. Schade.

“Cardstock Cowboys: Weird West #2: Horrors of the Weird West” ist auf acht Seiten dagegen nur mit Horrorgestalten gefüllt (zirka 90 Modelle). Noseferatus, Feral Deads, Cinematic Vampire, Adam - Dr. Frankenstein’s Monster, Springheel Jack, Automaton, Poison Woman und vieles mehr. Hier sind auch etliche weibliche Gruselkreaturen dabei. Allerdings gibt es keine so großen Monster wie den Maze Dragon aus “Cardstock Cowboys: Weird West #1: Starter Pack”. Das größte Vieh ist das Walkin’ Fossil, das ungefähr eine halbe Seite beansprucht.

Cardstock Cowboys: Weird West #2: Horrors of the Weird WestDie normalen Pappmodelle besitzen drei Seiten. Zwei davon sind in Farbe und identisch, die dritte Seite ist nur eine graue Silhouette des Motivs, mit der Bezeichnung und einer dazugehörigen Nummer (Bsp.: Walkin’Dead #4, Dragon Maze #1). Dazu kommt noch ein Klebefalz. Die Seite wird nun ausgedruckt, auf Pappe geklebt, ausgeschnitten, gefalzt und zusammengeklebt. Schon ist man im Besitz einer passenden Pappfigur für seine Deadlands-Runde. Die Modelle sind aber so leicht, dass sie ein Luftzug um- oder gar wegpustet. Außerdem besitzen die normalen Modelle keine Base, auf der man sie befestigen und beschweren kann. Das geht hervorragend mit den größeren Modellen wie Reiter oder große Monster, da die anders gefaltet werden und dann einen Boden besitzen. Hier kann man einen Stein, eine Münze oder ein Gardinengewicht einkleben. Dadurch wird die Sache etwas schwerer.

Eine weitere Möglichkeit für die Standard-Figuren ist es auch, sich im Spielebedarfsladen kleine Plastikfüßchen zu kaufen, in die man Kartonfiguren einstecken kann. Dann kann man eine der drei Seiten weglassen, da auf der Pappe nur Vorder- und Rückseite beklebt werden müssen. So werden die Figuren auch etwas schwerer. Oder man bastelt sich selbst kleine passende Basen, die man mit einem Gewicht versieht.

Neben den zu klebenden Modellen gibt es auch Figuren, die wie übliche flache Counter funktionieren. Das ist bei sehr kleinen Monstern und Schwärmen der Fall.

Die PDF-Ausgabe hat gegenüber einer Print-Ausgabe den großen Vorteil, dass man einen Bogen nach dem anderen aus dem Drucker jagen kann. Zur Not auch in Graustufen. Das ist die Produktion von Monsterhorden recht günstig. Wer mit Photoshop umzugehen weiß und die richtigen Filter und Werkzeuge einsetzt, kann auch weitere Änderungen vornehmen. Mit diesen Vorlagen ist das kein großes Problem.

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Deadlands: Reloaded 02 - Bob & Doc

Erstellt von Taysal am 3. August 2009

Parkins, einer der Bergleute und der englische Sir hatten ihr Leben ausgehaucht. Die Leichen wurden von Bob in den Waggon gebracht und auf eine der Sitzbänke platziert. Also nun Schwester Mary-Lynn das Monster sah, bekam sie einen heftigen Schreck und fiel erst einmal um. Das machte wiederum Bob neugierig, der noch nie eine Nonne gesehen hatte und seinem neuen Freund Doc viele Fragen stellte: “Bob? Booob? Bob? Doooc? Bob? Doc?”

Doc Quinn beruhigte den aufgeregten Bob erst einmal und erklärte ihm, dass es weder Mann noch Frau, sondern eine Nonne sei. Für Bob eine erstaunliche Sache, die ihn schwer beschäftigte. Während der Flickenmann nun darüber nachdachte und Schwester Mary-Lynn durchdringend anstarrte, beriet sich das angehende Aufgebot.

Kartenausschnitt um SteinsGlücklicherweise war aus der Prärie ein texanischer Postkutschenwachmann aufgetaucht, der einen Brief nach Steins bringen sollte. Bei seinem letzten Job hatte er Pech gehabt und wollte nun den einzigen Brief zustellen, den die Räuber zurüclgelassen hatten. Der Mann hieß MacBaine und war von den Schüssen angelockt worden. Natürlich war er sofort bereit zu helfen.

Im Laufe des Gesprächs stellte sich nun heraus, dass der Marshal auf der Suche nach einem Doc Hodges war, dem Arzt aus Las Cruces. Jemand hatte das Haus des Docs überfallen und seitdem war der Art verschwunden. Phelps wollte nun in der alten Silbermine des Arztes nachgucken, ob er sich nicht dort aufhielte. Ansonsten müsse man von einer Entführung ausgehen. Großteile des Aufgebots waren sich nun einig, dass irgend jemand mit Hilfe von Bob Ärzte sammelt. Na ja, oder so ähnlich …

Phelps beschloss nun beim Zug zu bleiben und lieh Doc Quinn seinen Braunen, Keezheekoni und Violet saßen gemeinsam auf einem Pferd, was den guten Doc wiederum kichern ließ. Scheinbar hatte er ganz eigene, erotische Vorstellungen von reitenden Frauen. Vorstellungen, die niemand mit ihm teilte. Jack hatte auch ganz andere Probleme, denn die Hand aus dem Kohletender tauchte unvermittelt vor ihm auf und er pustete sie sofort um.

Nun ging es weiter in Richtung der Hügel, denn dort sollte sich die Mine befinden. Allerdings kannte niemand den genauen Weg. Keezheekoni suchte zwar nach Spuren, fand aber keine. Es war auch wenig hilfreich, dass MacBane einen alten Wegweise unter einigen Steinen hervorzog. Trotzdem war die Richtung unbekannt. Die Schamanin konzentrierte sich nun und verwandelte sich in eine Eule, um die Gegend aus der Luft zu untersuchen. Das war auch sehr erfolgreich, ließ den Doc aber ohnmächtig vom Pferd fallen. Er kam erst wieder zu sich, als Violet ihn mit Riechsalz bearbeitete.

Das Aufgebot wusste nun, wo sich die Mine befand und ritt langsam um den Hügel herum. Dort stand der schweißnasse Ghost, den Doc erst einmal ordentlich abrieb. Hier standen auch der Pritschenwagen und der Gaul von Doc Hodges - vom Arzt selber aber keine Spur. Violet macht sich deswegen daran, den Wagen zu untersuchen. Der hatte irgendeinen merkwürdigen Geruch an sich. Die Hure nahm davon einen ordentlichen Zug und musste sich beinahe übergeben. Zu ihrem Leidwesen wollte der Geruch auch nicht weichen und setzte sich regelrecht in der Nase fest.

Als nächstes sollte es also in die Mine hineingehen. Keezheekoni ging im Dunkeln vor uns tastete sich lautlos an der linken Seite der Mine entlang, die anderen folgten in sicherem Abstand mit den Lampen. Als sie an eine Abzweigung kamen, gingen sie rechts weiter. Die Indianerin hatte beim Tasten die keine Abzweigung bemerkt und als sie über die Schulter blickte, war da kein Licht mehr hinter ihr. Also schlich Keezheekoni wieder zurück. Ihre Partner waren wiederum um die nächste Biegung, so dass auch aus dem Seitentunnel kein Licht drang.

Plötzlich blieb MacBaine stehen und blickte nach unten. Jemand hatte einen Draht quer durch den Tunnel gespannt. Sicherlich eine Falle. Der Texaner wollte das Aufgebot gerade warnen, da stubste ihn von hinten versehentlich Jack durch den Draht - doch nichts geschah. Im Licht der Lampen war zu erkennen, dass hier jemand vier Dynamitstangen angebracht hatte. Sie sollten wohl den Tunnel zum Einsturz bringen, doch war das misslungen. Eventuell lag es an den alten Dynamitstangen, die Violet vorsichtshalber von der Wand nahm und einsteckte. Da schloss auch Keezheekoni wieder auf und erklärte, der linke Gang sei wohl richtig.

Erneut ging die Schamanin im Dunklen vor. Ein fauliger Geruch lag in der Luft und wurde immer stärker. Misstrauisch geworden blieb Keezheekoni stehen und wartete auf das Aufgebot. Als sich die Partner mit den Lampen langsam näherten, wurden einige Kojoten sichtbar - untote Kojoten! Verdammt!

Keezheekoni riss ihren Speer hoch und beschwor Wölfe aus der Geisterwelt, die ihr beistehen sollten. Da stürmten auch schon zwei weitere Kojoten aus der Dunkelheit hervor und verletzten die Indianerin schwer. Sofort eröffneten die Texaner das Feuer auf die Untoten, während Violet mit einem Knüppel dazwischenging. Glücklicherweise hielten die Kojoten kaum etwas aus, doch der Überraschungseffekt war dahin.

Gemeinsam ging es nun weiter und der Tunnel endete unvermittelt vor einer Wand. Sackgasse! Erneut begann die Indianerin nach Spuren zu suchen und wurde langsam ungehalten über den Ton, den die Weißen ihr gegenüber anschlugen - falls sie von den Leuten nicht gerade ignoriert wurde. Keezheekoni ging aber erst einmal darüber hinweg und konzentrierte sich auf ihre Aufgabe. Tatsächlich entdeckte sie ein Stück falsche Wand und schob es beiseite. Licht drang in den Tunnel, sie hatten eine geheime Kammer entdeckt.

Darin lag Wilder gefesselt auf einem Metalltisch, Kopf und Körperteile verdrahtet, den Mun mit einem Gummiball verschlossen. Neben ihm stand ein Mann, auf den die Beschreibung von Doc Hodges passte. Er trug ein merkwürdiges, blinkendes Stirnband und hielt in der Hand ein summendes und elektrisch blitzendes Messer. Zwischen Türe und Tisch standen allerdings vier untote Männer - ähnlich denen, die den Zug überfallen hatten. Doc Hodges war wohl mehr als ein einfacher Arzt.

Keezheekoni eröffnete mit ihrem Bogen sofort das Feuer, wurde aber vom schießenden MacBaine zur Seite gestoßen. Mit “Keine Angst, wir retten Sie, wir sind Texaner” stürmte er den Raum. Violet nutzte dagegen die Gelegenheit und holte die Dynamitstangen hervor, um sie in Richtung der Zombies zu werfen. Einige der Stangen landeten auch dort, andere vor den Füßen des Aufgebots. Das wiederum wurde ganz bleich, denn die Hure hatte keine Ahnung, dass die alten Stangen zu schwitzen angefangen hatten und nun Nitroglyzerin enthielten. Eine falsche Bewegung, ein falscher Stoß und die Stangen würden explodieren. Aber darauf konnte jetzt niemand Rücksicht nehmen.

So wurde nun geschossen, geschlagen und geflucht. Schlussendlich gingen auch zwei der Dynamitstangen hoch, aber es blieben nur ein paar Kratzer zurück. Überhaupt hatte das Aufgebot mit Doc Hodges einfaches Spiel. Solange niemand auf das Dynamit trat kamen sie ihm immer näher. Er zerschnitt mit seinem Skalpell zwar kinderleicht die von Keezheekoni beschworenen Wölfe, doch schlussendlich ergab er sich Doc Quinn und war die Waffe weg. Dann war auch schon der letzte Untote vernichtet.

Wilder wurde befreit, Doc Quinn zerstörte die Geräte von Hodges und dann ging es zurück zum Zug. Unterwegs fand das Aufgebot heraus, dass Hodges in Wirklichkeit Radcliffe hieß und ein übler Gauner war. Aber auch Wilder schien dem Aufgebot sehr suspekt. Der beteuerte die ganze Zeit auf der guten Seite zu stehen und erklärte, niemand würde ihn am leben lassen oder Leute, mit denen er sich unterhalten hatte. Die Leute von Wasatch wären ihm auf der Spur und auch für den Überfall verantwortlich. Das konnte Keezheekoni bestätigen, hatte sie doch entsprechende Beweise gefunden.

Am Zug angekommen lieferte das Aufgebot erst einmal Radcliffe an Marshal Phelp aus, der sehr dankbar war. Die Informationen über Wilder wollte man erst einmal zurückhalten und verabschiedete den Marshal, der sich mit seinem Pferd und dem Wagen auf den Weg nach Las Cruces machte. Etwa zwanzig Minuten später hörte man aus dieser Richtung zwei Schüsse. Nun fiel dem Aufgebot erst auf, dass Bob fehlte. Während MacBaine und Violet beim Zug blieben, ritten die anderen dem Marshal hinterher.

Sie fanden Phelps mit gebrochenem Genick auf dem Wagen, von Bob und Radcliffe keine Spur. Scheinbar blieb ein Monster immer ein Monster. Als die Partner zum Zug zurückkehrten, war Wilder ebenfalls verschwunden. Nur seine brennenden Aktentasche war zurückgeblieben. MacBaine behauptete, Wilder hätte ihm einen Schlag verpasst und wäre dann in der Wildnis verschwunden. Fraglich ob das stimmte.

In den frühen Morgenstunden kam endlich Hilfe aus Las Cruces und es ging mit der Kutsche weiter. Das dauerte zwar etwas länger, aber schlussendlich kam das Aufgebot in Steins an …

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Deadlands: Reloaded 01 - Letzter Halt!

Erstellt von Taysal am 27. Juli 2009

Bei einem kleinen Testspiel zu Deadlands: Reloaded habe ich das Abenteuer Letzter Halt ausprobiert. Es ist recht spannend und beinhaltet eigentlich alle Elemente, die Deadlands ausmachen. Das Abenteuer ist allerdings für Deadlands Classic ausgelegt, mit Lückenfüllern aufgeblasen und hat einige kleinere logische Fehler. Ich kenne es nur als Fan-Übersetzung und weiß nun nicht, ob es im Original ebenso geschrieben ist. Für mich jedenfalls die Gelegenheit das Teil ein wenig zu überarbeiten und dann gestern zu leiten.

Das Abenteuer spielt in einem Zug der Bayou-Vermillion-Linie, der von El Paso nach Tombstone unterwegs ist. Noch gibt es kein Aufgebot und während der Reise ist genug Gelegenheit, sich kennenzulernen und anzufreunden. Ziel der Helden ist dabei Steins, das sich fünfzig Kilometer vor Tombstone befindet.

Steins ist eine typische Westernstadt, die sich gerade im Aufbau befindet. Silberminen und die Nähe zu Arizona haben etliche Glücksritter angezogen, die auch gerne mal den Sprung nach Mexiko wagen. Einziges Problem Steins’ ist leider, dass es dort zu wenig Wasser gibt. Das wird allerdings durch die Eisenbahn geliefert und stellt somit auch kein großes Problem dar.

Das angehende Aufgebot setzte sich nun aus verschiedenen Charakteren zusammen. Da wäre erst einmal die fesche Hure Violet McDonald aus New Orleans zu nennen - mit ihren roten Haaren und ihrem Temperament eine waschechte Irin, die sich im wilden Westen gute Geschäfte erhofft.

Das gilt auch für den aufstrebenden jungen New Yorker Arzt Simon Theodor Quinn. Er hatte schon viele schreckliche Dinge aus dem Westen gehört. Doch als aufgeklärter Mensche war ihm klar, dass die Leute einfach zu sehr an ihrem Aberglauben hingen.

Mister Jack Jones war dagegen anders gestrickt. Er hatte einige Silberdollar in der Tasche und gehört, dass in Steins Land billig sei. Und genau deswegen zog es den Cowboy in die Wüste. Er wollte endlich eine eigene Ranch haben.

Der professionelle Kartenspieler John Smith wollte ebenfalls einiges haben - vor allem die harten Dollars anderer Leute. Er war sich sicher, dass es kein Probleme geben würde das Geld den Leuten aus der Tasche zu ziehen.

Bei Sir John Howard aus England lag die Sache allerdings ganz anders. Ihm war der Erzengel Gabriel erschienen und hatte dem Earl befohlen in den Staaten für die christliche Ordnung zu sorgen. Und genau deswegen saß er nun im Zug.

Die Mescalero-Schamanin Keezheekoni war aus ganz anderem Grund unterwegs. Die Mescalero gehören zum Stamm der östlichen Apachen und stammen aus New Mexico. Keezheekoni kannte sich also in der Gegend aus und hatte einige Monate für die Konföderation als Kundschafterin gearbeitet. Nun war sie auf dem Weg zu ihrem Stamm und nutzte die Gelegenheit, um eine Zugfahrt zu machen und mal die Technik der Weißen genauer zu untersuchen.

4-4-0Am Abend des 26. Julis 1879 bestiegen diese sechs Reisende also den Zug nach Steins. Dabei handelte sich um eine 4-4-0, den American Standard - verdammt schnell und verdammt stark. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von vierundzwanzig Stundenkilometer war das Ziel also nur einen Katzensprung entfernt.

Natürlich waren auch andere Reisende im Wagen. Edwin Wilder, ein nervöser Mann der einfach nur seine Ruhe wollte. Außerdem Schwester Mary-Lynn vom Erlöserorden, die er zur Gründung eines Konvents nach Tombstone verschlug. Die beiden Bergleute Bill und Joe wollten in Steins Claims abstecken und nach Silber schürfen, während der Spieler Darrel Parkins nur auf der Suche nach einer schnellen Nummer und leichtem Geld war.

Da es eine lange Fahrt auf unbequemen Holzbänken sein würde, machten sich erst einmal alle miteinander bekannt. Dabei erwies sich Schwester Mary-Lynn als eifrige und nervige Glaubensvertreterin, die um das Seelenheil ihrer Mitmenschen besorgt war oder sie ins Höllenfeuer wünschte.

Parkins versuchte bei der Nonne zu landen, bekam aber keinen Stich. Auch Keezheekoni widerstand den tumben Annäherungsversuchen des Spielers und schlussendlich landete er dann doch bei Violet. Parkins Geldbörse war zwar etwas gebeutelt, aber er handelte für zwei Nummern im Gepäckwagen einen guten Rabatt aus und war damit recht zufrieden.

John Smith machte mit Bill, Joe, Jack und Keezheekoni einen Pokerpartie klar. Natürlich beeilte sich Parkins, um ebenfalls einsteigen zu können. Wie zu erwarten, machten die beiden Spieler die Pötte unter sich aus und machten einen hübschen Gewinn bei der Sache. Für Jack Jones bedeutete das allerdings den Verlust von ein paar Quadratkilometern Land.

Plötzlich war das schrille Mahlen von Metall zu hören, dann stoppte die American aprupt. Keezheekoni wurde von der Sitzbank geschleudert und knallte gegen die Fensterscheibe. Natürlich machte sich Doc Quinn sofort daran die Wunder zu versorgen, während Sir Howard, John und Jack nach dem Rechten sahen. Der Schaffner Kent Knuckels kam ihnen entgegen und berichtete, dass wohl ein Überfall geplant war. Doch man hätte Glück gehabt, die Banditen seien schon tot. Sid, der Bremser, habe sich ein Pferd aus dem Pferdewagen geliehen und sei unterwegs nach Las Cruces, um Hilfe zu holen. Dabei handelt es sich um Sir Howards Pferd.

Nun kamen auch Keezheekoni und der Doc nach. Die Wunde hatte schlimmer ausgesehen als sie schlussendlich war und gemeinsam machten sich die ausgestiegenen Reisenden daran die Sache genauer zu untersuchen. Verdammt, die Toten sahen wirklich schrecklich aus und fast allen fuhr ein Schrecken durch Mark und Bein.

Nach dem sich alle erst einmal beruhigt hatten machten sich Doc Quinn und Keezheekoni an die Untersuchung des Schauplatzes. Die Mascalero suchte zwar sehr gewissenhaft nach Spuren, aberdurch die Dunkelheit und den Schlamm gab es keine Zeichen, die sie lesen konnte.

Der Doc fand heraus, dass sechs der Toten durch Schläge, Bisse und Schnitte ums Leben gekommen waren. Der siebte Tote war jedoch von Kugeln durchlöchert und sein Kopf hatte jemand mit Schrot weggeblasen. Sir Howard war nun sehr besorgt und stieg auf den Zug hoch, während Doc Quinn und John nach den Pferden sahen.

Jack blieben vorne bei der Lok stehen und sah, wie Maschinist West und Heizer Babumbo die Banditen plünderten. Zu gerne hätte er sich daran beteiligt, doch der Schrecken war einfach zu groß und das Grauen zu frisch in Erinnerung, als das er Hand an die Leichen legen wollte.

In der Zwischenzeit hatte Violet im Gepäckwagen ihren Reisekoffer hervorgeholt und sich damit erst einmal nach Draußen gesetzt. Hier wartete sie ab, was geschah. Als ihr der Doc und John erklärte das etwas Gefährliches unterwegs sei, setzte sie sich lieber wieder rein. Sie kam gerade passend um zu sehen, dass Wilder etwas mit seiner Tasche anstellte und erschrocken aufblickte. Schnell wandte er seinen Blick ab.

Keezheekoni unterhielt sich in der Zwischenzeit mit dem Maschinisten über die 4-4-0. Der Mann war nur wenig gesprächig und erlaubte der Indianer an einigen der Hebeln zu ziehen, damit er seine Ruhe hatte. Allerdings passierte nichts und West wurde stutzig. Er hantierte ebenfalls an einigen Hebeln und ließ die Lok einen schrillen Pfiff ertönen: “Geht doch”.

Jack drehte sich nun zur Lok um. Diesen Pfiff hatte man sicherlich noch kilometerweit gehört. In dem Augenblick sah er eine Hand die auf den Tender sprang und sich in die Kohlen grub. Jack riss sofort seinen Revolver aus dem Holster und rieb sich verwundert die Augen. Sicherheitshalber hielt er nun die Kohlen mit der Waffe in Schach, während Keezheekoni von der Lok kletterte, um sich noch ein wenig umzusehen. Dabei entdeckte sie einige Zettel, die Babumbo achtlos weggeworfen hatte. Es handelte sich um ein Telegramm und einen Lohnzettel.

Die Schamanin schlenderte mit ihrem Fund nun zurück zum Wagen. Sie wollte sich einige Worte mit Wilder unterhalten, da sein Name im Telegramm auftauchte. Doch der mann wies sie schroff ab und setzte sich woanders hin. Dabei vergaß er seine Aktentasche, die Keezheekoni vorsichtig einsah. Papiere, Akten und das Diagramm eines komischen Menschen. Nichts, was die Indianerin auf Anhieb verstehen würde. Da bemerkte Wilder das seine Tasche fehlte und wurde sauer. Natürlich gab ihm Keezheekoni das gute Stück zurück.

Sir Howard bemerkte zu diesem Zeitpunkt einige Bewegungen in der Wüste und gab den anderen Männern vorsichtshalber Bescheid. Sofort kletterten der Doc, Jack und John ebenfalls nach oben. Doch bevor sie die Dächer der Wagen erreichten, stürmten von jeder Seite eine Handvoll lebender Toter auf den Zug zu. Scheinbar hate genau das die Banditen dahingerafft. Zu allem Übel schob sich vom Ende des Zugs eine große Kreatur nach oben. Im Dunkeln konnte man nur wenig erkennen, aber scheinbar war sie aus verschiedenen Körper und Hautfetzen zusammengesetzt. Sir Howard bekam einen gewaltigen Schreck und kurz auch Panik.

auf jeden Fall war ein Kampf ausgebrochen. Keezheekoni und Violet verschanzten sich mit den anderen Fahrgästen unten im Wagen, Sir Howard, Doc Quinn und John nahmen die Kreaturen von oben unter Feuer und Jack suchte sich eine geschützte Position etwas abseits des Wagens. Glücklicherweise waren auch einige der anderen Gäste bewaffnet und begannen zu schießen - doch schnell stellte sich heraus, dass Schusswaffen kaum Auswirkungen hatten. Die wandelnden Leichen steckten die meisten Treffer einfach weg. Nun war guter Rat teuer.

Keezheekoni eilte an die Türe zum Wagen und blickte hinaus. Sie beschwor aus der Geisterwelt zwei Wölfe und hetzte diese auf die Angreifer. Die Indianerin selbst griff zum Tomahawk und wartete auf eine günstige Gelegenheit. Auch Violet McDonald bewaffnete sich - allerdings nur mit ihrem Sonnenschirm. Zum Erstaunen und Glück aller, erwiesen sich aber gerade die Frauen als besonders wehrhaft. Gemeinsam mit den Wölfen jagten sie die Untoten in die ewigen Jagdgründe und ins Fegefeuer. Erstaunlich, was so ein Schirmchen alles aushält.

Die Männer ballerten derweil wild in der Gegend umher. Dabei hatten sie den Nachteil, da kaum etwas zu sehen war. Die Dunkelheit taugte kaum zum Schießen - aber die Jungs gaben zu keinem Zeitpunkt auf. Und wenn sie mal trafen, dann machte es denn Gegnern nichts aus. Das war es schlussendlich auch, was Sir Howard ausschaltete. Da hörte das Aufgebot Hufgetrappel in der Wüste und der Marshal aus Las Cruces tauchte auf: Marshal Dan Phelps!

Als er absaß und ballernd auf die 4-4-0 zukam, rief er plötzlich erstaunt “Zachary? Zachary Hanover?” aus. Das große Monster war vom Dach zum Boden gesprungen. Überrascht drehte es sich zum Marshal. Ein langgezogenes “Daaan” kam der Kreatur über die Lippen - “Booob”. Dann griff die Kreatur durchs splitternde Fenster in den Wagen hinein und riss den zappelnden und schreienden Wilder heraus. Ohne sich um den Kampf zu kümmern, rannte die Kreatur Richtung Pferdewagen.

Der Doc war erstaunt und setzte dem Monster über das Dach nach. Die Kreatur stoppte am Pferdewagen und riss mit einer Hand die Kette ab. Problemlos schob das Monster die Türe schwere Türe auf und kletterte mit Wilder im Arm hinein. Der plötzlich Anblick der schrecklichen Gestalt ließ die Pferde beinahe durchdrehen. Vor allem Ghost - Docs Hengst - hatte es schwer erwischt. Mit zuckendem und wirrem Blick wurde er vom Monster als Reitpferde für Wilder auserkoren. Die Kreatur setzte den Mann einfach auf den Hengst und gab ihm einen heftigen Schlag auf den Hintern. Flug galoppierte Ghost mit Wilder in die Wüste hinein.

Während vorne die anderen Reisenden den letzten Untoten in die Hölle prügelten - Violet war mit ihrem Schirm den Männern zur Hilfe geeilt - kam Keezheekoni in Richtung Pferdewagen geeilt. Doc erklärte kurz das Wilder mit Ghost verschwunden sei und die Schamanin schwang sich auch schon auf den Rücken ihrer Stute Nonomaee, um die Verfolgung aufzunehmen. Egal ob Freund oder Feind - Wilder würde ihr nicht entgehen. Derweil sprach der Doc beruhigend auf das Monster ein. Und tatsächlich - die Kreatur kletterte zu ihm und umarmte Doc Quinn herzlich schmerzlich: “Feuuunt” …

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