Rippers Cardiff 14 – Auf nach Frankreich

Nach einer etwas längeren Pause habe ich zwei Spielberichte zusammengefasst, um langsam wieder wieder aufzuholen. Es stand ein Reiseabenteuer mit dem Schiff an, dass ich ein wenig würzen wollte. Deswegen habe ich mir die Idee aus The Ship geklaut und eine Mörder-Organisation aufs Schiff gepackt. Die Organisation bekam von mir wiederum eine Verbindung zur Kabale verpasst. Und um die Rippers einzubeziehen, wurde einer von ihnen als Opfer auserkoren.

Um die Reise etwas besser auszugestalten, habe ich mir dann noch Deckpläne und Beschreibungen alter Passagier- und Postdampfer angesehen. Die Schiffe glichen ja kleinen schwimmenden Hotels und hatten bereits zur damaligen Zeit jegliche Annehmlichkeit – sofern es sich die Leute leisten konnten. Also flugs alle wichtigen Einträge herausgeschrieben, einen Überblick zum Abenteuer getippt und fertig. Als ich damit anfing hatte ich allerdings keine Ahnung, dass sich die ganze Sache über drei Spielsitzungen hinziehen würde. Vor allem hätte ich nie damit gerechnet, meine Spieler und ihre Rippers so oft in die Falle locken zu können. Es hat jedenfalls große Laune gemacht.

Nächste Woche sollte dann an dieser Stelle der finale Spielbericht zu „Das Schiff“ erscheinen. Allerdings habe ich noch ein oder zwei Ideen, um die Sache weiter auszubauen. Vielleicht sollte ich diese Ideen aber für weitere Reisen in der Hinterhand behalten. Mal sehen, was die nächsten Spielsitzungen bringen …

landrouteTorchwood hatte sich tapfer geschlagen und den Anhängern der Kabale in Schottland einen ordentlichen Schlag versetzt. Zurück in Cardiff wandte sich die Loge wieder alltäglichen Arbeiten zu. Tagsüber unauffällige Bürger Wales, Nachts monsterjagende Helden. Just zu diesem Zeitpunkt erhielten die Mustangs von ihrem alten Freund Doktor Emil White eine Depesche aus Frankreich. Darin berichtete Doktor White, den Lord Roy Mustang bereits aus Studienzeiten kannte, von außergewöhnlichen Funden und bat die Mustangs, ihn doch alsbald in Frankreich zu besuchen. White schrieb, er würde den fachkundigen Rat seiner Freunde benötigen.

Lady Mustang war natürlich sofort Feuer und Flamme, um den alten Familienfreund zu unterstützen. Leider war Roy unabkömmlich, also bat die gute Lady einige der anderen Logenmitglieder, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Lord Huntington, Lady Autum, Ian, Paddy und Dakhil sagten natürlich sofort ihre Hilfe zu. Davon ganz angetan erklärte Lady Mustang, sie würde für das einfache Volk die Reisekosten übernehmen, so, dass ihre Freunde ebenfalls via erster Klasse nach Frankreich gelangten. Standesgemäß nahmen die Lady und ihre Begleitung Passage auf der Jauqeline, einem luxuriösen Dampfer. Mit dem Schiff war es eindeutig angenehmer zu Reisen und binnen einer Woche sollte das erste Etappenziel erreicht sein: Marseille.

Die SMRP (Société Maritime Rapide Perte) Jaqueline – ein französisches Schiff mit französischer Besatzung – würde an der Westküste Europas entlangfahren, um Portugal herum, durch die Straße von Gibraltar, ins Mittelmeer hinein und östlich an Spanien entlang bis nach Marseille. Von dort waren es dann nur noch 324 Kilometer bis nach Arques – über Land und mit einer Fährstation – und anschließend wenige Meilen bis zum Haus von Doktor White. Die Reise auf dem Schiff würde sechs bis sieben Tage dauern und war sicherlich um einiges angenehmer, als mit dem Zug die knapp 929 Kilometer über Land zu fahren – inklusive dem ein oder anderen Umstieg.

Torchwood schiffte sich nun auf der Jaqueline ein und die Reise ging los. Bereits am Abend saßen Lady Mustang und Lady Autum am Tisch von Kapitän Maxim Péra und genossen die angenehme Gesellschaft. Das Schiff war hervorragend in Schuss, die Reederei genoss einen guten Ruf und es gab an Bord allerlei Annehmlichkeiten. Auch das Essen war hervorragend und üppig. Deswegen verzichtete Lady Mustang auf ihren Nachtisch und reichte ihn an Lord Goodwin weiter, der sich gerne über die Nachspeise hermachte, um kurz darauf mit einem Erstickungsanfall umzukippen.

Doktor Dahkil sprang sofort auf, um dem armen Mann zu helfen. Ian erkannte die Gelegenheit, denn niemand achtete mehr auf die Nachspeise und Lord Goodwin würde seine nicht mehr aufessen können. Der fette Großwildjäger griff also zu und machte sich auch noch über die anderen Puddings her. Kaum hatte er vom Goodwin/Mustang-Pudding gegessen, kippte er ebenfalls um. Auch hier sprang Dahkil sofort herbei und sorgte im letzten Augenblick dafür, dass Ian das der Nachspeise beigemischte Gift erbrach. Denn eines stand für Torchwood fest – jemand hatte versucht Lady Mustang zu vergiften. Aber warum?

Die Rippers beschlossen zu ermitteln. Solange der Fall unaufgeklärt blieb, solange schwebte Lady Mustang schließlich in Gefahr. Und erst einmal schien jeder verdächtig. Sogar die Witwe von Lord Goodwin, Lady Goodwin. Allerdings ergab die Vernehmung keine weiteren Hinweise. Dafür entdeckte Lady Mustang einen Zettel, den ihr jemand zugesteckt haben musste. Darauf stand ein Name: K. Apiz.

Der Kapitän ließ die Leiche in der Kabine der Goodwins aufbahren. Torchwood zog sich zur Beratung zurück. Allerlei Vermutungen wurden ausgetauscht, doch niemand hatte eine Idee, was das alles zu bedeuten hatte. Als beschlossen sie, am nächsten Tag mit neuen Kräften ans Werk heranzugehen.

Der Morgen brach an und es war ein wunderbarer Tag zur See. Die Ladys frühstückten im Cafè und die Lords genossen das ihre im Salon, bevor sie sich zum Tontaubenschießen am Bug begaben. Ian ergriff sofort die Gelegenheit und zeigte, wie gut er mit einem Gewehr umgehen konnte. Und da plötzlich entdeckte Paddy eine Leiche, die am Schiff vorbeitrieb: „Mann über Bord!“ gellte laut der Ruf.

Bei dem Toten handelte es sich um Eric Senac, einen französischen Ingenieur. Doktor Dahkil Thebens Untersuchung ergab, dass der Mann von einer Schrotladung im Rücken getroffen und dann über Bord gegangen war. All diese tragischen Umstände zusammen, hatten ihn schlussendlich ertrinken lassen. Die Sache wurde immer merkwürdiger. Deswegen durchsuchte Torchwood die Kabine Senacs. In seiner Schreibtischschublade entdeckten sie eine hochgiftige schwarze Mamba. Wie kam die dort bloß hinein?

Beinahe wurde Ian gebissen, aber Paddy ließ ein feuriges Geschoss in der Schublade hochgehen und verbrannte die Schlange zu Asche. Und damit auch den Zettel, der unter dem nun qualmenden Reptil lag. Scheinbar hatte der bastelfreudige Ire einen wichtigen Hinweis zerstört. Und obwohl Torchwood weiterhin nach Spuren suchte, gab es keine zu entdecken.

Zur Sicherheit bezogen Lady Mustang und Lady Autum eine gemeinsame Kabine. Somit begegneten sie auch den Gerüchten, die aufgrund von Ians Verhalten über Lady Mustang im Umlauf waren.

jaquelineDas Erwachen am nächsten Morgen erwies sich als sehr heikel. Zuerst schlug nämlich Lady Autum die Augen auf und fiel sofort in Ohnmacht. Auf ihrer Brust hatte es sich eine schwarze Mamba bequem gemacht. Das bemerkte auch Lady Mustang, als sie zu sich kam. Sie griff sich ein Kopfkissen und mit einem schnellen Griff war die Schlange darin gefangen. Und schwupps, ging das Reptil über Bord.

Torchwood war aufgeregt, denn ein unbekannter Serienmörder trieb an Bord sein makaberes Spiel. Und er hatte es auf Lady Mustang abgesehen. Ihre Person musste besonders bewacht werden. Lady Autum übernahm gerne diese Aufgabe, während die Männer auf die Jagd gingen. Die Ladys beschlossen bei einer Massage und einem Saunagang den Schrecken vom Morgen zu vergessen.

Ian, Dahkil und Paddy folgten nun jedem kleinen Hinweis, befragten Passagiere und achteten auf merkwürdige Gestalten. Aber sie machten keine Entdeckung. Auch eine erneute Befragung von Lady Goodwin ergab keine neuen Hinweis. Der Mörder verstand sein Handwerk. Und was machten die Ladys?

Die saßen nun in der Sauna und langsam wurde es immer heißer. Zu heiß! Also beschlossen sie die Sauna zu verlassen, aber die Türe war verschlossen. Jemand hatte sie von Außen verriegelt. Lady Autum versuchte den Riegel mit ihren telekinetischen Kräften zurückzuziehen, aber sie scheiterte. Und langsam rann der Schweiß an den schicklichen dicken Saunaanzügen herab. Die Ladys beschlossen um Hilfe zu rufen. Und Tatsächlich, ein Steward hörte die Rufe und rettete die Ladys.

Den Rippers war nun klar, dass sie auf der Hut sein mussten. Sie beobachteten Lady Mustang nun noch genauer, die sich mit Lady Autum aufs Sonnendeck zurückzog. Und prompt gab es einen weiteren Toten, den jemand im vorderen Schornstein zu entsorgen versucht hatte: Pascal Vidal. Der Name war den Rippers bereits untergekommen. Eine neue Spur! Die Männer ließen die Ladys auf dem Sonnendeck zurück und durchsuchten Vidals Zimmer.

Zu ihrer Überraschung befand sich auch in dessen Schublade eine Mamba und darunter ein Zettel. Darauf stand: C. Flameng. Ian hatte langsam einen Verdacht, um was es hier ging. Aber war der richtig?

Derweil genossen die beiden Damen die warme Sonne. Sie ließen sich von einem Italiener Tee reichen, dazu extra Zucker. Der Tee war köstlich, aber zu spät erinnerten sich die Ladys daran, dass an Bord ausschließlich Franzosen arbeiteten. Schon blieb Lady Mustang die Luft weg und Lady Autum setzte alles daran, ihre gute Freundin zum Kotzen zu bringen. Es war ein Giftanschlag!

Auf dem Deck herrschte nun Aufruhr. Die Passagier wurden unruhig. Da kamen Ian, Dahkil und Paddy herbei. Sie konnten alle beruhigen und der gute Dahkil nahm eine Untersuchung vor. Es war das Gift, an dem auch Lord Goodwin gestorben war. Dahkils Ansehen bei den Passagieren stieg um ein vielfaches an und so bekam er die Einladung zu einem kleinen Konzert im blauen Salon. Dort würde eine gewisse Caroline Mustang auftreten, eine junge Sängerin aus New York. Den Rippers fiel es wie Schuppen von den Augen: Hier musste ein Missverständnis vorliegen. Der Mörder war sicherlich hinter der Sängerin her. Oder?

Torchwood beschloss nun zu handeln. Während Dahkil und die beiden Ladys an Deck blieben und die Leute beruhigten, machten sich Paddy und Ian auf den Weg, um mit der Sängerin zu reden. Die war erst einmal verwirrt, dann aber glaubte sie den fremden Männern und zeigte sich ängstlich. Ihr war ganz Bange zumute und sie versprach vorsichtig zu sein und sich eine andere Kabine zu nehmen. Die beiden Männer waren zufrieden und machten sich auf den Weg zu ihren eigenen Kabinen. Dort wollte sich Torchwood treffen.

An Deck wurde Dahkil nun von einem verängstigten alten Mann angesprochen, der sich Sorgen machte, er könne das nächste Opfer sein. Dahkil beruhigte den Mann und der bat darum, zu seiner Kabine gebracht zu werden. Dahkil half natürlich gerne und ließ den Ladys ausrichten, er sei in zehn Minuten wieder zurück. Er wurde nie wieder gesehen.

Der nette Alte stellte sich als Mörder heraus, der Dahkil in die Falle lockte. In seiner Kabine zog er eine Pistole und bedrohte den Araber. Der sollte in die Schublade greifen, aber Dahkil ahnte, dass darin eine Schlange war. Er tat er so als würde er den Befehlen folge leisten, dann riss er die Schublade auf, damit die Schlange den Alten biss. Aber die Schlange machte nichts. Und der Alte drückte die Schublade wieder zu. Es kam zu einem Gerangel, dann schoss der Mann. Dahkil riss die Schublade nun ganz heraus und schleuderte die Schlange durchs Zimmer. Die Mamba landete irgendwo auf den Boden, fühlte sich bedroht und biss zu. Und zwar Dahkil. Dem gelang es nun die Kabine zu verlassen und die Türe von Außen zuzuhalten. Er hatte den Alten in der Falle, aber das Gift der schwarzen Mamba raffte den Araber dahin.

Noch waren die Rippers ahnungslos, doch nachdem Dahkil fernblieb, befürchteten sie das Schlimmste. Eine Suchaktion ergab keinen Erfolg. Also durchsuchte Torchwood nochmals alle Zimmer der Verdächtigen. Da plötzlich klopfte Claudette Flameng an die Türe eines der Toten. Paddy gab vor der Gesuchte zu sein, aber keine Zeit zu haben. Ein Brief wurde halb unter der Türe durchgeschoben und der Ire bückte sich, um ihn an sich zu nehmen. Schon kam es zur Schießerei, denn die Attentäterin wusste nun, wo sich ihr Opfer hinter der Türe befand. Doch Ian schoss die Türe aus den Angeln und alle stürzten sich auf Claudette Flameng.

Mit ihr marschierten die Rippers zum nächsten Zeugen, um ihn zu befragen. Der Mann war hilfsbereit und bot Torchwood Handschellen an, um die Gefangene zu sichern. Lady Mustang nahm das Angebot gerne an. Doch der Mann entpupptes ich als Kompagnon von Madame Flameng. Die Handschellen lösten sich problemlos und es kam zu einem erneuten Kampf. Waren denn alle an Bord verrückt geworden?

Während Paddy den Zeugen ausschaltete, erwischte Lady Mustang die Gefangene mit einer vergifteten Haarnadel. Claudette Flameng fiel zu Boden, wo sie im minutenlangen Todeskampf zuckte. Paddy ertrug das nicht länger und brannte der Frau mit einem Flammenschlag den Kopf weg, um der Sache ein schnelles Ende zu machen. Doch irgendwie fühlte sich das falsch an …

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