SR4: Grüße aus dem Grab

Berlin 2071 – Der erste große Auftrag ist beendet, das Team war sehr erfolgreich. Zugegeben, es gab einige Verluste und manch Sache lief schief. Doch im Großen und Ganzen ist dieser Schattenlauf erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Spieler und ihre Charaktere haben sich wacker geschlagen und geduldig die verschiedenen Tests der Regeln absolviert.

Nach der Vergabe des Auftrags durch einen Schmidt in Ausbildung, hat sich das Team erst einmal an die Recherchen gemacht. Operationsbasis war ziemlich schnell die Ein-Zimmer-Wohnung von Pan, dem zwergischen Technomancer. Sein kaltes Bier ist einfach ein Lockmittel für seine saufende Partnerin Lillith – und einige der Nachbarn (Ralle und Psycho), die Pan für wenig Geld anheuerte.

Der Auftrag selbst schien einfach: Graben sie Dreck über einen der Senatoren aus, denn der Mann ist keineswegs das, was er zu sein vorgibt. Klar, kann kein Problem sein dem amtierenden Justizsenator ans Bein zu pinkeln. Prompt geriet die Gräfin – eine englische Austauschschamanin ohne Talent – an die Berliner Sonderpolizei, wurde aufgemischt, verwanzt und wieder ausgesetzt. Mit den Bullen im Nacken konnte es ja nur spannender werden …

Nach einer ersten Auswertung führte die Spur zu einem alten, verstorbenen Decker. Nun, jedenfalls gab sich Teddy Savallas das Image eines Tote, um Ruhe zu haben. Doch das Team spürte ihn auf. Miese Gegend im Zentrum der Stadt, ein von Ghulen bewachter Friedhof, dessen Grüfte Residenzen für pensionierte Runner sind – und keinen juckt es. Aha, da scheint wohl mehr hinter zu stecken, als gedacht.

Auf dem Friedhof wurde sich dann erst einmal für den schweren Weg entschieden. Also die Ghulin im Reisebüro enthauptet, durch die Zentralheizung in den Kanal und am Brunnen auf dem Friedhof raus. Man hätte auch unverbindlich klingeln können, aber Runner lieben die harte Tour.

Savallas aka Pink Teddy aka Brown Bunny – nun Hacker anstatt Decker – war dann leicht zu knacken. Es hatte jedenfalls den Anschein er wäre auch ausgetrickst worden, als die SoPo anrückte, um das Team aus der Gruft zu bomben. Vielleicht wollte sich der Feigling auch nur aus der Affäre ziehen. So oder so, nach einem heftigen Feuergefecht mit der Sonderpolizei ließen die Runner den Zwergen laufen. Sie hatten ja auch was sie wollten: Neue Informationen.

Okay, die Rede war von Menschenfleisch e.V., einer angeblich uralten dicke Elfe und das der Senator Kannibale sei. Also stand der Plan fest: Zum alten Vereinshaus, dort die dicke Elfe aufmischen und mit den belastenden Beweisen zurück zum Schmidt. Klingt einfach, ist so, war es aber nicht.

Erst einmal in eine miese Ostberliner Gegend vorgerückt und in einem Abrisshaus Stellung bezogen, um das Vereinshaus mal ein paar Minuten zu beobachten. Dabei bekam Pan wegen einer verdammt großen Ratte Panik und eröffnete das Feuer. Die anderen prompt auch. Die Ratte tot. War ja nur ein Schamane und Connection von Troll Megatron, der – Zufälle gibt es – ebenfalls ein Nachbar von Pan ist.

Gemeinsam suchte man nun einen geheimen Eingang. Der war mal wieder im Heizungskeller. Leider übersah das Team die Sprengfalle, was für unerwartete Aufmerksamkeit sorgte. Doch egal, so kurz vor dem Ziel dachte niemand ans Umkehren und etliche entschärfte Sprengfallen weiter waren alle im Vereinshaus.

Hier wurde erst einmal eine sibirische Wertigerin befreit und ein astraler Manastrudel umgangen. Die dicke Elfe – auch bekannt als das Walross – hatte vor kurzem Schlachtfest und Besuch. Die Gelegenheit, sie zu überraschen.

Vorher wurde die Gräfin erst einmal von einem Feuerelementar geröstet. Merke: Erst das Errata lesen, dann das Elementar einsetzen. Sonst gibt es Probleme mit x und +.

Die Elfe war jedenfalls mit ihrem Lieblingsganger dabei, einen konkurrierenden Schieber über den Tisch zu ziehen. Der hatte wiederum draußen vor dem Fenster eine Runnerin zur Absicherung baumeln: Anka.

Das Team stürmte also in die Bude und eröffnet das Feuer. Na ja, erst einmal schätzte Psycho die Situation falsch ein und sprang Lillith mit ihrem Katana auf den Tisch, um die Elfe zu köpfen – köpfen klappte bisher ganz gut. Diesmal jedoch nicht.

Die Elfe sah schon komisch aus, kleine Dornen wuchsen ihr aus der Haus. Und dann besaß die Schlampe auch noch einen magischen Schutz, so das Lillith rücklings auf dem Tisch lag. Das nutzte Messer – der Ganger vom Walross – aus und stach einfach mit seinen Unterarmklingen zu, während Psycho mit zwei Salven über Lilliths Nase hinweg die Elfe umpustete.

Ralle wollte nun ebenfalls mitmischen und sprang auf das eine Ende des Tisch. Als Troll musste er sich ducken – denn einer Wippe gleich schleuderte seine Aktion Lillith wieder zum Eingang zurück. Dort war Pan gerade dabei die Sicherheitsdrohnen auszuschalten, als er von der schweren Orkin getroffen und begraben wurde. Die Drohnen nutzten die Situation aus und jagten den beiden etliche Kugeln in den Körper, bis sich nichts mehr rührte.

Messer brach kurzerhand durch die Wand ins Nachbarappartmen und kam mit einem Sturmgewehr zurück, was wiederum einige Leute von den Füßen holte. Anka nutzte die Ablenkung, um ihren Schützling aus der Gefahrenzone und in Sicherheit zu bringen. Messer wurde nun ebenfalls umgepustet, überall warStaub und Ralle flitzte durch die Wohnung, um sich im Schlafzimmer der Elfe zu verstecken. Immerhin – das Ganze hatte sechs Sekunden gedauert und es stand ein Runner gegen drei Drohnen. Eine scheinbar gute Bilanz.

Im Schlafzimmer knippste Ralle dann die Drohnen aus, schnappte sich die  wertvolle Vase („Da steht Made in China drauf, muss Ming-Dynastie sein“), den Pappkarton aus dem Kleiderschrank und seine Kameraden, um dann schwer bepackt zu türmen. Zugegeben, er schnappte sich nur Lillith und Pan, die anderen schienen tot oder zu schwer verletzt zu sein. Es waren eh drei BuMoNa-Helis im Anflug.

Im unsicheren Versteck und auf der Flucht vor der Gang der dicken Elfe, kam Lillith wieder zu sich. Blick in den Karton: Schokoriegel! Hätte man auch vorher reingucken können. Also schlich sich Ralle wieder zurück, um in der Wohnung nach den Beweisen zu suchen. Dabei wich er gekonnt den Gangern aus, die ebenfalls die Wohnung durchsuchten. Man kennt das ja aus „Tom & Jerry“. Schlussendlich fanden die Ganger den Troll doch, als er sich im Kleiderschrank versteckte und versuchte eine Katze zu imitieren. Zitat Ganger 1: „Hä, die dicke Elfe hat doch gar keine Muschi“. Nach dem Feuergefecht wurde der bewusstlose Troll ins HQ der Gang verschleppt.

Also zog nun Lillith los, um den Job zu beenden. In der Wohnung fand sie dann auch den versteckten Tresor – ein verdammt altes Modell mit altem Magschloss. Da sie keine Ahnung hatte, begann sie den kleinen Tresor auszubauen, um ihn mitzunehmen. Das rief wiederum Ganger auf den Plan – aber Lillith nutzte Gier, Schwert und Glück, um die Gegner auszuschalten und mit dem Tresor zu entkommen. Schwer bepackt daheim angekommen erst mal ein Bier und dann zum Doc.

Okay, der Run war erfolgreich. Man hatte die Gräfin verloren, die Wertigern streunte durch die Stadt, Ralle wurde als Geisel festgehalten, Psycho lag im Krankenhaus und Pan spuckte Blut. Wenigstens war der Tresor gar nicht abgeschlossen und das Beweismaterial vorhanden. Gegen Mittag tauchte auch Psycho wieder auf und das Zeug wurde abgegeben, um den verdienten Lohn zu kassieren. Endlich wieder Euros in der Kasse – da lachte das Runnerherz. Ralle lacht leider nicht mehr, sein Team sah nicht ein ihn auszulösen …

Schlussendlich ein erfolgreiches Spiel, in dem sich die Stärken und Schwächen des Systems stellenweise sehr deutlich zeigten. Im Ganzen gesehen aber ein funktionierendes Konzept, dass Potenzial besitzt. Das Grundregelwerk ist allerdings grottig geschrieben und viele Systemfunktionen sind keineswegs durchdacht. Bis das überarbeitete Regelwerk auf den Markt kommt, muss man halt ein wenig hausregeln oder mit Kompromissen leben. In diesem Sinne: Wähle deine Feunde mit bedacht, trau keinem Elfen und lass ab von Drachen!

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