50 Fathoms – Kampagnenlog #11: Meerjungfrauen küsst man nicht

Weiter geht es mit den spannenden Abenteuern der Schicksalsbringerin und ihrer Mannschaft. Immerhin gilt es eine Welt vor dem Untergang zu bewahren – im wahrsten Sinne des Wortes.

SPOILER: Das Kampagnenlog behandelt die Plot-Point-Kampagne und die Savage Tales aus dem Settingbuch. Zwar sind sämtliche Aufzeichnungen subjektiv und spiegeln die Abenteuer unserer Spielgruppe wieder, aber dennoch werden im Laufe der Zeit Handlungen und Geheimnisse aus der Kapitänskajüte offenbart. Diese Worte mögen als Warnung reichen.

Kaum waren wir einen Tag auf hoher See, kamen die ersten Probleme auf. Oder besser gesagt, ein wirklich großes Problem. Ein Roch schwebte am Horizont, so ein riesiger Vogel, und unsere Schicksalsbringerin stand wohl auf seinem Speiseplan. Die erste Überlegung war natürlich dem Federvieh mit vollen Segeln zu entkommen, doch der Roch war einfach zu schnell. Also stellten wir uns dieser gefährlichen Kreatur. Glücklicherweise hatten wir erst zwanzig Minuten zuvor die Masaquani Kyta Kytania aus ihrer Seenot geborgen (sie trieb auf einer Türe liegend dahin) und Kapitän Ceraptis befahl sie sofort an die Kanonen. Damit heizten wir dem Vieh ordentlich ein.

Der Roch versuchte die Schicksalsbringerin zu greifen und in die Höhe zu reißen, aber glücklicherweise ließ er bald von dem Versuch ab, denn wir bereiteten ihm einiges an Ärger. Vor allem unser Smutje gab sein Bestes. Er kletterte dem Vogel auf den Rücken und stach mit dem Dolch kräftig zu. Und dann, als der Roch abhob um zu entkommen, verpasste er ihm einen gezielten Kopfschuss in den Nacken. Das erledigte glücklicherweise den Roch, denn so wurde unser Smutje nicht in die Luft entführt und wir kamen an zusätzliches Fleisch und ein paar Federn. Unser vollbepacktes Schiff hatte nur ein paar Splitter verloren. Also reichten etwas Feinarbeit, um es wieder schick zu machen, während wir weitersegelten.

Unser Ziel war eine kleine Bucht, in der sich Grikks Gemeinschaft niedergelassen hatte. Dreißig Doreen lebten in der Enklave und es tat gut, endlich einmal wieder unter Seinesgleichen zu sein. Trikk, der Anführer der Gemeinschaft, bedankte sich für die Rettung des alten Doreen und schenkte uns eine große Bratfpanne, die unser Smutje dringend brauchte. Und da ging es schon wieder weiter. Helden können sich irgendwie keine Pause gönnen.

Als nächstes steuerten wir das Kristallriff an. Dort sollten diese merkwürdigen Meerjungfrauen leben, die es erst seit kurzem auf unserer Welt gab. Sie waren wohl mit den Menschen gekommen. Jedenfalls erzählte es der Kapitän so. Den Gerüchten nach sollten Meerjungfrauen halb Mensch und halb Fisch sein, wenigstens etwas, und menschliche Männer verzaubern können. Als wir uns also dem Riff näherten, stand der Plan deswegen fest: Kyta stieg in ein Fass und ich bugsierte sie vorsichtig zum Riff, damit unser Neuzugang ein Gespräch mit den Meerjungfrauen führen konnte. Tja, was soll ich sagen, irgendwie ging die Sache schief.

Die Meerjungfrauen waren an keinem Gespräch interessiert und stattdessen sangen sie nur. Zudem waren es gar keine Menschenartigen, sondern Doreen. Was soll ich sagen, die Schönste von ihnen hatte zudem ein Auge auf mich geworfen und ich war sofort hin und weg. Wortwörtlich. Gemeinsam mit meiner Liebsten ging es erst einmal abwärts. Zum Glück können Doreen lange die Luft anhalten, denn für alle anderen stellte sich die Sache schlimmer dar, vor allem für Kyta.

Die fand den Gesang zwar auch nett, erkannte aber die gefährlichen Verlockungen. Die Meerjungfrauen wirkten auf alle Männer, nicht nur auf die Menschen. Also machte sie der Schicksalsbringerin Zeichen, dass etwas nicht stimmte. Natürlich setzte der Kapitän sofort Kurs auf das Kristallriff, um seinen besten Mann zu retten. Zuvor befahl er jedoch, dass sich die Männer Rochfett in die Ohren stopfen sollten. Das taten sie auch, was zwar etwas half dem Gesang zu widerstehen, aber nicht gänzlich.

So sprang ein Teil der Mannschaft ins Wasser, während die anderen versuchten die Meerjungfrauen zu erledigen. Kyta kämpfte dabei tapfer vom Fass aus, während sie Richtung Schiff paddelte. Der Kapitän ließ das Riff befeuern, um dieses als Resonanzkörper aus dem Weg zu räumen, während die Meerjungfrauen weitersangen.

Es war ein Kampf auf Leben und Tod. Selbst der Kapitän schien den Reizen der wunderschönen Nixen zu erliegen. In seiner großen Weisheit hatte er aber zuvor seine Gedanken in die Tiefe geschickt und irgendwo eine Kreatur entdeckt, die er zur Hilfe rief. Aber das würde wohl noch etwas dauern, während sich weitere Meerjungfrauen näherten. Es sah wirklich böse aus, aber da gab ein Teil des Kristallriffs unter dem Beschuss unserer Kanonen nach. Es kam zu einer Dissonanz, durch die wir uns dann von der Sangesmagie befreien konnte. Und auch ich erkannte endlich die schreckliche Fratze, die mich in die Tiefe und somit in den Tod locken wollte. Dolch raus und auf sie mit Geblubber!

Nun endlich wendete sich das Blatt und wir zeigten den Meerjungfrauen, aus was für einem Holz die Mannschaft der Schicksalbringerin geschnitzt ist. Wir gaben alles und noch mehr, was schlussendlich auch zum Sieg führte. Eine der Meerjungfrauen wurde mit einem Schleppnetz eingeholt. Meine Gegnerin schlitzte ich erst einmal etwas auf, dann zog ich ihr eins mit meinem kleinen Delfin über und schickte sie ins Land der Träume. So hatten wir plötzlich zwei Meerjungfrauen in unserem Besitz, die an Bord sofort in Fässer kamen. Schließlich mussten sie ja irgendwie transportiert werden. Uns alles war klar, das war ein großer Fang…

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