50 Fathoms – Kampagnenlog #28: O Kacke!

Kennt ihr diese Spielabende, an denen ihr denkt eure Charaktere sind jetzt so krass geil, dass ihnen nichts mehr passieren kann? Das sie so fett im Heldengeschäft sind, das sich niemand mehr traut ihnen den Faden abzubeißen? Und dann kommt dieser eine Augenblick im Abenteuerleben, dieser eine erinnerungswürdige Augenblick, in dem ihr denkt: „O kacke!“

SPOILER: Das Kampagnenlog behandelt die Plot-Point-Kampagne und die Savage Tales aus dem Settingbuch. Zwar sind sämtliche Aufzeichnungen subjektiv und spiegeln die Abenteuer unserer Spielgruppe wieder, aber dennoch werden im Laufe der Zeit Handlungen und Geheimnisse aus der Kapitänskajüte offenbart. Diese Worte mögen als Warnung reichen.

Wir befanden uns noch immer auf Maroa und waren kurz davor abzulegen. Da erzählte Kyta etwas von einem Verschlinger, der die Fischer in den Mangroven heimsuchte. Der nächstbeste Masaquani den ich befragte, konnte das bestätigen und schimpfte dann auf die Atani hoch droben in den Wipfeln, die deswegen den Leuten unten den Broterwerb schwer machen würden. Man würde selbst nicht in den Mangroven fischen dürfen und so wäre es nur schwer möglich Geld zu verdienen. Auf unsere Nachfrage, warum die Masaquani nicht einfach weiterziehen und eine eigene Siedlung gründeten, kam keine richtige Antwort, nur Geschimpfe in der Art „die da Oben sind an allem Schuld“. Das schien wohl ein grundlegendes Problem.

Also sprachen wir erneut bei König Ras vor, der sich gerade mit den Ältesten der Atani im Gespräch befand. Die Atani vermissten zwar seit einer Woche zwei ihrer Mangrovenwächter (Keppler und Ara), sahen das aber nicht als großes Problem an. Und von einem Verschlinger hatte der König noch gar nichts gehört. Als wir uns nach den Problemen der Leute unten im Hafen erkundigten erklärte König Ras, dass diese einfach unzufrieden wären und nur schwer akzeptieren könnten, dass die Atanijagdgründe halt Atanijagdgründe seien. Es stände ihnen auch jederzeit offen weiterzuziehen und eine eigene Siedlung zu gründen. Das wollten die Masaquani aber nicht. Egal wie oft die Atani sie dazu drängten. Tja, wer kennt das nicht: Die Korallen im Riff des Nachbarn erscheinen halt immer schöner als die eigenen. Vielleicht können wir vermitteln, aber erst einmal wollten wir klären was es mit dem Verschlinger auf sich hatte.

König Ras erteilte uns die offizielle Erlaubnis zur Ermittlung und wir zogen los. Als erstes besuchten wir Keppler. Ich hatte mich bei Arla zwar nach den Begrüßungsbräuchen der Atani erkundigt, aber doch das Falsche gemacht und versehentlich mein Beileid ausgedrückt, inklusive rituellem Obstsalat aus Gum-Gum-Frucht. Peinlich. Aber Keppler sah über die Sache hinweg. Sie hoffe ja immer noch, dass ihr Mann lebte. Mir und meinen Offizieren war natürlich klar: sicher nicht. Aber wir sagten es nicht.

Dann ging es zu Aras Heim, wo seine Frau mit dem Neugeborenen Ras lebte. Hier machte ich die Sache richtig. Und auch hier war uns klar: sicher nicht. wenigstens ließ ich ein paar Achterstücke bei der Witwe in spe, die ich als übliches Neugeborenengeld ausgab. Ich wollte ihr nichts aufs Auge drücken, dass eine Witwe alles Geld der Welt gut gebrauchen könnte. Und mir als Doreen rührte es ans Herz, das der kleine Ras keinen Vater mehr hatte. Ich selbst war einst in dieser Situation, als die Kehana meine Familie zerfleischten.

Nun stiegen wir in unseren Wellenreiter um und fuhren ging in die Mangroven. Dort trafen wir auf den Mangrovenwächter Iff, der sehr hilfsbereit war, aber keine neuen Erkenntnisse hatte. Also sahen wir uns selber um. Ich stieg zudem ins Wasser und suchte den schlammigen Boden ab. Da entdeckte ich im Schlamm eine Signalpfeife, wie sie die Wächter einsetzten. Bevor ich mir die Sache jedoch genauer ansehen konnte, witterte ich Unrat. Aber was könnte es sein? Es war ein großer Hai!

Auch Kyta hatte den Fisch gesehen und ihm blindlings eins in die Flosse geschossen. Aber das machte dem Vieh nicht viel aus. Zumindest war der Hai verwirrt, was ich ausnutzte. Ich zog mein Messer, schwamm dem Vieh entgegen und rammte ihm die Klinge in die Kiemen. Na ja, das war der Plan. Aber irgendwie verlief alles ganz anders – vor allem unglücklich.

Der Hai kam wieder zu Sinnen und biss zu. Die Verbindung von Knoblauchöl, Kapitän und Haifischzähnen scheint kein Glück zu bringen. Jedenfalls wurde ich schwer verletzt und sah nur noch Seesterne. Kyta und die Mannschaft ballerten, während Arla ihre Zauber sortierte. Es war halt auch wenig zu sehen.

Ich konnte mich von dem Hai lösen und fand irgendwie den Weg nach oben. Die Besatzung zog mich rein, da kam der Hai auf uns zu und biss erneut zu. Er traf unseren Wellenreiter, zog ihn etliche Meter mit sich durch die Mangroven und hatte mich dabei auch noch erwischt. Das sah nicht gut aus, vor allem als ich dann noch ins Wasser fiel. Und obwohl alles schoss und Iff zur Hilfe eilte, bekamen wir das Vieh nicht in den Griff.

Der Hai war einfach nur noch wütend und setzte zum nächsten Angriff an. Ich befahl die Rettung zu den Bäumen, obwohl ich im Wasser treibend ein leichtes Opfer war. Wir hätten Scampimus mitnehmen sollen, aber der schrubbte im Hafen die Muscheln.

Einige schafften den Sprung zu den Bäumen, andere landeten im Wasser, der Hai zerbiss das Boot und Arla rettete sich in die Luft, um von dort auf das Vieh zu zaubern. Wer an einem Baum hing versuchte höher zu kommen. Wer im Wasser war versuchte an einen Baum zu gelangen. Kyta schoss wie wild und auch Iff gab sein Bestes. Da schnellte der Hai aus dem Wasser hoch und schnappte sich den Atani. Zack, da war Iff auch schon mausetot. Das rang Arla Respekt ab, die sich nun auch einen Baum suchte. Derweil hatten mich unsere Leute aus dem Wasser gezogen. Aber wir waren noch immer viel zu niedrig am Stamm und überall war nur noch Panik. Der blutrünstige Fisch setzte erneut zum Angriff an. Doch glücklicherweise traf die tropfnasse Kyta das Vieh diesmal genau richtig und schaltete den Hai aus.

Wir amteten auf. Arla kam herbei und versorgte meine Wunden. Da saßen wir nun in den Mangroven fest … ausgezogen um den Atani zu helfen und abgezogen von einem verdammten Hai. O Kacke!

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