50 Fathoms – Kampagnenlog #31: Die zwölf Hände

Hier kommt der Spielbericht zur voraussichtlich letzten 50-Fathoms-Spielrunde 2019. Terminlich wird es in der Adventszeit ja immer etwas enger. In der Spielsitzung habe ich dann auch herausgefunden, dass ich beim letzten Mal tatsächlich einige Sachen regelrecht verschlafen habe, beziehungsweise vergessen. Die packe ich dann einfachheitshalber in unten stehenden Spielbericht. An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit, um mich bei meinem Spielleiter und meinen Mitspielern für die lustige Runde zu bedanken.

SPOILER: Das Kampagnenlog behandelt die Plot-Point-Kampagne und die Savage Tales aus dem Settingbuch. Zwar sind sämtliche Aufzeichnungen subjektiv und spiegeln die Abenteuer unserer Spielgruppe wieder, aber dennoch werden im Laufe der Zeit Handlungen und Geheimnisse aus der Kapitänskajüte offenbart. Diese Worte mögen als Warnung reichen.

Wir hatten als das sagenumwobene Deiking erreicht, die Stadt der Tore, die Stadt der zwölf Hände. Unseren Informationen nach war der Hafen neutral, aber jedes der weiteren zwölf Stadtviertel wurde von einem anderen Herren regiert.

Im Hafen ging ich mit meinen Offizieren von Bord und in die nächste Taverne hinein. Es war „Die Rote Laterne“, ein einfaches, aber gemütliches Etablissement. Hier erkundigten wir uns nach den Gepflogenheiten der Stadt und stellten schnell fest, dass wir in einer vollkommen anderen Kultur gelandet waren. Wir konnten weder die Sprache, noch kannten wir Sitten und Gebräuche. Die Namen waren regelrechte Zungenbrecher, der Dialekt der Deikingnesen sorgte für Verwirrung und dann sehen für mich alle Menschen ja gleich aus. Hätten sie wenigstens Schuppen gehabt. Aber wir gaben uns Mühe. Vor allem Arla und Kyta versuchten mich ständig auf Kurs zu halten. Ich strengte mich an, aber einfach war es nicht. Wahrscheinlich war ich auch zu aufdringlich, aber ich wollte halt so viel wie möglich wissen.

Nach einer ersten Orientierungsphase beschlossen wir Opium zu kaufen. Das Zeug sollte wohl wahre Wunder wirken. Auf dem Weg zum Opiumlord kamen wir aber vom Weg ab. Wir kauften ein paar Sachen ein und machten uns dann auf den Weg zu dem Anführer der zwölf Hände. So nennen die in Deiking ihre Herrscher. Überraschenderweise waren der Opiumlord und der oberste Anführer nicht identisch. Wir waren eh schon ganz durcheinander mit den Namen. Also saßen wir plötzlich in dem Büro eines hochrangigen Beamten des Opiumlords, der uns alle möglichen Informationen aus der Nase ziehen wollte. Kyta plauderte auch munter darauf los, ich war eher skeptisch. Der Mann hätte ja auch der Hausmeister sein können.

Jedenfalls brachten wir irgendwie unser Anliegen vor. Aber der Kerl wollte tatsächlich Beweise und amtliche Dokumente, die belegten, dass wir unterwegs waren um die Welt zu retten. Mal ehrlich, die hatten wir doch selber nicht. Wir selbst waren unterwegs, weil wir dem Wort einer Scurillian und einer Magierin glaubten. Der „Beamte“ ging mir auf die Schwimmhäute. Außerdem, wie soll man Leuten glauben schenken, die Wände aus Papier haben? Aus Papier? Und Türen, die man schieben muss. Schieben!

Als der Deikingnese uns alleine ließ, damit wir uns beraten konnten, schnitt ich erst einmal ein kleines Fenster in eine der Wände. Das ging ganz einfach. Ist ja nur Papier. Und ich wollte wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht. Vielleicht wurden wir ja nur veralbert. Na ja, was soll ich sagen? Es gab einen großen Aufstand und kurz darauf standen wir wieder auf der Straße. Dann eben nicht. Würden wir halt weitersegeln und die Deikingsnesen nicht an der Weltrettung beteiligen. Diese Banausen.

Wir gingen zurück zum Schiff. Damit der Abend wenigstens noch gut ausklingen konnte, bekam die Mannschaft Landgang und ein paar Achterstücke, um diese in der Roten Laterne auf den Kopf zu hauen. Meine Offiziere und ich gingen dagegen in den Jadetempel, ein gehobenes Restaurant.

Hier wurde wir von Tam gut bedient und bestellten etwas, das Sake genannt und heiß getrunken wurde. Das ist so ähnlich wie Rum oder Grog, aber in anders. Dazu gab es ordentlich zu essen. Die Sachen nannten sich Kostbarkeiten oder so. Egal, wir ließen es uns gutgehen. Der Jadetempel war nicht gerade bestens besucht. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die zwölf Hände in den oberen Stockwerken eine Besprechung oder ähnliches hatten. Deswegen mieden die Einheimischen an diesem Abend das Lokal. Aha, das war mal spannend zu wissen.

Wir bestellten nun zwei Flaschen des kostbarsten Sake und ließen ihn mit unseren besten Empfehlung nach oben bringen. Soll ja niemand sagen, dass wir knauserig sind. Und tatsächlich, als wir gingen wurden wir von Wachen angesprochen. Eine der Hände wollte uns in seinem Palast sprechen. Unser Hintergedanke hatte sich dann doch gelohnt. Gut, denn nach dem Kauf des Sake waren wir fast pleite.

Angeheitert ließen wir uns zum Palast führen. Es war der Herr über die Rüstungen, der uns zu sprechen wünschte, ein dicker Deikingnese namens Bo Han oder so. Dieser war unserem Bericht ganz zugetan und meinte, er würde uns unterstützen. Aber dafür sollten wir die Schwarzpulverfabrik des Anführers sprengen. Dann würde er neuer Anführer und uns gerne unterstützen. Kyta und Arla waren dagegen, ich bat um Bedenkzeit. Die gab uns Bo Han gerne. Damit wir aber keinen Unsinn anstellten, schickte er seine Wachen als Aufpasser mit.

Zurück an Bord der Ceraptis war klar, dass wir da nicht mitmachen. Jedenfalls nicht ohne abzuklären, ob die erste der zwölf Hände nicht nett und umgänglich war. Also beschlossen wir, noch in der Nacht dort aufzutauchen und das Gespräch zu suchen. Bo Hans Wachen wegen, verließen wir unser Schiff heimlich am Heck und schwammen unter Wasser auf Abstand. Dann verkleidete uns Arla als Geishas. Ich bekam die Anweisung auf jeden Fall die Klappe zu halten. Und damit mein Tippelschritt passt, wurden meine Füße mit einem kurzen Strick zusammengebunden. Na ja, alles für die Weltrettung!

Wir gingen zurück zum Jadetempel, denn Tam war bisher eine gute Informationsquelle. So auch diesmal. Er war bereit uns zu helfen. Eine mit ihm befreundete Dienstmagd schleuste uns zum Palast der ersten Hand. Dort waren wir auf uns alleine gestellt. An den ersten Wachen kamen wir mit unserer Verkleidung noch vorbei, aber beim nächsten Posten klappte es nicht mehr. Wir sprachen halt kein Deikingnesisch. Also schlugen Kyta und ich die Wachen nieder. Dann huschten wir ins Innere des Palastes, um den Herrscher der Stadt zu suchen.

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