50 Fathoms – Kampagnenlog #32: Der geniale Plan

Die erste Spielrunde unserer 50-Fathom-Kampagne 2020 war ein voller Erfolg. Also wahrscheinlich… hoffentlich… äh…

SPOILER: Das Kampagnenlog behandelt die Plot-Point-Kampagne und die Savage Tales aus dem Settingbuch. Zwar sind sämtliche Aufzeichnungen subjektiv und spiegeln die Abenteuer unserer Spielgruppe wieder, aber dennoch werden im Laufe der Zeit Handlungen und Geheimnisse aus der Kapitänskajüte offenbart. Diese Worte mögen als Warnung reichen.

Wir schlichen vorsichtig durch den Palast des Anführers der Zwölf Hände. Auch Little John war mit von der Partie, der sich bisher immer dezent im Hintergrund hielt. Er, Arla und Kyta sahen einfach bezaubernd in ihrer Verkleidung aus. Aber als Doreen habe ich wahrscheinlich auch eine etwas andere Perspektive auf die Dinge.

Wir kamen jedenfalls gut voran. Still und leise schlichen wir an den Palastwachen vorbei, wie Schatten. Dann erreichten wir den Thronsaal des Palastes. Und zu unserer Überraschung auch den Hausherrn. Der war amüsiert uns zu sehen, blieb aber recht gelassen. Wenn das passiert, muss man besonders vorsichtig sein. Jemand der keine Angst vor gefährlichen Leuten hat ist entweder noch gefährlicher oder ein Idiot. Offensichtlich hatten wir es aber mit der ersten Sorte von Leuten zu schaffen.

Wir erklärten dem guten Mann also wer wir waren und was wir wollten. Außerdem wiesen wir darauf hin, dass einer seiner Konkurrenten danach trachtete, selbst größter Kriegsherr von Deiking zu werden. Zu unserer Überraschung erklärte unser Gegenüber (ich kann mir die ganzen Namen nicht merken, Verzeihung), dass wir den Auftrag ruhig ausführen sollten. Jedenfalls sollten wir das vortäuschen. Das entstehende Chaos sollte dann genutzt werden, um den fiesen Möp hereinzulegen. Das war zwar irgendwie auch eine Gewaltlösung, aber sie erschien uns weniger hinterhältig. Außerdem sollten wir sofort Unterstützung für unsere Leute bekommen. Also sagten wir zu. Um keinen Verdacht zu schöpfen, ging es dann wieder in Verkleidung zurück an Bord der Ceraptis. Kyta war dermaßen erschöpft, dass in dieser Nacht Dwain und Little John ihr Gesellschaft leisten mussten. Die Arme.

Am nächsten Tag gab es erst einmal Frühstück, anschließend besuchten wir einen bekannten Tätowierer. Der stach die Bilder wohl nicht, sondern schabte sie, wie Arla erklärte. Kyta wollte sich ein Bild des Kapitäns schaben lassen (also mir), Arla einen Kompass. Dabei kamen wir mit dem Künstler ins Gespräch und erfuhren, dass die Hand des Alkohols dessen jugendliche Tochter entführt hatte und zu ehelichen gedachte – gegen ihren Willen. Der Mann tat uns leid und bis zum Abend waren es noch ein paar Stunden. Sicherlich genug Zeit für eine Rettungsaktion. Wir hatten ja schon genug Ärger in der Stadt, da konnte etwas mehr nicht Schaden.

Also marschierten wir zum nächsten Palast. Diesmal wussten wir, wie man sich verhalten musste. Also hielten uns keine Wachen auf und schon bald saßen wir vor dem nächsten hohen Beamten. Anstatt einfach zu fordern mit seinem Herrn zu sprechen, gaben wir vor ein großes Geschäft tätigen zu wollen. Also ein wirklich großes. Es ging um einen bedeutenden Haufen. So groß und bedeutend, dass die Sache den obersten Herrn interessieren sollte. Denn der machte sicherlich auch nur große Geschäfte.

Während ich zusammen mit Little John den Beamten gekonnt in ein Handelsgespräch über Alkohol verstrickte, entschuldigten sich Arla und Kyta kurz, um sich frisch zu machen. Das war natürlich nur ein geschickter Vorwand, um den Plast zu erkunden und sich alles etwas genauer anzuschauen. Dabei entdeckten sie den Verlauf der Kanalisation und ein Gebäude, dass besonders bewacht wurde.

Derweil leierte ich dem Beamten ebenfalls Informationen heraus. Noch war die Entführte nicht verheiratet, aber das sollte bald schon geschehen. Sie wäre dann die vierte Frau. Die Hand des Alkohols sammelte die Damen wohl wie Muscheln am Strand. Also reifte in mir ein Plan heran. Während der Beamte seinen Herrn über das große Geschäft informierte, tauschten wir uns dann kurz aus. Mein Plan nahm Gestalt an.

Die Hand des Alkohols war freundlich, aber kühl. Das Geschäft interessierte ihn schon, aber er ging wohl davon aus, dass wir nicht so viel zahlen könnten. Immerhin bot ich ihm an, die Rumversorgung unserer Flotte zu übernehmen. Irgendwann schluckte er den Köder dann doch. Um die ganze Sache zu besiegeln, schenkte ich ihm dann meine erfahrenste Offizierin: Kyta. Sie würde ihn nur zu gerne heiraten und ihr hervorragender Ruf in Liebesdingen eilte ihr voraus. Ha, das klappte super. Vor allem, da  Kyta nicht damit gerechnet hatte. Aber ich war mir sicher, ihr wütender Blick sollte sagen: „Tolle Idee, mein Kapitän. Ich weiß was du vorhast und mache da gerne mit. Du bis ein großartiger Planer.“

Um die Sache zu besiegeln, bekam der Kriegsherr dann Arla als Kytas Zofe direkt mit. Da war auch Arla erstaunt. Die Hand des Alkohols konnte oder wollte das „Geschenk“ nicht ablehnen. Somit hatten wir schon mal zwei aus unserer Mannschaft im Palast bei den Frauen.

Little John und ich verabschiedeten uns. Während die Mädels ins Frauenhaus gebracht wurden, verließen wir den Palast. Wir suchten den Zugang zur Kanalisation. Da gab es zwar ein Gitter mit Schloss, aber es gibt kein Schloss, dass Little John nicht zu knacken vermag. Anschließend stapften wir durch die Abwasser der Stadt in Richtung Palast. Nun zahlten sich mein Talente als Kundschafter aus. Wir fanden nicht nur den Weg, sondern konnte auch einige Fallen umgehen. Irgendwann waren wir unter dem Palast. Wir mussten jetzt nur noch das richtige Loch finden.

Derweil genossen Arla und Kyta die Annehmlichkeiten des Frauenhauses. Sie horchten die anderen Frauen aus und erfuhren, dass sich die Tochter des Tätowierers in einem anderen Haus aufhielt. Sie würde aber bald erwartet, dass sie von den Ehefrauen des Kriegsherrn hergerichtet werden sollte. Das klang schon einmal gut.

Nun täuschten Kyta und Arla Darmprobleme vor, um gemeinsam auf die Latrine zu können. Das Abflussloch war mit einem Gitter gesichert. Offensichtlich wollte schon mal eine der Damen so entkommen. Unsere beiden Offizierinnen versuchten das Gitter mittels Magie wegzusprengen, was aber nur Lärm verursachte. Dieser wurde von Arla mit Atani-Verdauungsproblemen erklärt. Das glaubten die misstrauischen Eunuchen erst einmal.

Durch den Krach wussten Little John und ich aber nun, wohin wir mussten. Erst einmal angekommen, stemmten wir vier das Gitter gemeinsam aus der Halterung. Bevor die Eunuchen erneut misstrauisch wurden, erzählten uns die beiden patenten Mädels wie die Lage bei ihnen war. Little John und ich tauchten dann wieder ab, um eine günstige Gelegenheit abzuwarten. Denn es galt nun auf die Tochter des Tätowierers zu warten und mit ihr zu reden. Sofort fliehen würde sicherlich unsere abendlichen Pläne behindern, deswegen musste klug vorgegangen werden. Und wir mussten sicherstellen, dass die junge Dame überhaupt fliehen wollte.

Ein Kommentar

  • Das ist ja ein beinahe telepathisches Band zwischen Kapitän und Crew! 😀 Ich find’s fantastisch. So machen Pläne Spaß (also zumindest am Rollenspieltisch).

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