Hellfrost – Die Grenzlande 09: Das Haus des Magiers

Bevor ich zum Spielbericht komme, ein wichtiger Hinweis an alle deutschsprachigen Hellfrost-Spieler und auch jene die mit dem Gedanken spielen, solche zu werden: Prometheus Games hat nun auch die Lizenz für Hellfrost nicht mehr inne — genauer gesagt, alle Lizenzen die Triple Ace Games ihnen ausgestellt hat (das betrifft somit auch Necropolis 2350 und Sundered Skies). Deutschsprachige Hellfrostprodukte hatten ja nie eine hohe Schlagzahl und nun wird auch offiziell nichts mehr kommen. Wer sich also noch rechtzeitig eindecken möchte, sollte die Gelegenheit nutzen. Bei dem Kauf von Hellfrostprodukten rate ich allerdings dazu, bei Prometheus Games höchstens PDFs zu erstehen (und diese zügig runterzuladen) und gedruckte Produkte anderweitig zu besorgen. Zudem ist es heute ja möglich PDFs halbwegs kostengünstig ausdrucken zu lassen, falls nötig. Aber nun zum Spielbericht:

Allanon Kältesucher (Frostgeburt, Elementarist)
Wurde als Säugling in der Bergen ausgesetzt, von Nielan gefunden und aufgezogen.

Cailis “Schildstoß” Canuchalag (Tuomi, Herdritterin)
Auf der Jagd nach Monstern aus der Decke gefallen.

Isra Pendasdotor (Saxa, Skaldin)
Hört gerne Nielans Geschichten und ist Minnas beste Freundin.

Minna Dragisdotor (Saxa, Priesterin der Eira)
Kehrt nach langer Zeit nach Hause zurück, lebt wieder bei ihren Eltern und versucht Frieden zu verbreiten.

Thelin Eisgrimm (Frostzwerg, Krieger)
Lebt mit seiner verwitweten Schwester Walburgis zusammen. Träumt davon es den Frostriesen mal richtig zu zeigen.

Walburgis Schiefertafel (Frostzwergin, Runenmagierin)
In der Hochzeitsnacht fiel ihrem Mann ein Stein auf den Kopf. Seitdem ist sie Witwe und lebt bei ihrem Bruder.

In der letzten Spielsitzung hatten sich die Helden auf die Jagd nach dem Anari-Magier ap-Ganoch begeben. Doch leider verlor sich seine Spur. Zurück im Götterwunde-Dorf wurden dann neue Pläne geschmiedet. Vor allem wollten alle, das Isra von den letzten Heldentaten sänge, um so den wohlverdienten Ruhm einzufahren. Dazu wurde der Tempelplatz auserkoren. Doch nicht ohne Erlaubnis. Diese sollte Minna einholen.

Als die junge Priesterin beim Tempel vorsprach erteile die Barmherzige Tochter Glitzerhaut gerne die Erlaubnis. Zugleich erkundigte sie sich nach den Ergebnissen der Suche. Es gab leider nichts Neues. So empfahl die Hohepriesterin, es im Haus des geflohenen Magiers zu versuchen. Vielleicht gäbe es dort weitere Hinweise. Minna bedankte sich und eilte wieder zurück zu ihren Gefährten.

Gemeinsam suchten die Helden die Wohnstätte des Magiers auf. Es handelte sich dabei um ein langgezogenes Atriumhaus nach anarischem Vorbild, wie es weit im Süden gerne mal vorkommt. In dieser Gegend ein Beweis von des Exzentrik, die ap-Ganoch an den Tag legte.

Am heutigen Tage waren die beiden zum Haus gehörenden Läden geschlossen. Zwei Wachen standen vor der Türe und schienen ziemlich ratlos. Sie hatten wohl erfahren, dass etwas im Argen lag. Als sich die Gefährten näherten waren die Wachen zwar misstrauisch, aber gleichzeitig auch neugierig.

Sie erfuhren nun von den Plänen ihres Herrn und das dieser durch die Orks auch das Leben der Wachen und deren Familien in Gefahr gebracht hatte. Zudem versprachen die Helden, das Haus nur durchsuchen zu wollen. Es sollten keine Schäden entstehen. Die Wachen lenkten der Argumente wegen schließlich ein und traten beiseite.

Im Inneren trafen die Helden nun auf vier leichtbekleidete Frauen, Leibeigene des Magiers. Allerdings weitgehend freiwillig, um über die Runden zu kommen und irgendwann mit einem kleinen Bonus in die Freiheit entlassen zu werden. So war es ihnen jedenfalls versprochen worden. Doch nun war ihr Herr und Meister verschwunden, ihre Zukunft mehr als ungewiss. Deswegen waren auch sie bereit zu kooperieren.

Das Haus ap-Ganochs erwies sich als die harmlose Wohnstätte eines vermögenden Händlers. Allerdings, bei seiner Flucht hatte er die wertvollsten Gegenstände offensichtlich mitgenommen. Zudem stießen die Helden auf einen kleinen Hausschrein, der den Elementen Erde und Feuer gewidmet war. Allanon wusste als Elementarist, dass der Magier sich bei der letzten Begegnung mittels eines Windzaubers in Sicherheit brachte. Und im Zentrum des Hauses gab es ein Wasserbecken mit Zisterne. Der Verdacht lag nun nahe, dass ap-Ganoch ein Großmeister seines Fachs war und alle vier Elemente gemeistert hatte. Das machte ihn noch gefährlicher.

Die Suche nach Besonderheiten, Geheimtüren und doppelten Böden verlief erfolglos. Thelin war aber misstrauisch, was den Garten anging. Und Allanon vermutete, dass der Magier sich vielleicht mittels Graben in einen geheimen Keller begeben konnte. Also schnappte sich Thelin kurzerhand seine Schaufel und begann im Garten des Hauses zu graben. Die anderen halfen ihm. Nach einer halben Stunde waren sie bereits etliche Meter vorgedrungen (was für ein Tempo!) und stießen tatsächlich in einen geheimen Keller vor.

Thelin ließ sich zuerst hinab, dann folgten Isra und Cailis. Sie hatten die Wirkungsstätte des Magiers entdeckt. Thelin schritt mit seiner Lampe voran in einen großen Raum. Sein Fokus richtete sich vor allem auf eine große Wandkarte der Grenzlande, die mit farbigen Markierungen versehen war. Als er darauf zuging, wirbelte um ihn herum innerhalb eines Wimpernschlags eine dichte Staubwolke empor und materialisierte sich zu einem Staubelementar.

Der Kampf war sofort eröffnet. Thelin, unterstützt von Isra und Cailis, teilte kräftig aus. Doch das Staubelementar war mit normalen Waffen nur schwer zu verletzen. Oben drückte Allanon Walburgis das Seil in die Hand und ließ sich nach unten gleiten. Das Frostblut schleuderte im Keller angekommen sofort eine Feuerkugel in den Staub, aber das brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Im Gegenteil! Der Staubsturm wurde zu einem feurigen Staubsturm. Das Staubelementar stieß nun einen heftigen Sandstrahl aus, dem glücklicherweise alle ausweichen konnten. Dann versuchte es Thelin, Isra und Cailis in sich hineinzuziehen. Während der Zwerg das im letzten Augenblick verhindern konnte, wurden die Saxa und die Tuomi regelrecht kaputtgewirbelt. Cailis flog schwer verletzt und bewusstlos umher, das rechte Bein verkrüppelt. Isra wurde ebenfalls im Kreis geschleudert und trug erhebliche Verletzungen davon, war aber noch bei Sinnen. Nicht nur der Staub, auch die Flammen hatte den beiden Frauen arg zugesetzt. Das sah nicht gut aus. Vor allem Allanon ließ schon alle Hoffnung fahren, während Thelin eisern daran glaubte, das die Sache zu schaffen sei.

Isra versuchte nun das Staubelementar irgendwie abzulenken, aber die Kreatur ließ sich nicht so einfach hereinlegen. Jedoch, ihr Kampfesglück wandte sich schlagartig (“Bugger you!” wie Sandor Clegane sagen würde). Die Gruppe prügelte nun ordentlich auf das Elementar ein. Dem gelang es zwar noch das Regal mit den Zauberbüchern in Fetzen zu zerstauben, aber dann ging es auch schon sang- und klanglos unter.

Minna kümmerte sich jetzt um die bewusstlose Cailis. Als diese zu sich kam, war von ihren schweren Verletzungen nichts mehr zu sehen. Derweil öffnete Isra die kleine Schatztruhe und wurde prompt von einer giftigen Nadel in die Hand getroffen. Walburgis reagierte sofort und schnitt die Hand auf, um das Blut herauszusaugen. Puh, das war gerade noch einmal gut gegangen.

ap-Ganoch hatte die meisten seiner Schätze mitgenommen. Jedoch, seine vergoldete Büste (unter Kalkfarbe getarnt) und ein paar Kleinigkeiten waren zurückgeblieben. Ebenso die Karte der Grenzlande, auf der Punkte um das Götter-Wunde-Dorf (grün) und Grozniv (rot) markiert waren. Beide Dörfer hatten es dem geflohenen Magier wohl angetan.

Mit neuen Beweisen und Erkenntnissen sprachen die Helden bei der Hohepriesterin vor. Diese sah den Magier als überführt an, sprach ihn schuldig und beschlagnahmte seine Habe im Dorf. Die Helden sollten alles als Belohnung erhalten und konnten nun damit verfahren wie sie wollten. Tja, was nun machen mit dem Haus und dem Gold? Sie entschieden sich die Leibeigenen freizulassen und ihnen das Haus und die darin befindlichen Läden zu verpachten, gegen einen kleinen Anteil des Gewinns. Das Gold sollte dabei als Startkapital dienen. Die nun freien Frauen waren sprachlos und nahmen das Angebot gerne an.

Danach stand am Abend das große Fest an, dass alle voller Frohgemut begangen. Isra trug dabei die zuletzt erlebten Abenteuer vor, was sehr großen Anklang fand und den Ruhm der Helden um einiges mehrte. Und so klang der Abend langsam aus…

 

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