MC3 – Dark Legion: 22) Im Weltraum hört dich niemand schreien

Nach all der Zeit war es endlich soweit und der von mir angedachte Brannaghan-Handlungsbogen steuerte auf sein Finale zu – in dem es um Alles oder Nichts gehen sollte. Um das Leben der Ermittler, um die Unversehrtheit der PRIDE OF LUNA und schlussendlich um das große Herz von Joseph Brannnaghan und Lady Maggie Kingsfield. Dieses Finale wurde dann zu einem Zweiteiler mit nervenaufreibendem Finale (Muahahahahaha!) und ich hatte die Absicht, mit harten Bandagen zu leiten. Zum Pech meiner Spielgruppe, war Roll20 an diesem Abend verdammt bitchy…

SPOILER: Nachfolgender Spielbericht stellt sozusagen einen „Live-Mitschnitt“ dar, der während dem Spiel angefertigt wurde. In der Hitze des Gefechts achtet natürlich niemand darauf korrekt und stilsicher zu schreiben. Und, wie es sich für einen Spielbericht gehört, sind Spoiler unvermeidlich.

Es wird immer schwieriger hier draußen.
Ich versuche immer wieder, meinen Weg zu finden.
Es lügt nicht
Es ist doch nur eine Versuchung

FUJI-STATION, 22. 11. 1291 YC

Fuji-Station 2.0

Wir sind wieder in Sichtweite der Fuji-Station, die es offenbar auch nach 1.200 Jahren immer noch gibt. Ob sie immer noch so ein Sauhaufen ist oder nicht, werden wir sehen.

Brannaghan ist jetzt wieder ansprechbarer und begrüßt seine eigene Leibtruppe – nachträglich. Sie sind in der Imperial-Kaserne untergebracht (dem ehemaligen Bruderschafts-Schrein, dem ehemaligen Dunkle-Symmetrie-Opferritualraum).

Die LION OF THE MURDOCHS hat einige Beschädigungen, die den vor vielen Jahrhunderten aufgefundenen Trümmerteilen entsprechen. Eine der Kabinen liegt offen.

DiMonti hatte die LION angefunkt, doch dort meldet sich keiner.

Brannaghan stellt sein Außenteam zusammen, um die LION zu durchsuchen, nachdem DiMonti erfolgreich an der Luftschleuse mit der PRIDE angedockt hat.

Er nimmt Angus und alle seine fünf Leibgardisten mit. Alle Imperials hüllen sich in ihre Raumanzüge. Jamie und Connor begleiten Brannaghan, die anderen begleiten Angus.

Proll und DiMonti kommen ebenfalls als Unterstützung mit. (Dieweil trägt Bandit schon mal seinen Knochen in DiMontis Kabine, in der Hoffnung, dass er auch bald eine eigene bekommt.)

Die Schleuserbande

Beim Einschleusen geht Brannaghan mit seinen beiden Begleitern vor. Es gibt ein Problem mit der Schleuse, es fehlen die Zugangs-Codes, stellt der hinzugerufene DiMonti fest.

Über den Rumpf hat die Dunkle Symmetrie das Metall des Rumpfs etwas korrumpiert – es sieht aus wie pulsierende Adern unter dem Rumpfmetall! Eine Reparatur wäre bestenfalls in einer Werft möglich, doch wenn alle Maschinenanlagen im Schiff korrumpiert sind, dann ist das ein größeres Problem.

DiMonti und Proll stellen fest, dass das Schiff korrumpiert ist. Innen im Schiff gibt eine Art “Dunkles Herz”, das Zentrum der Korruption. Dieses Dunkle Herz scheint sich durch das Schiff zu bewegen. Die Art der Korruption ist nicht einfach die Dunkle Seele allgemein, sondern wir spüren die Leere des Universums, die sich dort bewegt – ein Indiz, dass hier Ilian, die Dunkle Apostel, hier am Werke ist. Wir wurden auch bemerkt und unterliegen einem seelischen Angriff.

Da es sich nun um übernatürlichen Kram handelt, schließt sich auch Spencer der Expedition an. An Bord verbleiben Angus als Pilot, Merida als Co-Pilotin und Schwester Eva, die auf beide noch einen Segen spricht.

Spencer zaubert noch einen Segen auf DiMonti. DiMonti öffnet die Schleusentüre der LION.

Innen in der LION-Schleuse wird “atembare Luft” angezeigt, doch unsere Anzüge zeigen das Gegenteil an. Man kann somit den Angaben der Instrumente an Bord der LION nicht trauen.

Brannaghan schaut durch die Innenfenster der Innentüre der LION, sieht aber nichts Bemerkenswertes.

Die Außentüre wird geschlossen, vor dem Öffnen der Innentüre erkennt DiMonti, dass die Kabel innen eine Art Eigenleben haben – sie winden sich wie Würmer!

Hinter der Innentür der Schleuse bietet sich ein Anblick eines großen Raums, eventuell für ein Beiboot oder dergleichen, mit weiteren Türen und Schränken voller Waffen.

Innen sieht man überall BLUT! Es herrscht Schwerelosigkeit und lauter “Tropfen”, kleine und große, aus Blut schweben herum. Das Blut stammt wohl aus drei aufgeschlitzten und ausgeweideten Imperials in Dienstbotenkleidung.

Brannaghan sieht die Situation im “Hangar” und schließt daraus etwas. Die Blutwolken haben offenbar eine Art Muster, als ob jemand dreidimensional etwas in den Raum geschrieben hat. Es scheint ein Wort zu bilden: “B_AN_G_AN” liest er daraus..

DiMonti und Spencer rücken vor, schließen die Innentüre der Schleuse, so dass die andere Gruppe aus der PRIDE nachrücken kann.

DiMonti schaut sich eine der Leichen an, um festzustellen, welche Waffe diese Verletzungen angerichtet haben mag – es war ein Claymore, wie ihn Imperials benutzen.

Spencer schaut mit seinem Mystizismus die Situation an, um festzustellen, ob jemand hier persönlich korrumpiert war.

Dieweil kommt die zweite Gruppe durch die LION-Luftschleuse.

Wir überlegen, wie das Schiff LION OF THE MURDOCHS wohl angelegt ist, Brannaghan unterstützt DiMonti dabei.

Brannaghan schlägt vor nach Rechter-Hand-Regel vorzugehen, um das Schiff zu erkunden.

Dieweil schleust die zweite Gruppe ein.

Plötzlich gibt es etwas zu bemerken. DiMonti ist von seinen Überlegungen zur Raumschiffarchitektur zu abgelenkt, um was zu bemerken. Spencer hingegen ist sehr aufmerksam, Brannaghan nicht genügend, Proll ist ziemlich abgelenkt, da sie gerade aus der Schleuse rausgekommen ist.

Spencer bemerkt, dass ein kleiner Ruck durchs Schiff gegangen ist und dass jemand versucht hatte mit ihm einen Funkkontakt aufzubauen, der aber sofort abgebrochen ist.

DiMonti versucht die PRIDE anzufunken, doch kommt er nicht durch.

Brannaghan schiebt die Türen des Lagerraums zur Seite – dahinter Reinigungsgerät, Staubsauger und ein abgetrennter Kopf mit den stolzen Zügen eines Imperials.

Da Spencer kein Null-G-Training hat, löst er die Magnetklemmen der Schuhe seines Raumanzugs und kann nach einem Wunder des Lichts tatsächlich schweben.

DiMonti macht die Tür zum Cockpit auf – da sieht er eine Kreatur aus reiner Dunkler Symmetrie, die aus “Kometen” zu bestehen scheint. Es ist eine mächtige Kreatur der Dunklen Legion unter Ilians Truppen – ein Anführermonstrum, ein “Avatar von Ilian”.

“Avatar von Ilian in 12 Uhr” sagt er noch, da greift die Kreatur ihn schon an.

Der Anblick ist schrecklich, aber kann DiMonti nicht erschüttern.

Die Kreatur schleudert ihre Kometen direkt auf DiMonti, der sich gerade so diesem vernichtenden Angriff entzieht. Die Kreatur schießt fehl und, wo sie den Rumpf treffen, tritt dort “Blut” aus, das sogleich koaguliert.

Spencer ist von dem Anblick der Kreatur nicht schockiert und hext dem Wesen eine Singularität an den Hals. Die Kreatur wird schwer auf den Boden gepinnt. Sie erleidet etwas Schaden.

Dann setzt Spencer mit einem Strike, einem “Lichtschlag”, nach, der im Torso trifft, sowie in beiden Beinen der Kreatur. Die Kreatur hat offenbar eine Art “Leereschild” vor sich, das den Schaden reduziert.

DiMonti zieht seine Piranha-Handgun, die Dienstwaffe, die er vor über 1000 Jahren von Luna PD ausgehändigt bekommen hatte, und zieht sich aus der Schusslinie zurück.

Proll schwingt die schwere Deathlockdrum in Richtung auf den Avatar Ilians und lässt die Gurtfütterung heißlaufen, soviel Muni wird durch die Todesmaschine gejagt. Das Avatar wird schwer erwischt. Das zerlegt die Kreatur komplett – und rückstandsfrei.

Brannaghan stürmt mit seinen Mannen vor ins Cockpit und findet dort nichts vor – keinerlei Spuren!

Alle rücken dann ins Cockpit vor. Dort sieht man die PRIDE einige Hundert Meter von uns entfernt treiben. Wir scheinen mit der LION auf den Riss, das Wurmloch, aus dem wir gekommen sind, zuzutreiben.

DiMonti überschlägt, wie weit wir vom Wurmloch entfernt sind – etwa eine Woche, außer unter Antrieb. DiMonti wundert sich, dass wir eigentlich ja in Richtung Fuji-Station unterwegs waren, und nun geradezu in der Gegenrichtung treiben.

Proll signalisiert zur PRIDE, “Dunkle Symmetrie-Kämpfe, keine Verluste”.

Weiter geht es mit der Tür auf Backbordseite, die auch von der Dunklen Symmetrie angegangen ist.

Es handelt sich dahinter um ein Büro mit Schreibmaterial auf dem Schreibtisch, ein goldener Füller taumelt durch die Gegend.

Brannaghan geht vor zum Durchsuchen. Einer seiner Begleiter ist etwas ungeschickt, doch Brannaghan findet einiges von Belang. Einige der Dokumente sehen aus wie mitten in der Anfertigung abgebrochen – er erkennt den Namen Brannaghan. Jamie meint, dass auf dem Röhrenmonitor der Name seines Herren steht – er versucht diesen herunterzuscrollen, doch ertönt ein Kratzen von der Festplatte und der Text ist weg.

Der angefangene Text ist ein Bericht von Lord Murdoch, der Brannaghan in höchsten Tönen lobt und ihn für einen Verdienstorden vorschlägt.

DiMonti reaktiviert den Computer wieder – von hier aus wird offenbar der Notruf ausgesandt. Den goldenen Füller packt DiMonti erst einmal ein – es ist wohl der persönliche Füller von Lord Murdoch.

Im nächsten Raum gibt es Nahrungsautomaten mit Eaty-Neatys, Luna Cola, und andere tolle Sachen.

Die Tür wird von DiMonti geöffnet und der nächste Raum von Brannaghans Truppe untersucht. Beim Nachrücken hört es sich im Schiff an, als ob die Maschinen anlaufen, das Schiff ruckt etwas, was sehr verdächtig ist.

Im nächsten Raum, einem kleinen Besprechungsraum, ist Vakuum – da ist ein großes Loch im Rumpf. Es fliegen die Leichen zweier Wolfbanes herum.

Spencer meint mit einer Wand der Kunst des LICHTES eine Barriere gegen das Vakuum aufbauen zu können, während deren Wirkungsdauer die Doppeltür zum zentralen Raum geöffnet werden kann.

Diese Barriere hext er auch erfolgreich in den Raum.

Die Doppeltür hat das Wappen der Murdochs aufgeprägt, welches sich beim Öffnen teilt.

Da sind gleich zwei weitere Avatare Ilians zu sehen, die sich sofort auf uns stürzen!

Alle in der Gruppe verkraften den anfänglichen Furchteinfluss der Monster. Doch die erste Kreatur wendet eine üble Fähigkeit an, die uns alle zwingt unsere Willenskraft abermals und noch wesentlich härter zu prüfen.

DiMonti schafft es nicht, ihn erwischt der Effekt voll, wie auch von Brannaghans Truppe, Connor und Duncan. Alle, die es nicht geschafft haben, verschwinden von der Bildfläche.

Die andere Kreatur versucht sich ebenfalls an diesem üblen Zauber der Dunklen Symmetrie, so dass die anderen ebenfalls nochmal widerstehen müssen.

Die beiden letzten von Brannaghans Trupp haben es dieses Mal auch nicht geschafft.

Spencer weiß, dass dieser Effekt ein Reinziehen in ein Schwarzes Loch oder ein Wurmloch

DiMonti schaut sich um, er ist freischwebend im Weltall – ca. 5km von der LION OF MURDOCH entfernt, wie auch die beiden Imperials. Das Avatar Ilians schwebt ebenfalls in seiner Nähe. Und zwei andere der Imperials schweben einige Kilometer entfernt in der Leere. Auch in deren Nähe: das andere Avatar Ilians.

Die LION OF MURDOCH zündet gerade ihre Triebwerke…!

SPOILER: Dieser Spoiler richtet sich alleine an die Spieler meiner Gruppe, da nachfolgend Dinge und Ereignisse von mir behandelt werden, die Geheimnisse offenlegen und den späteren Verlauf der Kampagne beschreiben. Meine Spieler wurden dahingehend angehalten frühstens nach Abschluss der Kampagne einen Blick hierauf zu werfen.

Eine Geschichte, die vor über eintausend Jahren begann, sollte endlich ihr dramatisches Ende finden. Die Atmosphäre während der Sitzung war zum Schneiden und alle sehr gespannt, was als nächstes passieren würde. Das ist für einen Spielleiter natürlich eine besonders schöne Art der Belohnung. Vor allem hat es mich sehr gefreut, dass der von mir vor langer Zeit zusammengeschusterte Handlungsbogen auf sein Ziel zusteuerte. Schlussendlich gibt es diesen Abschnitt des Abenteuers nicht in der Kampagne, aber der Hintergrund von „Mutant Chronicles“ ist halt sehr atmosphärisch und episch, dass er förmlich dazu einlädt sich daran zu bedienen und Ideen zu entwickeln.

Was leider nicht so gut funktioniert, ist dabei die Vergabe von Erfahrungspunkten und das Machtnivau der Charaktere. Je länger die Kampagne dauert, um so mehr Erfahrungspunkte erhalten die Spielerfiguren und um so mächtiger werden sie natürlich. Dabei wachsen die Fähigkeiten nicht nur in die Breite (was dann kein großes Problem wäre) sondern auch in die Höhe. Dadurch sind die meisten Proben im Grunde genommen überflüssig und stellen selbst die scheinbar mächtigsten Gegner keine große Gefahr mehr dar. Die Erfahrungspunktevergabe by the book in Verbindung mit langer Laufzeit funktioniert also weniger gut und ich muss da immer etwas gegensteuern, damit es auch von den Spielwerten und Proben noch irgendwie eine Herausforderung bleibt. Was mich dazu führt, dass Modiphius die Regeln für Kampagnen nicht wirklich getestet hat oder es ihnen zu viel Arbeit war, hier an den Stellschrauben richtig zu drehen.

Trotz allem machen die Regeln und das Setting großen Spaß. Die Spielfiguren sollen ja auch übergroße und epische Helden darstellen, also passt das im Grunde genommen auch wieder. Wer seine Spieler allerdings gerne kleinhält, dem wird das Spiel nicht sehr zusagen.

2 Kommentare

  • Die Art von XP-Vergabe-Problem bei langen Kampagnen kenne ich auch von Torg Eternity. Dort werden zwar die Charaktere tougher, aber durch exponentielles Wachstum der Kosten hält es sich bei den Perks (Sonderfähigkeiten) immerhin noch in Grenzen.

    Wenn das aber erst nach Jahren auftritt und ihr schon vor dem Abschluss der Kampagne steht, ist ja aber auch nicht so dramatisch, scheint mir.

    • Nein, wirklich dramatisch ist das auch nicht, sonst würde ich da schon auf die Bremse treten. Aber ich denke es sollte auch nicht unerwähnt bleiben. SL sind ja unterschiedlich gestrickt und können damit mal mehr und mal weniger gut umgehen. Da finde ich es gut, wenn im Vorfeld darauf eingegangen wird. Dahingehend gefallen mit die Paizo-Abenteuerpfade gut (jedenfalls diejenigen die ich kenne machen das so), da dort auf unterschiedliche Möglichkeiten des Stufenaufstiegs eingegangen wird. Ich mag es halt, wenn ein System für SL mehrere brauchbare Werkzeuge anbietet. Bei Savage Worlds haben sie das Werkzeug dahingehend leider nur ersetzt und die XP in der SWADE gestrichen, um stattdessen nur noch mit Steigerungen zu arbeiten.

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