Resorbium 07 – Aufstieg der Toten

Um an die letzte Spielsitzung in diesem Zombie-Survival-Szenario anzuknüpfen: Natürlich gab es keine spontane Mutation Johanns in einen Zombie. Trotzdem hielten alle erst einmal den Atem an und beobachteten den Karatelehrer. Alles sah ganz normal aus, also kümmerte sich Marcel um die Verletzung und legte einen Verband an. Nachdem Johann aufhörte zu bluten und ihn die Wunde nicht mehr behinderte, ging es also weiter.

Die Überlebenden hatten tatsächlich einen Busschlüssel in ihren Besitz gebracht. Dank des aufgedruckten Nummernschildes war es ein leichtes herauszufinden, zu was für einen Bus der Schlüssel gehörte. Jedoch hatte Tina in einem der Busse eine Bewegung bemerkt. Flugs zog Richard seine Waffe und schlich vor. Waren es vielleicht Zombies? Unwahrscheinlich, denn die konnten sich nicht verstecken. Und tatsächlich – es waren zwei Kinder, die sich im Bus vor den Zombies versteckt hatten.

Die Überlebenden beruhigten die Kinder. Richard schloss den zweiten Bus kurz, dann wurde der Plan weiterverfolgt. Erst einmal sollten die Zombies von der Schule weggelockt werden. Mit kurzem Gehupe und brummendem Motor zogen die Überlebenden die Zombies hinter sich her und gaben nach einigen hundert Metern Gas, um die wankende Masse abzuhängen. Es würde sicherlich etwas dauern, bis sich eine neue Meute zusammenrottete.

Mit den beiden Bussen fuhren die Überlebenden von hinten an die Schule und so an die Fenster vom ersten Stock heran. Auch hier hatten sich Schüler und Lehrer verschanzt. Von Marcels Vater aber keine Spur. Herr Hansen befand sich im Musikzimmer, über den Flur auf der gegenüberliegenden Seite. Doch zuerst wurden die Kinder über das Dach des Busses eingeladen. Dann kletterten Marcel, Tina und Johann in die Schule hinein.

Marcels Spieler hatte sich an diesem Abend übrigens seinen Charakter als Trifold erstellt. Dazu benutzte er den Kopf von einem uns bekannten Marcel, den Körper von Jesse Eisenberg aus „Zombieland“ und die Abbildung eines Schwerts aus dem Internetz – „Ja, das Internetz!“. Damit erschuf er seinen Nerd. Für einige andere Rollen hatte ich selbst ebenfalls Trifolds erstellt, die nun  ihren Einsatz fanden: Tina und Richard. Erwin und Johann mussten noch etwas warten.

Im Klassenzimmer bauten Marcel, Tina und Johann erst einmal aus Tischen und Stühlen einen schmalen Zugang in die Klasse. Auf dem Flur waren die Zombies zu hören, und die mussten erst einmal ausgeschaltet werden. Kaum stand das Gerüst – Johann hatte gute Arbeit geleistet und ein stabiles Konstrukt erstellt – öffnete Marcel die Türe. Hier gab es übrigens ein kurzes Gespräch über die Beschaffenheit von Schultüren, in was für Richtungen sie aufgehen und ob sie nach Außen überhaupt noch Klinken haben. Wir entschieden uns für Knäufe und das die Türen in den Flur aufgehen.

Schon rissen die Zombies die Türe mit ihren Klauen auf und versuchten ins Zimmer zu stürmen, um an Frischfleisch zu kommen. Natürlich behinderten sich die Zombies dabei gegenseitig und kletterten gar übereinander. Für die Überlebenden war es Anfangs ein Kinderspiel die Zombies niederzustrecken. Anfangs, denn je mehr hineinstürmten, um so offensichtlicher wurde es, dass auf Dauer der Strom versiegen musste oder die Überlebenden von der Masse überwältigt würden. Da zog Johann eine alte Stielhandgranate, die er aus Kurts Waffenkiste mitgenommen hatte. Er machte das Ding scharf, ein Wurf und die Granate landete wie erhofft im Flur. Allerdings gab es keine Explosion.

Der Wurf war verdammt riskant, muss ich ganz ehrlich sagen. Die Granate stammte aus dem zweiten Weltkrieg und zudem hatte ich einige der Gegenstände aus Kurts Waffenliste mit kleinen Macken versehen. Bei der Granate war es so, dass diese zeitverzögert hochging und noch drei Runden brauchen würde. Wenigstens lag das Ding im Flur. Um die Dramatik zu steigern, wurde es also Zeit für eine Art Stargast.

Durch die Türe schob sich plötzlich eine der Lehrerinnen: Frau Klüngel. Frau Klüngel war Marcels ehemalige Klassenlehrerin und hatte den Jungen ins Herz geschlossen. Marcel war ihr Lieblingsschüler gewesen. Zudem waren die Klüngels und Hansens auch außerschulisch miteinander bekannt. In Frau Klüngels Augen flammte ein Stück Wiedererkennung auf und sie stürzte sich mit ihren zu Krallen verkommenen Händen auf Marcel, um ihn zu zerfleischen. Da schoss Tina auf die Granate im Flur und es gab eine laute Detonation.

Der junge Zivildienstleistende hob sein Schwert, um Frau Klüngel zu erschlagen, doch er war unfähig zuzuhauen. Tina und Johann sprangen ihm zur Seite und hieben die Lehrerin von Marcel weg. Mit einem letzten Seufzer versuchte die Lehrerin noch nach ihrem einstigen Liebling zu greifen, dann brach ihr Blick endgültig und sie war tot.

Ein gruseliger Schockmoment, der Marcels Spieler einen Bennie für gutes Rollenspiel einbrachte. „No risk, no bennie“ ist das Motto. Hier mehr denn je, denn Frau Klüngel war ein Wildcard-Charakter und das hätte für Marcel leicht ins Auge gehen können. Zusätzlich gab es noch den Schuss von Tina, der auch sehr glücklich war. Trotz heftiger Abzüge (gezielt, viel Bewegung, schlechte Sicht) hatte die Polizistin getroffen, was vor allem dem Würfelglück und den Boni der Spielerin anzurechnen ist. Nebenbei, die Granate wäre in dieser Runde von alleine hochgegangen – aber das wusste natürlich niemand meiner Spieler.

Die Zombies im Klassenzimmer waren erst einmal ausgeschaltet, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis weitere Zombies erscheinen würden. Immerhin war der Kampf ziemlich auffällig und die Explosion der Granate weit zu hören gewesen. Die meisten Schüler des Wilhelm-Gymnasiums hatten die Ablenkung aber auch nutzen können, um zu fliehen. Darunter scheinbar auch Marcels Vater.

Die Überlebenden stiegen nun wieder alle in die Busse um und gaben Gas. Ihr Weg führte sie erst einmal ins Imtech-Stadion, um dort die geretteten Schüler abzuliefern, nach den eigenen Leuten zu gucken und sich zu informieren. Da Richard Angehöriger der Bundeswehr war, erhielt er Informationen aus erster Hand. So wie es aussah war die Impfaktion am Abend nur eine große Beruhigungsaktion. Die Bundesregierung hatte zu wenig Informationen über die Seuche und hatte beschlossen, Hamburg weiterhin unter Quarantäne zu stellen und die Sache auszusitzen. Den Experten nach brauchten die Infizierten Nahrung. Würde diese versiegen, verhungerten die Kranken innerhalb weniger Wochen. Somit war es die Aufgabe der Bundeswehr überlebende Hamburger in Auffanglager zu bringen und dort auszuharren, bis die Situation wieder unter Kontrolle wäre.

Zudem hatte Stabshauptmann Rudolf Müller für Richard eine besondere Aufgabe. Immerhin hatte der Pilot die letzten beiden Tage in Hamburg überlebt und kannte die Situation. Müller traute ihm ohne weiteres zu, eine schwere Mission zu übernehmen. Eine Mission, an der einige von Richards Kameraden bereits gescheitert waren. Richard sollte ein Team zusammenstellen und auf die Suche nach einem Professor Wilhelm Schmidt gehen, um diesen ins Stadion zu bringen. Es handelte sich dabei um einen Forschungsleiter der Bayer Schering Pharma AG, der maßgeblich an der Entwicklung von Resorbium beteiligt war. Richard machte sich sofort daran die Ausrüstung zusammenzustellen. Allerdings verschwieg er, dass er für die Mission seine ganz eigenen Spezialisten mitnehmen würde …

Es hatte etwas länger gedauert als erwartet, aber nun waren die Überlebenden endlich im Stadion und hatten somit das erste Szenario abgeschlossen. Bis hierhin war es schon ganz schön spannend. Und es hatte einige schöne Überraschungen und Wendungen gegeben. Die Rettung von Schmidt – sollten es die Spieler und somit die Überlebenden durchziehen – sorgt hoffentlich für weitere Spannung und auch einige Enthüllungen. Vor allem bin ich gespannt, wie sich die Seuche weiter ausbreitet. Es gab und gibt ja einige Punkte in dieser Kampagne, die jederzeit für ein vorzeitiges Ende sorgen könnten. Das habe ich absichtlich so gestaltet, um so auch die Glaubwürdigkeit der Handlung zu erhalten. Ich freue mich jedenfalls schon auf „Resorbium – Ich bin Legende“.

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