Savage Aventuria 08 – Ich hab die Nacht geträumet

Und weiter geht es auf der Investigationsschiene. Im letzten Spielbericht habe ich ein wenig vorgegriffen, da wird es jetzt Zeit für die Nachlese. Investigativ ist auch immer mit viel Dialog verbunden, den ich hier kaum vollständig wiedergeben kann und möchte. Die Sache mit dem Gedächtnis und so. Eine Aufzeichnung des Hangouts als Gedächtnisstütze fällt leider aus, da bei meinem Rechner die entsprechende Hardware und Software Probleme miteinander haben. Das mag aber durchaus an meiner Unfähigkeit liegen.

Abt Tiberius schickte nun seine Leute los, um den Toten zu bergen. Gronk begleitete die Gruppe. Der Halbork wollte sichergehen, dass keine wichtigen Beweise verschwanden. Tatsächlich brauchte es auch etwas, bis die Brüder die Leiche von der Klippe bekamen. Gronk entdeckte dabei einen Stofffetzen in der starren Hand des toten Bruder Fabius‘. Ein wichtiger Beweis, den der Halbork sofort sicherstellte und zu Don Anselmo brachte.

der-wald-im-winter

Musikalische Untermalung

Die Ereignisse der letzten Stunden und die wahren und klug gewählten Worte des Condottiere, ließen die Mauer des Schweigens und des Selbstschutzes langsam bröckeln. Der Abt zweifelte nun an seinen Fähigkeiten die Reichsabtei zu führen und auch unter den Gläubigen kamen Zweifel auf. Sollte das Böse tatsächlich unbemerkt Einzug in die heiligen Mauern gehalten haben? Was für Ziele verfolgte es?

Da kam der Beweis gerade recht, den Gronk in den Fingern hielt. Also wurden die Praioten auf dem Hof zusammengerufen, um ihre Roben zu kontrollieren. Der alte Laienbruder Vincent, der des Nachts öfter mal eine Stange Wasser gegen die Klostermauer stellte, machte sich hier besonders verdächtig. Tatsächlich entdeckten die Brüder unter Vincents Pritsche eine kaputte Robe und auch ein Sonnenzepter, das aus dem Besitz des Abtes stammte. Somit schien der Schuldige überführt. Aber um in der Sache sicher zu sein, wurde der Verdächtige Bruder Siparo übergeben, dem Meister der Befragung und der Folter.

Das sah nun schon danach aus, als würden alle Fäden zusammenlaufen und Bruder Vincent sei der Schuldige. Allerdings war ihm das Sonnenzepter von Gronk untergeschoben worden. Der Halbork hatte nämlich kurz zuvor die Zelle von Bruder Abt Titus durchsucht und war dabei auf einen kleinen Vorrat der heiligen Waffen gestoßen. Gronk hatte seine Finger nicht im Zaume halten können und zugegriffen, was er später bereute und dadurch korrigierte, in dem er das Sonnenzepter Vincent unterschob. Der war in Gronks Augen schuldig, denn unter der Pritsche lag bereits die kaputte Robe. Auf der Meta-Ebene war jetzt ein anderes Süppchen am brodeln, als im Spiel selbst.

Die Helden zogen sich erneut zurück, um auszuruhen. Don Anselmo entdeckte im Krankensaal, dass eines der Heilmittel für Namon und Agador mit Gift versetzt war. Also hatte Bruder Fabius ebenfalls Dreck am Stecken. Oder? Während die Helden darüber nachdachten, verstummten die Schreie des befragten Bruders plötzlich. Scheinbar lag ein Ergebnis vor.

Tatsächlich hatte Bruder Vincent alles gestanden, was ihm vorgeworfen wurde. Sogar den Diebstahl des Sonnenzepters. Allerdings wusste es Gronk besser, musste dazu aber schweigen. Leider war Bruder Vincent bei dem Verhör verstorben. Es würde also keine weitere Befragung geben. Erschüttert über sein Versagen zog sich Bruder Abt Titus in seine Zelle zurück. Zuvor kündigte er an, binnen einer Stunde einen Nachfolger zu benennen.

Auf der Meta-Ebene war natürlich allen klar, dass hier etwas nicht stimmte. Ist aber kein Problem, immerhin ist es ein Spiel. Theoretisch wäre es natürlich möglich getrennte Aktionen in getrennten Hangouts zu behandeln, aber das wäre einfach zu langweilig für die wartenden Spieler. Und Einzelaktionen im Chat abzuhandeln dauert lange und kostet Konzentration.

Nun begannen die Helden eifrig über die Situation nachzudenken und zu forschen. Der noch amtierende Abt Titus stellte einige Laienbrüder ab, die sich um die Gäste kümmern sollten. Die Laienbrüder waren ebenfalls erschüttert und deswegen leichte Opfer, um ausgefragt und manipuliert zu werden. Der Bösewicht im Hintergrund hatte die Mauer der Einheit also auch dahingehend geschwächt, dass die Helden ebenfalls ansetzen konnten. Dadurch kam einiges mehr ins Rollen.

Namon und Sepp schnappten sich einen der Brüder und begannen ihn – mit Hilfe von viel Alkohol – auszuquetschen. Hier erwies es sich als hilfreich, dass der gute Zwerg den lieben Fuhrknechten ordentlich zugesprochen hatte und diese Namon treu ergeben waren. Denn genau just in diesem Augenblick machte es sich unheimlich bezahlt, dass Sepp eine Säuferseele war und ordentlich was wegstecken konnte. Und siehe da, einige Geheimnisse der Abtei wurden gelüftet.

Da die Wildermark derzeit ohne Führung war und niemand die kaiserlichen Gesetze achten und Abgaben leisten wollte, hatten die Praioten der Reichsabtei beschlossen selbst ein Heer aufzustellen und die Wildermark wieder zu befrieden, bis reguläre Truppen erneut die Macht übernehmen könnten. Sozusagen das Schutzprotektorat Sankt Praiodan. Einige der Schwestern und Brüder – unter Führung von Schwester Raika – wurden auch bald wieder zurückerwartet.

Auch Anselmo, Agador und Gronk waren ziemlich umtriebig. Sie durchsuchten erneut den Sonnenturm und die dortigen Dokumente. Namon und Agador hatten zwar bereits einiges an Vorarbeit geleistet, waren dann aber schlussendlich doch erwischt worden. Mit viel Glück kamen sie mit einem blauen Auge davon. Doch auf ihren Untersuchungen basierend konnte Don Anselmo weiterarbeiten. Und siehe da, auch hier sprudelten nun weitere Informationen. So standen die ersten drei Toten allesamt in Verbindung, denn es waren der ehemalige, der amtierende und der zukünftige Bibliothekar. Und diese hatten in ihrer Funktion als Notar sogar einige besondere Geheimnisse, von denen nun aber niemand mehr wusste. Es war an der Zeit, um alle Informationen zusammenzutragen. Das Bild, das sich ergab, war kein schönes.

Die Spielsitzung war ziemlich unterhaltsam, hat sich aber nur in groben Zügen wie hier beschrieben zugetragen. Einiges habe ich zusammengerafft, manches vergessen und anderes in eine neue Reihenfolge gebracht. Das ist mir sehr wohl bewusst, aber schlussendlich sind die Spielberichte Nacherzählungen und keine Protokolle. Ich versuche so nahe wie möglich an der Sache zu bleiben, aber bei Savage Worlds geschieht an einem Abend oft auch unheimlich viel. Wer bei Google einen Account hat, kann aber gerne mal wegen einem Logenplatz nachfragen und die Sache live erleben. Aber keine Garantie, dass es genau an diesem Abend lustig oder spannend zugeht.

So war wohl Bruder Siparo, der Folterknecht, als Nachfolger von Abt Titus im Gespräch. Und eben jener Siparo stand in Verbindung mit den Ermordeten, zu denen ja auch Bruder Fabius gehörte. Scheinbar drehte sich alles um ein Geheimnis der Bibliothekare. Auf das Bruder Siparo Zugriff erhalten würde, sobald er Abt war. Die Zeit drängte!

Anselmo, Agador und Gronk machten sich auf den Weg zum Abt, um Schlimmeres zu verhindern. Siparo war bereits bei Titus und es fehlte nur noch die Unterschrift, da platzte Anselmo herein und bat um Verschiebung, da er neue Erkenntnisse hätte. Von Siparo erwähnte der Condottiere nichts, denn immerhin wollte er keine Pferde scheu machen. Allerdings schien der Schurke etwas zu ahnen und begann sich mit einigen Laienbrüdern flüsternd zu unterhalten. Gronk behielt Siparo im Auge, Siparo behielt Gronk im Auge.

Abt Titus versprach der Sache nachzugehen. Er nahm zwei der anwesenden Laienbrüder mit, sehr zum Missfallen von Don Anselmo. Der ließ wiederum von Agador noch Namon holen, während Gronk auf dem Hof die Brüder im Auge behielt.

Bruder Abt Titus war verwirrt ob der ganzen Angelegenheit, wollte aber gerne noch einen letzten Versuch unternehmen, um seine Amtszeit in Würde zu beenden. Im Sonnenturm führte er die Helden dann zu einer geheimen Kammer. Eben jene Kammer, nach der die ganze Zeit vom Mörder gesucht wurde.

Hier, unter vier Augen, durchsuchte Abt Titus einige alte Dokumente. Dank der Hinweise von Don Anselmo konnte das Datum eingegrenzt werden und schlussendlich gab es nur noch ein Schreiben, dass einst der alte Bibliothekar, Bruder Nikodemus, zur Aufbewahrung angenommen hatte. es handelte sich dabei um einen Liebesbrief von Hildemara von Wehrheim an den Minnesänger Kallemann vom Potte, in dem sie ihm von der heimlichen Frucht ihrer Liebe berichtete. Ein Skandal in der Ketzerszene!

Wer sich im Bereich DSA etwas besser auskennt, weiß natürlich, auf was dieser Brief anspielt und wessen Mutter die gute Hildemara ist. Ob der Inhalt des Schreibens stimmt, sei dahingestellt. Es würde jedenfalls für Aufruhr sorgen, denn schlussendlich dreht sich alles um die Abstammung von Albuin von Bregelsaum, dem selbsternannten Sohn des Lichts. Bruder Siparo war offensichtlich ein Anhänger des Ketzers und erfuhr vor einigen Wochen von dem geschwätzigen Nachwuchsbibliothekar von dem Brief. Und das war dann das Motiv.

Wer wiederum das Abenteuer „Von eigenen Gnaden“ kennt, der weiß natürlich auch, was für Punkte ich hier bereits miteinander vernetzt habe. Ich finde das wirkt natürlicher, als später der Spielgruppe ein Problem einfach vor den Latz zu knallen. Die Reise nach Wutzenwald eignet sich hervorragend, um etliche der Wildermark-Bewohner und Schwergewichte in Position zu bringen. Das ist ja auch im Sinne des Erfinders, wenn auch der Autor des Abenteuers verdammt viel auf den Spielleiter abwälzt und einfach mal nur Quellenangaben und Verweise präsentiert.

Auf dem Hof hielt Gronk die Stellung. Doch ihm wurde langsam ganz anders zumute, denn es rotteten sich immer mehr Brüder zusammen und kesselten den Ork ein. Als dann die Türe geöffnet wurde und Don Anselmo heraustrat, eskalierte die Situation. Es kam zu einem Kampf auf Leben und Tod, denn die Ketzer wussten, dass sie aufgeflogen waren. Zudem hatten die Helden das Problem, dass Abt Titus lieber nicht sehen sollte, wie Agador Magie wirkte. Das könnte dem Schamanen zum Nachteil ausgelegt werden. Also bugsierte Anselmo den Abt wieder in den Turm hinein, angeblich zur Sicherheit des Geweihten.

Derweil ging es auf dem Klosterhof ordentlich zur Sache. Namon ließ seine Äxte schwingen und teilte ordentlich aus, während Agador seinen Feinden die Seelen der Toten entgegenschickte, um sie zu ängstigen. Außerdem beschwor er die Geister seinen Ahnen, damit diese tatkräftig zulangten. Am schwersten hatte es allerdings Gronk, der von Feinden umringt zu Boden ging und beinahe sein Leben aushauchte. Glücklicherweise waren die Laienbrüder keine blutrünstigen Kämpfer und sahen davon ab, dem am Boden liegenden Halbork die Kehle durchzuschneiden.

Nach einem ziemlich harten Kampf, die Ketzer unterlagen trotz der Masse der Klasse, triumphierten die Helden schlussendlich. Sieg auf ganzer Linie. Siparo, der eigentlich Silvio Schönfeld hieß und ordentlich Dreck am Stecken hatte, war überführt und seinem Herrn – Albuin dem Ketzer – ein ordentlicher Nadelstich versetzt worden. Die Morde waren aufgeklärt und Abt Titus fand langsam wieder zur alten Form zurück. Er wusste natürlich, wem er Dank schuldete. Und so beließ er es bei einer Verwarnung an Agador, von dessen Magie der Abt doch Kenntnis hatte. Aber schlussendlich stand der Waldmensch unter dem Schutz des Dreischwesternordens, denn er war Teil des Pilgerzugs.

Die Helden blieben noch einen Tag in der Reichsabtei, dann verabschiedeten sich alle und es ging weiter die Straße entlang. Nächstes Ziel sollte Wehrheim sein …

Ich fand den kleinen Investigationsausflug ziemlich spannend und unterhaltsam. Bis jetzt läuft die Kampagne sehr abwechslungsreich, was großen Spaß macht. Meine Spieler sind aber auch ziemlich aktiv. Dafür gleich mal ein Dankeschön! Beinahe die Hälfte der Anreise ist jedenfalls geschafft und die Gruppe ordentlich involviert. Das verdeutlicht auch eine kleine Grafik mit den Verbindungen untereinander. Die Art der Beziehungen habe ich weggelassen. Immerhin möchte ich nicht zu viel spoilern. Die Grafik erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

beziehungen

2 Kommentare

  • Interessantes Beziehungsdiagramm.

    Namon und Agador dürften eigentlich eine (positive) Beziehung zu Hannes, dem Bastard, aufweisen, denn immerhin sind sie für ihn verantwortlich.
    Anselmo hat sicher eine deutlich negative Beziehung zu Hannes, da dieser ja aus seiner Sicht direkte Mitschuld an Skips Dahinscheiden trägt.

  • Es geht ja nur um relevante Beziehungen die vorhanden sind oder aufgebaut wurden. Meinen Notizen nach wurden von Hannes keine direkten relevanten Beziehungen zur Gruppe aufgebaut. Die existieren nur über ein paar Umwege. Ich habe auch nur die Beziehungen zu den SC hin notiert, da ich keine Wertung von den SC weg zu NSC/SLC vornehmen möchte. Das kann ich einfach zu schnell mal etwas falsch bewerten.

    Allerdings ist alles im Wandel. Die Grafik stellt nur eine Momentaufnahme dar. Beziehungen können sich noch bilden, verfestigen oder gar zerbrechen.

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