Wichtelsitzung 2018: Christkind auf Kreuzfahrt

Wir schreiben das Jahr 2018. Hinter den Weihnachtswichteln liegen ein paar langweilige Monate, die sie mit dem Zusammenklöppeln von Spielsachen, sahnigem Kakao und schokoladigen Weihnachtsplätzchen verbracht haben. Doch nun geht es auf Weihnachten zu und die Hektik bricht aus:

Der alte VW-Schlitten vom Nikolaus hat ein Abgasproblem (der Nikolaus war schon immer der Meinung, die Fürze der Rentiere stinken schlimmer als von VW angegeben) und der neue Schlitten Modell 3 (leise und umweltfreundlich, die Rentiere bekommen nur noch Biogras) wurde bisher nicht geliefert.

Immer wieder kommt es zu Versammlungen der Eisbären die laut skandieren “Der Nikolaus muss weg!”, “Mehr Eis für die Bären!”, “Wir sind die Bären!”, “Keine Schollen für Schwarzbären!” und “Danke, Nikolaus!”. Diese Versammlungen werden von dem einzigen dunklen Bären am Nordpol angeführt, einem Braunbären namens Bernd.

Im Posteingang tauchen vermehrt Wunschzettel von Kindern auf, die allesamt zu Gunsten des Kleinen Donald aus den USA verfasst wurden, der wohl sehr beliebt sein muss. Unter anderem wünscht man ihm eine Mauer ums Weiße Haus, Haare im Mund, Verstand im Kopf und die Pest an den Hals. Donald selbst hat ebenfalls einen Wunschzettel eingereicht mit dem Vermerk “Der besteste Wunschzettel aller Zeiten” und wünscht sich etwas, das sich “Grab Miss Clause by the Pussy” nennt. Der Nikolaus hat keine Ahnung was das bedeuten soll, aber vorsichtshalber schon mal eine Schaufel bereitgelegt.

Ach ja, und das Christkind ist noch nicht von seiner einmonatigen Kreuzfahrt mit der WTF Feierlaune zurückgekehrt, die es im Februar antrat…

Alle Jahre wieder, wenn es auf Weihnachten zugeht, veranstalte ich eine weihnachtliche Spielsitzung, in der die Spieler in die Rolle von Weihnachtswichteln schlüpfen, den wackeren Gehilfen des Nikolaus. Sie allesamt bilden Z.I.M.T., die Ziemlich Intelligente Meistertruppe, eine Spezialeinheit, um Weihnachten zu retten. Und auch dieses Jahr, zur „Überraschung“ aller, war das Fest in Gefahr, denn das Christkind war verschollen – mal wieder.

Und so begab es sich, dass Lebkuchen, Rußnase, Mistel-Rotauge, Glühwein und Schneeflöckchen damit beauftragt wurden, nach dem Christkind zu sehen, während der Nikolaus seinen wohlverdienten Kakao schlurfte und ein paar Plätzchen knabberte, um alsbald Friede, Freude und Geschenke in die Welt zu bringen.

Die Wichtelsitzung war in ihrem Regelwerk noch nie festgelegt, doch seit einigen Jahren bin ich dabei mit fateartigen Systemen unterwegs. Letztes und dieses Jahr dann mit Fate Turbo. Das hält den Aufwand dann einigermaßen in Grenzen und es ist ein Riesenspaß, wenn neue Spieler einen neuen Weihnachtswichtel ins Spiel bringen. Diesmal waren gleich vier Neulinge dabei. Der Witz hierbei ist nämlich, dass neue Wichtel aus kleinen Weihnachtskarten zusammengezogen werden. Also Konzept, Dilemma, Aspekte, Stunt und Methoden. Das ist sehr zufällig, aber hey, niemand kann sich seinen Wichtel aussuchen. Und es kommen dabei irrwitzige Kombinationen heraus, die einfach nur Laune machen. Es ist für die Spieler natürlich auch eine Herausforderung, diesen Kessel Buntes passend auszuspielen. Aber meist gelingt das recht gut. Oder zumindest unterhaltsam.

So begaben sich die Weihnachstwichtel ins Zimmer des Christkindes und entdeckten dort neben einer Krippe und Schafen einen Kühlschrank, was sie doch sehr verwunderte, denn im hohen Norden fröstelte es doch sehr. Zur Überraschung der wackeren Wichtel war es aber ein Wärmeschrank, um einen Stock Bienen zu beherbergen, die das Christkind aufgenommen hatte. Doch wie mit ihnen verständigen, um wertvolle Hinweise zu erlangen. Da hatte Mistel-Rotauge eine Idee, denn er wusste, dass sich Bienen tanzend unterhielten und dabei ihren Schwanz einsetzten. Also zog er seine Hose runter und begann zu tanzen. Das fanden die Bienen ganz apart und kamen mit dem Wichtel ins Gespräch. Einige zogen sogar in seine Unterhose ein, wo es mollig warm war. Jedenfalls erfuhren die Wichtel, das auf der Wärmeschranktüre die Reiseunterlagen zu finden waren.

Flugs wurde nachgeschaut und die Wichtel sahen, dass das Christkind auf seiner Kreuzfahrt eine historische Route genommen hatte, die der Titanic. Allerdings mit einem Unterschied, die WTF Feierlaune wollte einen kleinen Umweg über das Bermudadreieck nehmen. Nun waren die Wichtel in heller Panik. Doch schnell kamen sie wieder zur Ruhe und beschlossen, mittels modernster Wichteltechnik Nachforschungen anzustellen. Also gingen sie zum großen Kasten und drehten am Knopf, um in der Mediathek nach passenden Nachrichten zu suchen. Und tatsächlich, der Vorhang öffnete sich und das Ablegen der WTF Feierlaune war zu sehen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Nikolaus und seine Weihnachtswichtel sehr traditionell sind. Moderne Sachen lehnen sie per se ab (oder behaupten es zumindest), blicken aber trotzdem über den Tellerrand. Dinge wie einen Stromanschluss, Computer oder Spielekonsolen gibt es in der großen Werkstatt nicht – jedenfalls nicht offiziell. Dementsprechend werden Szenen in der Mediathek von Weihnachtswichteln als kleines Theaterstück nachgestellt. Es ist übrigens unnötig zu Fragen, woher die Mediathekwichtel ihr Wissen haben, denn wir sind ja an einem Ort der Magie…

Aha, das Christkind war an Bord gegangen und wohl der einzige Passagier, das war deutlich zu erkennen. Wohl eine Falle, um Weihnachten zu verhindern. Hier musste tiefer gebohrt werden. Also marschierte Z.I.M.T. zum nächsten Kasten, der eine Anbindung an das weltweite Postnetz besaß. Die Wichtel setzten ihre Brille auf, der Vorhang öffnete sich und sie stellten dem Suchwichtel ihre Anfragen, die er auch prompt zu erfüllen versuchte.

Das dauerte natürlich etwas, denn dafür muss ja ein Wichtel in ein Paket steigen, wird zur einer Bibliothek geschickte, schreibt dort alles aus einem Buch heraus, schickt sich wieder zurück, die Requisitenwichtel müssen sich ins Zeug legen (falls es Bildmaterial gibt) und dann wird alles vorgetragen. Und das alles in unter zwei Minuten.

Leider ergab die Suchanfrage zur WTF Feierlaune keinen Treffer, also versuchten es die Wichtel mit einer Bildersuche. Sie riefen in der Mediathek nochmals das Ablegen des Schiffs auf und Lebkuchen fertigte mit Wachsmalern ein Bild des Schiffs an, das wurde dann an den Suchwichtel im anderen Kasten übergeben und schon bald, nach fleißigem Kleben, Hämmern und Streichen, wurde eine Auswahl an ähnlichen Schiffen präsentiert.

Natürlich alles selbstgebastelte Modelle aus Holz…

Und tatsächlich, die fröhlichen Gesellen entdeckten ein ähnliches Schiff, doch es nannte sich nicht WTF Feierlaune, sondern OMG Lecke Banane. Nun wurden weitere Suchanfragen in alle Welt verschickt, um mehr herauszufinden. Die Reederei OMG war pleite, doch als letzter Besitzer war Kapitän Alaska Seelachsfilet angegeben, der in Lübeck lebte. Was für ein Jubel unter den Weihnachtswichtel! Es ging in die Hauptstadt des Marzipans! Juhu!!!

Ich beschrieb übrigens den Sucheintrag auch so, das es ein „Video“ vom Kapitän gab. Die Worte „Er isst ein Hamburger und kommt aus Lübeck“ wurden im ersten Augenblick verstanden als „Er ist aus Hamburg“. Naja, billige Wortspiele und Missinterpretationen haben in diesen Sitzungen einfach Tradition.

Also packten sich die Weihnachstwichtel in ein Paket und nutzten DHL, um sich verschicken zu lassen. Das dauerte ein paar Minuten länger als üblich, denn das Paket ging an einige falsche Lieferstationen, bevor es dann nach Lübeck kam. Gespannt hörten dann die Wichtel, wie sie der Bote bei einem Nachbarn abgeben wollte. Nix da! Hui, da sprangen die Wichtel hervor und schlugen vor, sich selber auszuliefern. Für den DHL-Mann kein Problem und schon war er weg, das nächste Paket bei einem Nachbarn abstellen.

Die Wichtel wollten schon das Haus stürmen, der Kapitän wohnte im 5. Stock, da kamen sie auf die Idee, sich vorher umzuschauen. Und was für eine gute Idee das war, denn überall entdeckten sie Leute, die einen merkwürdigen Wackelgang hatten. Der Verdacht lag nahe, es mit Pinguinen zu tun zu haben.

Die Wichtel beschlossen sich den verkleideten Pinguinen zu nähern, doch sobald sie das taten, lösten sich die Pinguine in einer Rauchwolke auf. Verdammt, es waren Pinguin-Ninjas! Nur noch zwei von ihnen waren schlussendlich übrig, die mit Ferngläsern aus ihrem Lieferwagen heraus die andere Straßenseite bewachten. Schneeflöckchen machte seine nach Zimt duftende Zahnseidenmeuchelmörderschnur klar und schlich sich an. Diesmal sollte die Pinguine nicht entkommen, die da in ihrem Wagen saßen und im Handschuhfach einen eigroßen Kieselstein hatten, den sie liebevoll streichelten.

Schneeflöckchen schlug zu und die beiden männlichen Pinguine um. Rußauge klebte die beiden mit ihrer Heiklebepistole fest und so konnte das Verhör beginnen. Die beiden Pinguine, es waren übrigens Brillenpinguin-Ninjas, wollten erst abhauen, doch Mistel-Rotauge gab ihnen mit seiner geraden Zuckerstange eins auf die Nase und so blieben sie lieber da. Aber wie konnte man die kurzichstigen Brillenpinguin-Ninjas knacken? Nun, Rußauge fand heraus, dass sie den Kiesel für ihr Kind hielten. Rußauge bedrohte den Kieselstein, warf ihn auf den Boden, drehte ihn langsam in den Fingern. Die Pinguine waren mehr als bereit zu plaudern, wusste aber nicht viel. Die anderen Wichtel fanden zudem, dass Rußauge brutaler sei als nötig, vor allem im Bereich der seelischen Grausamkeit. Sicherlich würde Rußauge damit im Goldenen Buch auf der bösen Seite landen.

Die Pinguine erzählten jedenfalls, das sie von den Pinguininseln stammten und Auftragsninjas waren. Ein Kaiserpinguin namens Herr Kaiser hatte sie angeheuert, um den Kapitän auszuschalten. Ausschalten legten die Pinguine allerdings so aus, dass sie ihn einfach entführen wollten. Lebkuchen setzte nach und fragte nach dem Rauchtrick. Das wollten die Pinguine nicht erzählen, aber Rußauge ließ den Kieselstein nochmals auf den Boden ditschen und schon waren die besorgten Eltern bereit, alles auszuplaudern. Den Trick beibringen konnten sie war nicht, erklärten aber, dass Brillenpinguin-Ninjas damit zu in ein beliebiges Versteck in Sichtweite verschwinden konnten.

Ich weiß, es sind Schergen, aber sie hatten diesen Stunt trotzdem.

Lebkuchen war alarmiert, denn das bedeutete, die anderen Brillenpinguin-Ninjas waren noch in der Nähe. Er sah sich um und entdeckte sie, wie sie auf dem Dach des Hauses auf ihrem Buch auf eine offene Dachluke zuhielten. Jetzt war Eile angesagt und zwar schnell. Rußauge klebte die Luke zu, die anderen warfen mit Steinen die schlitternden Brillenpinguin-Ninjas ab. Die waren überrascht, sahen sie das doch nicht kommen. Beinahe alle purzelten zu Boden und blieben dort bewusstlos liegen nur zwei von ihnen knallten auf eine Stromleitung und verkohlte zu Brillenpinguin-Ninjas-Schmorbraten. Ui, wie eklig! Puh, Glück gehabt! Der Angriff war vereitelt worden.

Die Weihnachtswichtel stürmten nun wohlgemut hinauf und klingelten beim Kapitän, der aber erst einmal misstrauisch war. Man macht ja nicht jedem die Türe auf, vor allem nicht im hohen Alter. Doch irgendwann konnten die Wichtel in die Wohnung und der Kapitän (Unterhose, Pantoffeln, Pfeife, Kapitänsmütze und Ankertätowierungen) lud sie ins Wohnzimmer zu Plätzchen, Kakao und Marzipan ein. Hach, da waren die Wichtel aber freudig dabei.

Allerdings erwies sich die Gesprächslaune des Kapitäns selbst für die Weihnachtswichtel als unglaublich langweilig, langwierig und lang. Aber der Kapitän erzählte so gerne von seiner ersten Fahrt auf der Lecke Banane, wie er Bananen von Brasilien nach Hamburg brachte, immer kurz vor dem absaufen und ein Leben voller Abenteuer, in dem früher Schiffe noch gepaddelt wurden, er aber kein Paddel hatte und es auch kein Holz zum Schnitzen gab, er deswegen ein Paddel aus Holzkohle schnitzte, und dann in Amsterdam landete, nachdem er vor in Schanghai beinahe abgesoffen war, mit der Lecke Banane, mit der er seine erste Fahrt hatte, damals, in den guten alten Zeiten, von Brasilien nach Hamburg, als es nichts gab außer ihm, das Meer und die Lecke Banane, der Wasser manchmal bis zur Reling stand, auf seiner ersten großen Fahrt, als sie nichts hatten außer dem Meer und Kohle, um Paddel zu schnitzen, denn es gab kein Holz, und dann waren sie in Somalia, als ihn die Piraten anbettelten er möge aufhören, er ihnen aber von seinem Leben erzählte, auf der Lecke Banane, einem Bananenfrachter, mit dem er Bananen von Brasilien nach Hamburg fuhr, immer kurz vor dem absaufen, und es nicht viel gab, außer Salzwasser und Bananen, auf der Lecke Banane, dem besten Bananenfrachter zwischen Brasilien und Hamburg…

Die Wichtel litten förmlich vor Langeweile und mussten dem Kapitän alles ganz langsam aus der Nase ziehen und sich viel Mühe geben, ihn immer wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Aber irgendwann hatten sie herausgefunden, dass Herr Kaiser die Lecke Banane gekauft hatte, für 50.000 Euro in Fischstäbchen. Als Anschrift hatte Herr Kaiser auch sofort die Lecke Banane angegeben. Ha, ein Fehler von ihm, denn wenn die Wichtel eine Adresse hatten, dann konnte sie sich einfach dorthin schicken lassen. Aber jetzt wurde es leicht.

Schneeflöckchen packte noch einen Band der Memoiren des Kapitäns ein (eine besonders dicke und langweilige Ausgabe) und erfuhr, dass der Kapitän einen GPS-Empfänger hatte. Er wusste immer wo die Lecke Banane war. Na, das lief aber mal rund. Die Wichtel packten den Empfänger ein, der angab, dass sich die Lecke Banane im Bermudadreieck befand. Dann ging es los.

Lebkuchen sprang allerdings vom Dach in den Tod, um als Konfetti am Nordüol aufzutauchen und sich dann wiederum zu den Pinguininseln vor Namibia schicken zu lassen. Er hatte Mitleid mit den beiden Pinguinen und wollte ihnen ein echtes Ei zum Brüten besorgen. War für ein guter Kerl. Und hach, er hatte Glück. Es gab tatsächlich ein verwaistes Ei, dessen Eltern Didi und Dodo bei einem Auslandseinsatz in Hamburg auf einer Stromleitung geröstet wurden. Puh, Glück muss man haben. Allerdings, bis zur Rückkehr der beiden Pinguine dauerte es noch. Als suchte Lebkuchen einen Pinguin, der zeitweise brüten könnte. Das tat dieser gerne, entwickelte aber plötzlich Muttergefühle. Und dann kam sein Freund und wurde eifersüchtig und… Lebkuchen schickte sich nun selbst mit der Weihnachtspost von einem selbstgebauten Fensterbrett aus zurück an den Nordpol.

Dort trafen auch die anderen Wichtel ein, als nasses Konfetti. Die Adresse: Lecke Banane, Bermudadreieck hatte keinen Erfolg gebracht. Vor allem nicht für den Piloten der DHL-Luftpost, der seitdem als verschollen galt. Es gibt nicht viele Punkte auf der Erde, die für Wichtelpost unerreichbar sind, das Bermudadreieck gehört eindeutig dazu.

Die Weihnachtswichtel brauchten eine andere Reisemöglichkeit. Nun, da war doch der stillgelegte Schlitten vom Nikolaus. Man könnte doch…

Schon waren die Wichtel auf dem Weg zum Stall, um dort mit Rudolf zu sprechen. Der ließ sich gerade von einem der anderen Rentiere zeichnen, wie er ein Duckface machte, für seinen Renbock-Account.

Rudolf hörte sich die Sache an. So ganz überzeugt waren die Rentiere nicht, aber sie hatten auch keine Lust bald nur noch Biogras zu futtern, ihrer Abgase wegen. Sie alle aßen doch so gerne Hafer, Kohl, Bohnen, Zwiebel und Marzipan. Aber na ja, den Wichtel zuliebe würde sie den Schlitten ziehen. Rußauge sorgte mit ihrer Heißklebepistole zudem dafür, dass alle wichtigen Nasenlöcher gefüllt wurden. Dann ging es los.

Der Flug dauerte nicht lange, da waren die Wichtel schon am Rande des Bermudadreiecks. Doch dort tobte ein mächtiger Sturm, der die Wichtel nicht passieren lassen wollte. Doch die mutigen Weihnachtswichtel fuhren dem Sturm tapfer entgegen, denn sie waren immens verwegen. Mit allerlei gelungenen Manövern gelang es ihnen, den Sturm zu bezwingen und in sein Auge vorzustoßen. Und dort war es, das Bermudadreieck. Groß, gewaltig und unkooperativ.

Als nächstes benutzten die Wichtel den GPS-Empfänger, um die Lecke Banane zu orten. Das Bermudadreieck versuchte dagegen, die Wichtel wieder hinauszubefördern und sie erneut dem Sturm auszuliefern. Doch die Weihnachtswichtel schafften es famos den richtigen Kurs zu setzen und schon bald entdecken sie die OMG Lecke Banane, den alten Bananenfrachter. An Bord: Weitere Brillenpinguin-Ninjas! Angeführt von: Dem Kaiserpinguin Herr Kaiser!

Die Wichtel gingen sofort in den Angriff über, denn wussten ja, aus großer Entfernung waren die Pinguine leichte Beute. Rußauge zischte nahe am Frachter vorbei und Lebkuchen drückte auf den Bauch von Rudolf, so dass alleine seines stinnkenden Furzes die meisten der Brillenpinguin-Ninjas bewusstlos zu Boden fielen. Während Glühwein tapfer mit harten Plätzchen warf, plumpste Schneeflöckchen gezielt aus der Höhe auf Herrn Kaiser zu. Der war ein gewiefter, schlug er doch nicht einfach mit den Fäusten, sondern mit den Worten hart zu. Und anstatt Herrn Kaiser traf Schneeflöckchen nur das Schiff, denn der fiese Oberschurke löste sich einfach in Rauch auf und erschien auf dem Schlitten, um sich dort alle direkt vorzunehmen. Derweil waren die Brillenpinguin-Ninjas auf der Lecke Banane erfreut, denn endlich hatten sie mal einen der Wichtel auf kurze Distanz. War das eine Freude für alle.

Der Schlitten raste nahe über dem Wasser, was keine gute Idee war, denn der Weiße Hai sprang empor, um sich Lebkuchen vom Rentier zu schnappen. Ja, genau, DER Weiße Hai, dieser gealterte Filmstar. Nach seine Karriere musste er ja irgendwo unterkommen. Mit der Lakritzpeitsche schwingend hing Lebkuchen plötzlich unter dem Schlitten, während Rußauge mutig versuchte das Gefährt am Fliegen zu halten und Glühwein viele Stile des Ka-Kao-Fu bemühte, um Herrn Kaiser ordentlich einzuheizen. Doch der war ein zäher Pinguin und wusste sich zu wehren. Die Lage schien beinahe aussichtslos, denn selbst mit verklebten Augen versuchte der Schurke noch, Lebkuchen ins Wasser zu befördern, wo der Weiße Hai wartete. Doch Dank Glühweins gelungenem Roundhousekick kam der Bösewicht ins Wanken, was Lebkuchen für ein letztes und verzweifeltes Manöver einsetzte. Und beinahe wäre es misslungen, aber Dank Rußauges Lenkfähigkeiten ging Herr Kaiser über Bord und fiel mitten ins Mail vom Weißen Hai, der sich verschluckte und dann gesättigt von dannen zog. Derweil erledigte Schneeflöckchen die letzten Brillenpinguin-Ninjas und befreite das Christkind aus seiner Kajüte.

Hach, wie waren alle froh, wie der Mops im Haferstroh. Das Christkind erklärte, es hätte Herrn Kaisers Wünsche erfüllen sollen, damit dieser zu Ruhm und Reichtum käme, aber der böse Pinguin hatte nicht gewusst, wie die Regeln des Wünschen und Schenken lauten. Deswegen bekam er nicht – außer schlussendlich eins auf die Rübe. Das Christkind gelobte wie jedes Jahr Besserung und dann flogen die Wichtel auf dem alten Schlitten des Nikolaus zurück zum Nordpol, eingehüllt in die wärmenden Ausdünstungen von Rudolf…

Die Spielsitzung war mal wieder eine spaßige Sache, voll denkwürdiger Augenblicke und eine liebe Rollenspieltradition, die ich ungern misse. An dieser Stelle nochmals Danke an alle Weihnachtswichtel, die das Christkind und somit Weihnachten gerettet haben…

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