Resorbium 06 – Aufstieg der Toten

Noch immer kämpft sich die Spielgruppe in dieser Zombie-Kampagne durch das Szenario „Aufstieg der Toten“. Das ist länger als ursprünglich gedacht, was aber auch an den vielen unterschiedlichen Zielen liegt. Immerhin ist es keine der üblichen Schnetzel-Kampagne wie es „Left for Dead“ böte, sondern arbeitet mit bodenständigen Figuren, die erst noch lernen sich gegen diesen tödlichen Wahnsinn zu behaupten. Jedenfalls einige von ihnen.

In der letzten Spielsitzung hatten die Überlebenden ja wieder ihre zurückgelassenen Fahrzeuge in Besitz genommen. Mit altbewährter Bewaffnung fuhren sie also los. Bis zum Einsatz der Bundeswehr mit großflächiger Sprüh-Impfaktion waren es noch ein paar Stunden hin. Also genug Zeit, um Marcels Vater und die Schüler aus dem Wilhelm-Gymnasium zu retten. Wer will, kann sich den Bau übrigens mittels Google-Earth und -View genauer anschauen. Für meine Zwecke reicht allerdings eine ungefähre Ortsangabe. Ich will ja ein Spiel spielen und keine Realität. Da reichen ein paar wenige Fixpunkte aus.

Mit dem Mannschaftswagen und dem Streifenwagen fuhren die Überlebenden also erst einmal wieder zur Galerie zurück. Marcel war aufgeregt und hoffte, dass sein Vater die Nacht gut überstanden hatte. Die Gruppe hatte auch einen Plan ausgearbeitet, doch vorher kam es zu Komplikationen.

Als die Überlebenden über eine Kreuzung fuhren, stürmten auf der linken Seite einige Banker aus einer Sparkasse, verfolgt von einem hungrigen Mob Zombies. Eine Frau fiel hin und wurde von den Angreifern augenblicklich zerfetzt. Tina stieg natürlich sofort auf die Bremse und auch Richard stoppte den Wagen. Hier brauchten Menschen Hilfe. Zudem befand sich auf der rechten Seite eine Zweigstelle der Pro Familia und dort hatte es bei Ausbruch des Virus einen Kurs für hochschwangere Teenagermütter gegeben. Die Kursleiterin und ihre Schutzbefohlenen hatten die Polizeiwagen ebenfalls gesehen und wollten gerettet werden. Und von weiter hin wankten noch mehr Zombies heran. Es war an der Zeit zu handeln.

Erwin verließ den Mannschaftswagen und baute sich auf der Straße auf. Die Banker umringten ihn und einer stellte sich schützend vor den alten Mann. Der zog seine Luger und versuchte genau diesem Banker – arabischer Abstammung, das war später noch von Bedeutung – ins Bein zu schießen, um Zeit zu gewinnen. Allerdings reichte es nur für einen Streifschuss. Hausmeister Busse war ebenfalls ausgestiegen, währen Richard ein Stück zurücksetzte. So konnte er den Zombie mit den Autos den Weg erst einmal versperren.

Marcel war über Erwins Tat erst einmal erschrocken und dann entsetzt, als der alte Mann nun in den Mannschaftswagen einstieg und Johann die Türe von innen verriegelte. Die schwangeren jungen Mädchen waren indessen in den Streifenwagen gestiegen und hatten sich allesamt verängstigt auf den Rücksitz geklemmt. Mit Grauen mussten sie nun ansehen, wie der Hausmeister unter einer Woge Zombies unterging. Die Banker standen zu diesem Zeitpunkt noch draußen.

Also machte sich Marcel daran die Seitentüre zu öffnen. Johann wollte das verhindern und es kam im Wagen zu einem heftigen Gerangel. Nun zog wiederum Marcel die Luger und gab einen Schuss in Richtung Johanns Fuß ab, doch die Kugel verfehlte. Richard verlor die Geduld und gab den Befehl die Türe zu öffnen. Kaum hatte jemand ein Machtwort gesprochen, gaben alle Ruhe. Die Seitentüre wurde geöffnet, die Banker stiegen ein, Tina und Richard gaben Gas.

Tja, hier wäre die Situation beinahe eskaliert. Einige Spieler waren auch außerhalb des Spiels ziemlich verblüfft, als Erwin schoss und Johann die Wagentüre verriegelte. Zudem gab es für die heldenhafte Rettung für drei Leute einen Bennie, während die Spieler von Johann und Erwin das Handicap Fies kassierten – vor allem in Anbetracht ihrer eigenen Handicaps. „Fies“ kann in späteren Situationen wiederum zu tollem Rollenspiel führen und wäre somit durchaus Bennies wert. Fließend und Dynamisch, so soll es sein.

Von der Kreuzung aus ging es nun erst einmal zur Galerie, um dort zu verschnaufen. Natürlich gab es auch Streit über die letzte Aktion, doch schlussendlich stand die Rettungsmission im Vordergrund. Der beschossene Banker und die Gruppenleiterin sagten ihre Hilfe zu. Beide wussten wie ein Bus zu fahren war – und darauf baute die Rettungsmission auf. Die Überlebenden wollten wegen den Schlüsseln nach den Busfahrern Ausschau halten oder die Fahrzeuge kurzschließen. Immerhin war es nur mit den Bussen möglich so viele Menschen wie möglich zu retten.

Wer auf den Bildern genau hinsieht entdeckt übrigens, dass ich mich beim nachträglichen skalieren der Baupläne ein wenig verschätzt habe. So war der Rahmen der Busse plötzlich auf allen Seiten 1 Millimeter zu groß, während die Frontansicht des Smart Roadster um 5 Millimeter zu schmal war. Egal, schlussendlich habe ich den ganzen Kram nochmals neu gemacht. Einer der Spieler moserte nämlich ein wenig, weil es keine echten Hamburger Linienbusse auf den Kästen waren. Ich experimentiere derzeit eh noch mit dem Maßstab, also muss die Arbeit sowieso erledigt werden.

Um keine Zombies anzulocken, schlichen sich die Überlebenden nun zu Fuß weiter. Sie kamen bis zur Sackgasse, die als Busplatz genutzt wurde. Hier standen zwei Linienbusse und drumherum einige Zombies. Wie nun die Zombies wegbekommen? Da bot sich der Banker mit Migrantenhintergrund an, an den Zombies vorbeizulaufen und sie somit wegzulocken. Er war schnell genug und hatte Ausdauer, immerhin nahm er jedes Jahr am Stadtmarathon teil.

Erwin plapperte sofort los, dass es eine gute Idee sei und er ihm später eine Arbeit anbieten könnte. Vielleicht zum Putzen. Der Banker fand das ebenfalls gut und meinte, er können sicherlich jemandem aus seiner Familie schicken. Vielleicht seine Mutter. Allerdings müsste dann die Bezahlung in Kamelen gut sein. Kopfschüttelnd machte sich der Banker dann daran, die Zombies wegzulocken.

Ein schönes Stück Rollenspiel mit Extremen, Klischees, Vorurteilen und Sarkasmus. Hat Spaß gemacht.

Die Zombies fielen auch auf den Trick herein. Nun, beinahe. Einer bog in die Einfahrt ab, in der sich die Überlebenden versteckt hatten, als Marcel einen Busfahrer-Zombie sah und ihn mit Pfeil und Bogen erschoss. Tja, das sah übel aus. Denn leider wurden auch einige Nachzügler angelockt und es kam zum Kampf. Die Gruppenleiterin versteckte sich hinter einem in der Einfahrt stehenden Smart, während die Überlebenden versuchten die Zombies so leise wie möglich zu erledigen. Das gelang ihnen zwar auch, aber Johann wurde heftig gebissen und einer der Zombies riss ein Stück Fleisch aus dem Oberarm des Kampfsportlers. Das sah richtig übel aus. Alle starrten den blutenden Johann entsetzt an, denn immerhin kannten sie Zombiefilme und vermuteten, was nun geschah …

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3 Kommentare

  • Schicke Bilder. Das mit den 3D-Pappwagen ist cool. Müsste ich auch mal machen, aber mir fehlt meist die Zeit :-/

  • Herumgebastelt habe ich je nach Spiel schon immer, aber genau diese Art des Zusammenbaus für Savage Worlds habe ich aus dem B!-Forum. eckig ist halt am einfachsten. Wenn Du erst einmal einige gute Vorlagen hast, dann kopiert sich das ziemlich schnell. Mein Problem ist derzeit einfach der Maßstab für die Dinger. Da bin ich noch am experimentieren. Bei Tabletops ist es einfacher 30mm-Figuren zu erstellen, da haben die Zoll keine reale Entsprechung. Bei SW sind es 2 Meter. Aber Maßstab 1:67 sieht einfach schicker aus als 1:80 und lässt mehr Details zu. Letzterer ist allerdings passend zu SW. Knifflig, knifflig … 🙂

  • Pingback: Neulich bei Savage Worlds - Seite 24

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