Dungeons & Dragons 3.5 – Codex Diabolis

Codex Diabolis - Tyrannen der Neun Höllen

Robert J. Schwalb, Robin D. Laws
Codex Diabolis – Tyrannen der Neun Höllen

Dungeons & Dragons
Feder & Schwert Hardcover (FS30013)
176 Seiten
ISBN 9783867620314

Mit dem „Codex Diabolis“ befindet sich nun der zweite deutschsprachige Codex für „Dungeons & Dragons“ auf dem Markt. Befasst sich der „Codex Daimonis“ nur mit den Dämonen, so dreht sich im „Codex Diabolis“ alles um deren Widersacher, die Teufel aus den Neun Höllen.

Beide Fraktionen befinden sich in einem ewig andauernden Krieg, der auch oftmals Teil der Abenteuer einer „Dungeons & Dragons“-Spielgruppe ist oder die Spielercharaktere haben es mit einem Dämonen oder Teufel zu schaffen. Dabei sind wohl genau die Teufel für Spielleiter die faszinierenderen Kreaturen.

Auf Grund ihrer rechtschaffenen Gesinnung neigen sie zur Bürokratie und sind die optimalen Bösewichter, die auf lange Zeit spielen, bei denen man Beweise sicherstellen kann und deren Handlungen irgendwie nachzuvollziehen sind. Vor allem für geradlinige Abenteuergeschichten eignen sich deswegen die Teufel besonders gut als Erzbösewichte oder verschlagene Herausforderer.

Bereits der Prolog stimmt auf den „Codex Diabolis“ gelungen ein. Es handelt sich dabei um eine Kurzgeschichte, in der über den Aufstieg Asmodeus’ und die Entstehung der Neun Höllen zu lesen ist. Eine runde Sache, die großen Spaß macht und auch den schwarzen Humor aufweist, mit dem die Autoren Laws und Schwalb dieses Thema behandeln.

Das Buch gliedert sich in insgesamt fünf Kapitel, von denen sich das Erste ganz mit der Physiologie und der Psychologie der Teufel beschäftigt. Der Leser erfährt hier, was einen Teufel ausmacht, was er für besondere Fähigkeiten besitzt, wie er befördert und wie er auch wieder degradiert werden kann. Außerdem wird auf die Ziele der Teufel eingegangen und wie diese Kreaturen der Neun Höllen versuchen die Sterblichen zu korrumpieren. Auch der Einsatz von Teufeln in einer Kampagne wird besprochen. Dabei harmonisieren Regelteil und Beschreibungen gelungen miteinander.

Im zweiten Kapitel wird jede einzelne der Neun Höllen aufgeführt. Dazu gehört natürlich eine kurze Beschreibung des jeweiligen Herrschers, seiner verschiedenen Untertanen, wichtiger Örtlichkeiten und ein Vorschlag für Begegnungen die dort stattfinden können. Hier finden sich wichtige Informationen zu Kleinigkeiten, wie – zum Beispiel – gefälschte Papiere. Man sollte auch unbedingt die Eigenarten der verschiedenen Höllen beachten. So suchen auf Avernus Feuerbälle gezielt Helden in ungünstigen Situationen, muss auf einer anderen Ebene die Kompassrichtung im Auge behalten werden oder stellen die Autoren einen neuen Zauber vor. Natürlich werden die Beschreibungen der Höllen und Schauplätze von Kartenmaterial begleitet.

Kapitel Drei beschäftigt sich vorrangig mit den Spielregeln, hier im einzelnen das neue Volk der Höllengeborenen, neue Talente und – wie in „Dungeons & Dragons“-Quellenbüchern üblich – neue Prestigeklassen, darunter der Seelenwächter und der Teufelstöter. Während sich für Kleriker, Paladine und Finstere Streiter neue Listen und Zauber finden, werden auch die Höllenessenzzauber vorgestellt. Diese beinhalten neue Regelelemente – so erschöpfen sie unter anderem den Anwender, nach dem ihre Wirkung endet. Diese Zauber sind sehr stimmig und eine Bereicherung für jede Spielrunde, in der Teufel eine Rolle spielen.

Das vierte Kapitel stellt nun neue Teufel vor. Sämtliche Monster sind gut beschrieben und alle wichtigen Werte wurden aufgeführt. Dabei gehen Laws und Schwalb auf die Lebensräume, Lebensweisen und Gesellschaften der jeweiligen Teufel ein. Um Spielleitern das Leben zu erleichtern, werden auch entsprechende Beispielbegegnungen aufgeführt. Also ein rundes Gesamtpaket. Der „Codex Diabolis“ selbst ist natürlich auf die Kernwelt der Spielbücher ausgelegt : Greyhawk. Doch es gibt zwei weitere Kampagnenwelten für „Dungeon & Dragons 3.5“ („Die Vergessenen Reiche“ und „Eberron“). Darauf wird ebenfalls eingegangen und so finden sich auch weltenspezifische Informationen.

Im letzten Kapitel dreht sich alles um die Fürsten selber. Sie werden hier im Detail mit Werten aufgeführt und es werden ihre Verbündeten, Feinde und Ziele vorgestellt. Außerdem gibt es zu jedem der Höllenfürsten noch einen Informationsbalken dem entnommen werden kann, was die Charaktere über den jeweiligen Fürsten wissen. Eine gelungene Sache.

Das Buch wird durch einen kleinen Anhang abgerundet, in dem die Teufel nach Härtegraden aufgelistet werden und sich auch eine alphabetische Gesamtliste der Teufel mit Quellenangabe findet.

Die Aufmachung des „Codex Diabolis“ ist hervorragend. Die Texte sind flüssig und spannend geschrieben, der Regelteil leicht zu verstehen und atmosphärisch eingebaut. Dazu großteils gelungene, farbige Illustrationen, viel Kartenmaterial und ein Haufen neuer Ideen. Die Übersetzung ist gelungen und auch beim Lektorat kann kaum etwas beanstandet werden. Alles in allem eine runde Sache, die große Freude macht. „Codex Diabolis“ ist einfach gelungen und eine klasse Sache für Spieler und Spielleiter!
(Günther Lietz)

2 Kommentare

  • Ich vermisse einen Vergleich zu Vorgängerprodukten von D&D3 und AD&D2 Planescape. Gibt es was neues oder ist das Setting insgesamt verarmt?

  • Ich ziehe nur ungern Vergleiche zwischen Publikationen verschiedener Editionen, vor allem bei Quellenbüchern. Jede Edition ist halt anders, hat andere Stärken und Schwächen. Dazu kämen meine subjektiven Vorlieben. So würde ich hier AD&D-Material als besser und liebevoller geschrieben einstufen, allerdings hat 3.5 das „bessere“ Regelkonzept und gab es bei 3.5 ja allgemein Umbauten der Kosmologie. 3.0 kommt da schon eher für einen Vergleich in Frage und da empfinde ich den „Codex Diabolis“ im Thema als etwas stärker. Wobei ich da eigentlich mehr auf deutsche Publikationen ziele und das Buch so betrachtet keine Konkurrenz innerhalb der 3.x kennt – halt viele Eier in der Pfanne und jedes schmeckt. 😉 🙂

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